To watch: Leroy, Charlier, Wijnants und Each x Other

Kleine Shows ziehen oft wenig das Medieninteresse auf sich, aber gerade hier verstecken sich oft echte modische Perlen der Saison. Diese vier Designhäuser verdienen unser Interesse allemal und bestätigen ihren Statur als Label to watch bzw. Upcoming Stars.

1. Cédric Charlier

Der Belgier, der in Brüssel an der Hochschule der Künste studierte und der Öffentlichkeit dank seines leider kurzen Jobs bei Cacharel bekannt wurde, geht seit der Selbstsändigkeit behende seinen Weg weiter. Und wird immer besser, was er mit dieser Kollektion für den kommenden Winter beweist. Die Sachen sind tragbar und stilvoll.

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Couture-Label to watch: Ilja

Da sieht man doch mal, was eine gut gestaltete Einladungskarte ausmachen kann:  Bei der holländischen Designerin Ilja wurde ich schon zweimal eingeladen, aber ich bin nie hin, weil die Karte immer so komisch nach den diesen typischen 08/15-Couture-Roben aussah und ich keine Zeit fand, mich konkreter mit dieser Newcomerin auf der Pariser Couture Woche stärker auseinander zu setzen. Damit habe ich mein eigenes Gebot gebrochen, mir jeden Newcomer wenigstens einmal anzusehen.

Nun aber bin ich auf die Bilder der Kollektion gestoßen und ärgerte mich grün, dass ich nicht zur Show gegangen bin. Denn die Holländerin Ilja Visser ist für mich ein klares Label to watch.

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Label to watch: Ostwald Helgason

Sind Händler die besseren Trendspotter? Ja, denke ich mir gerade, weil ich dank The Outnet erst jetzt auf das Label Ostwald Helgason aufmerksam  wurde und erstaunt feststellen durfte, dass hinter dem Design-Duo aus London sogar auch eine deutsche Designerin steckt. Ostwald Helgason wurde 2008 von Susanne Ostwald und ihrem isländischen Partner Ingvar Helgason gegründet. Beide arbeiteten schon vorher in der Mode, die in Leipzig geborene Susanne Ostwald hatte in Halle studiert, Ingvar Helgason aus Reykjavik in Kopenhagen. Sie trafen sich – wie kann es auch anders sein – an der Central Saint Martins in London, wurden erst ein Paar und dann Business Partner.

Bevor ich aber weiter ins Detail gehe, zeige ich Euch erstmal das Kleid, dank dem ich auf die beiden aufmerksam wurde.

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Das ist es. Ist das nicht toll? Das wäre das perfekte Kleid für die kommende Fashionweek. Und es ist im Sales. Auch als Rock wäre er eine Überlegung wert.

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Ich liebe auch dieses Outfit:

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Die Marke gibt es sowohl bei Asos, wo man gerade echt gute Sales-Angebote finden kann. Wie auch bei Stylebop, wer einen deutschen Händler beglücken möchte.

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Und ein echtes Schnäppchen ist dieser Rock der Firma, den es gerade im Yoox Sale (97 Euro statt 255 Euro) gibt.

Doch zurück zur Geschichte hinter der Mode und den beiden Designern:

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Nach einer wie fast immer schwierigen Anfangszeit haben die beide heute sich eine gute Position unter den aufstrebenden Designerlabels gesichert. Nach einer Präsentation in London für den Sommer 2014, zeigten Ostwald und Helgason ihre neue Kollektion im Februar auf der New Yorker Fashionweek. Dass die beiden heute einem breiterem Publikum bekannt sind, haben sie auch den Luxusbloggerin Miroslava Duma und Anya Ziourova zu verdanken, die in Ostwald Helgason eine Chanel Haute Couture Schau besuchten und  – natürlich – eifrigst geknipst wurden. Auch immer sehr hilfreich ist, wenn man als junges Label beim Kultstore Opening Ceremony gelistet wird. Inzwischen ist die Marke bei 80 sehr angesehenden Händlern gelistet. Dennoch waren die Jahre nach oben nicht leicht, wie man sehr interessant bei den Kollegen von Business of Fashion nachlesen kann.

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Meine Haute-Couture Entdeckung: Stéphanie Coudert

Ich habe eine goldene Regel bei den Modeschauen: Alles, was neu ist, schaue ich mir auf alle Fälle einmal an. Selbst wenn es nicht gut war, bekommt die Marke von mir eine zweite Chance. Hat sie diese vertan, gehe ich nicht mehr hin. Diese Fragen stelle ich mir bei der diesjährigen Haute Couture Debütantin Stéphanie Coudert gar nicht. Mich hat ihre Erstkollektion regelrecht begeistert. Diese Stoffe, diese Volumen, diese Rückenansichten, diese schlauen und ungewohnten Schnitte. Ich war wirklich hin und weg.

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Wer ist diese Stéphanie Coudert? Sie ist nicht mehr die Jüngste: Aufgewachsen in Bagdad und Versailles (Hui, welche Gegenätze prallen da aufeinander? Nehmen wir mal an, dass ihre Eltern 1979 Teheran verlassen haben), studierte sie Modedesign an der Ecole Duperré, dann EMSAD und IFM, bevor sie als Assistentin bei Martin Margiela arbeitete. Sie gewann das berühmte Festival in Hyères und arbeitete dann vor allem für eine private Kundschaft, die bei ihr Haute Couture in Auftrag gab. O-Ton: “Ich machte Haute Couture im Geheimen.”

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2004 wurde sie erstmals eingeladen, ihre Modelle auf der Haute Couture zu zeigen. Damals nähte sie alle alleine per Hand. Die Modelle waren danach in verschiedenen Ausstellungen zu sehen. Seit 2009 hat sie im Norden von Paris, konkret in Belleville, ein eigenes Studio und arbeitet dort als sogenannte “couturière en chambre” und “couturière particulière”, eine Schneiderin für erlesene Kundinnen. Rund 30 Frauen bestellen bei ihr Einzelstücke, doch mit der nun gezeigten Fashionshow könnte die 39-Jährige endlich aus dem Schatten ins Licht treten und einem größeren Publikum bekannt werden.

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Wie kam es, dass diese bescheidene Frau mit den langen dunklen Haaren (und auch Mutter eines Kleinkindes) nun endlich ein größeres Publikum sucht. Laut französischer Presse traf sie einen Industriellen, der für große Pariser Modehäuser arbeitet und sich in ihre Handarbeit verliebte. Er bot ihr an, ihre Kollektion für die Haute Couture Schau zu produzieren. Ihre fünf Nähmaschinen wechselten in ein großtes Atelier, wo 20 andere Hände ihr zur Seite standen. Mit diesem Back-Up wagte sie den Schritt und eroberte gleich die Meinung des Mister Haute Couture, Didier Grumbach, der von ihr in höchsten Tönen schwärmt.

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Unter uns: Ich sehe Stéphanie Coudert sogar noch viel weiter. Dass sie fast ausschließlich Tagesmode zeigte, die nicht nur super elegant, sondern extremst alltagstauglich ist, ist der Beweis, dass diese Designerin durchaus auch das Zeug hätte für die Prêt-à-Porter. Sie braucht dazu einen geldgeber. Ich hoffe, dass mit dieser vulminanten Show bald die ersten Angebote ins Haus flattern und wir bald von ihr noch mehr hören.

Hier der Rest der Kollektion:

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Und das dazugehörige Modepilot-Video:

Fotos: Catwalkpictures

Video: Barbara Markert

Label to watch: Pauw – Fashion mit Wow!

(Sorry, aber auf das Wortspiel im Titel konnte ich einfach nicht verzichten.) Die Niederlande ist bekanntlich eine „Brutstätte“ (und das ist 100 % positiv gemeint!) für international renommierte Designer. Die britische Vogue kürte Amsterdam jüngst sogar zum „neuen Fashion Mekka“. In der Stadt residiert auch Fashion Designerin Madeleine Pauw mit ihrem Label Pauw.

Ganz im Stil der unabhängigen und neugierigen niederländischen Mode-Tradition spielt sie mit Materialien, Farben, Schnitten und Details. Ihre Mode zeichnet sich durch perfekte Passform, luxuriöse Stoffe und eine ganz eigene Designer-Handschrift aus. Man merkt, dass Madeleine Pauw Kunstgeschichte studiert hat, denn viele ihrer Entwürfe sind inspiriert von Bildern alter Meister, von Gobelins oder auch historischen Drucken.

Hier meine Highlights aus der aktuellen Sommerkollektion:

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Madeleine Pauw

Und das ist sie: die Designerin Madeleine Pauw

Fotos: isaroffice, PR

Label to watch: Petar Petrov

Eigentlich ist Petar Petrov gar kein wirkliches Label to watch mehr. Der Bulgare, der mit 20 nach Österreich zog und von Wien aus Mode macht, wurde hier schon vorgestellt. Er zeigte bis 2011 auf dem offiziellen Schauenkalender während der Pariser Herrenmodewoche, bevor er ein bisschen untertauchte. In dieser Zeit expandierte der sehr sympathische Designer aus Wien in Damenmode und landete in meinen Augen damit einen Volltreffer. Mir gefällt seine Damenlinie ausnehmend gut. Seht her.

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Petrov gründete um 20013 sein eigenes Label, damals studierte er noch an der Universität für angewandte Kunst in Wien. Er wird heute von derKreativagentur Departure der Stadt Wien unterstützt.

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Auch bei seiner angestammten Männerlinie ist Petrov erwachsener geworden und das tut der Kollektion in meinen Augen sehr gut. Der Bulgare schafft den Spagat zwischen Kommerz und Design auf elegante Weise. Seine früheren Kollektion, die er in Paris zeigte, waren alle auf einer jüngere Klientel ausgelegt, sportlicher, spielten mehr mit Farbverläufen, ja, man kann sagen, dass sich damals Petrovs Mode eher an die Streetwear anlehnte. Davon ist heute nichts mehr zu spüren. Die Sachen sind viel elaborierter, die Materialien edler. Hier hat sich der Deisgner stark weiter entwickelt in Sachen Luxus- und Designermode. Das spiegelt sich auch in den Preisen wieder: Blusen liegen bei 300 Euro, Kleider gehen bei 500 bis 600 Euro los und können bis zu 1000 Euro kosten. Online kann man Petrov bei Farfetch kaufen.

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Fotos: Screenshots Website Petar Petrov