Tines Interior Highlights im Oktober

Während die Spätsommersonne draussen alles in ein goldenes Licht taucht,  erscheint ein neuer Trend auf meinem Radar. Silber! Besser gesagt Metall – nach all den warmen, natürlichen Materialien wie Holz, Bouclé und Leinen ist das Bedürfnis, einen kantigen Kontrapunkt zu setzen, eigentlich nur die logische Konsequenz. Metall ist aber nicht gekommen, um „All Beige“abzulösen, ganz im Gegenteil – das kühle Material fügt sich erstaunlich nonchalant in die warme Gemütlichkeit ein.

Woman Made

Ein Lesetipp für verregnete Herbsttage: Woman Made – Great Women Designers von Jane Hall  ist eine Hommage an mehr als 200 Produktdesignerinnen von den Anfängen des 20. Jahrhunderts bis heute. Kurzportraits von Designerinnen aus über 50 Ländern, darunter Ikonen und Pionierinnen wie Ray Eames, Eileen Gray, Florence Knoll, Ilse Crawford, Faye Toogood und Nathalie du Pasquier beweisen, dass die Designwelt keinesfalls eine Männerdomäne ist.

Under Pressure

Wie ein Spiegel fangen die „Pressure“ Vasen des niederländischen Designers Tim Teven das Licht ein und verleihen dem nüchternen Material einen verspielten Effekt. Erhältlich in unterschiedlichen Grösssen und in diversen Ausführungen wie Chromstahl oder beschichtetem Zink.

Psychedelic Mirror

Ein absoluter Eyecatcher – der spektakuläre „Psychedelic Mirror“ der schwedischen Designerin Caia Leifsdotter zeigt je nach Blickwinkel und Perspektive, wie unterschiedlich unsere Welt gesehen werden kann. Durch die Verwendung von Acryl auf MDF erzeugen Leifsdotters minimalistische Formen einen hypnotisierenden Effekt, beinahe wie flüssiger Stoff. „Psychedelic Mirror“ ist in zwei verschiedenen Grössen erhältlich, z.B. über The Ode To.

Catching the waves

Der neue Wave Tray von Muuto ist ein echtes Statement Piece und zeigt, wie gut kühler Stahl und warmes Holz harmonieren. Seine organische Form aus rostfreiem Stahl erinnert an Wellenbewegungen. Wird auf meinem Couchtisch einziehen!

Schwedische Schären

Mein neuster Instagram-Fund: die handgefertigten Spiegel von udiso. Ihre Form ist von den weichen Küstenlinie der schwedischen Schären inspirier. Alle Spiegel werden in Stockholm von Sigfried Billgren handgefertigt, signiert und nummeriert in einer limitierten Auflage von 199 Stück.

Bilder: Phaidon, Caia Leifsdotter, Udiso, Tim Teven, Muuto


Von Tine

Ich beobachte gerne, überall und immer, ich mache sozusagen Fotos mit den Augen. Ein fester Bestandteil meiner Arbeit als Grafikerin ist das Erstellen von Moodboards. Dabei entdecke ich täglich Neues aus den unterschiedlichsten Bereichen. Seit 2011 stelle ich meine Entdeckungen regelmässig auf meinem Blog Inattendu vor. Oft werde ich gefragt, ob ich nicht den Drang verspüre, all die schönen Dinge auch kaufen zu müssen. Zum Glück nicht, denn sobald ich etwas gepostet habe, habe ich ohnehin schon ein wenig das Gefühl, als würde es mir gehören. Dass „posten“ hier in der Schweiz auch „einkaufen“ bedeutet, ist also vielleicht mehr als nur Zufall?

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Journelles ist das grösste unabhängige Mode-Blogazine in Deutschland und wurde 2012 von Jessie Weiß gegründet. Die 34-jährige Unternehmerin legte 2007 den Grundstein für die Modeblogosphäre mit dem Netz-Urgestein LesMads und arbeitet seither als Journalistin, Moderatorin und Kreativdirektorin.

Tines Interior Highlights im August

Ahhh können wir diesen verregnetsten aller Auguste überhaupt bitte einfach vergessen? Wenigstens habe ich die unfreiwillig zuhause verbrachten Regentage dafür genutzt, für euch die schönsten Interior-Perlen auszugraben. Viel Spass damit!

Wohnaccessoires aus Pappmaché von Azurite

Für meine letzte Begegnung mit Pappmaché muss ich viele Jahre zurückspulen – zum Werkunterricht in der Grundschule, als ich aus diesem Material einen Wandschmuck basteln sollte. Das Ergebnis war schrecklich hässlich, meine armen Eltern hängten es trotzdem auf. Mit meinem missglückten Versuch von damals haben die Wohnaccessoires des georgischen Labels Azurite allerdings wenig zu tun. Vor allem die Spiegel – zum Teil mit LED-Hintergrundbeleuchtung – lassen das häufig unterschätzte Material Pappmaché in völlig neuem Licht erstrahlen.

Nora Khereddine Objects

Einigen von euch wird die Münchnerin Nora Khereddine aufgrund ihrer wunderschönen Blumenarrangements ein Begriff sein. Mit dem Ziel, einen Raum für einzigartige Objekte zu schaffen, eröffnete Nora jetzt im vergangenen November ihren Store Nora Khereddine Objects mit dem Ziel, einen Raum für einzigartige Objekte zu schaffen. Innerhalb Wochen stellte sie ein Brand-Portfolio auf, kuratierte Objekte und entwarf das Interieur für die Räumlichkeiten. ​Für die Einrichtung wählte Nora erdige Töne und natürliche Materialien wie Leinen, Sisal und Holz. Ihr Sortiment fasst sie mit „Carefully curated objects for the home and beyond“ zusammen. Neben den zeitlosen Klassikern der Schweizer Keramik-Manufaktur Linck, findet man bei ihr auch charakteristische Töpferware aus Südmarokko, handgefertigte Stühle und Hocker von Fabian Fischer aus Freiburg, Leinenaccessoires, Vintage Berberdecken, Messingprodukte vom New Yorker Designstudio Fort Standard und Basics wie Seifen, Kerzen oder gusseiserne Töpfe. Für alle Nicht-Münchner gibt es glücklicherweise auch einen Onlineshop. Schaut mal rein!

Lucie Kaas Milk Collection

Perfekt für den sommerlichen Gartentisch: die traumhaft schöne Milk Collection von Lucie Kaas aus Opalglas, dessen milchiges Aussehen der Kollektion ihren Namen verlieh. Die Serie umfasst 6 verschiedene Farbtöne wie Lavendel, Mandel, Vanille, Blue Fog, Minty Haze und Pfirsich und besteht aus einem Essteller, einem Brotteller und Schalen in zwei verschiedenen Größen. Die pastellige Farbpalette lädt zum Experimentieren mit verschiedenen Kombinationen ein. Wer es dezenter mag, bleibt einfach bei einem Farbthema.

Candy Crush

Wie gut sind bitte die Couchtische des australischen Labels Studio Mignone mit ihren an Marshmallows erinnernden, quadratischen Füssen? Der Tavolo Morbido wird in Adelaide von Hand gefertigt. Zahlreiche Varianten sind möglich: ob mit Glas-, Marmor- oder Betonplatte, verschiedenfarbigen oder einfarbigen Füssen – sogar die Farben können individuell angepasst werden.

Edition 3000

Alle, die auf der Suche nach neuen Art Prints sind, bitte einmal hier entlang. Die Zürcher Edition 3000 ist immer ein zuverlässiger Garant für eine sich immer wieder erneuernde, fein kuratierte Auswahl von limitierten Art Prints.

Bilder: Azurite, Studio Mignone, Edition 3000, Lucie Kaas, Nora Khereddine


Von Tine

Ich beobachte gerne, überall und immer, ich mache sozusagen Fotos mit den Augen. Ein fester Bestandteil meiner Arbeit als Grafikerin ist das Erstellen von Moodboards. Dabei entdecke ich täglich Neues aus den unterschiedlichsten Bereichen. Seit 2011 stelle ich meine Entdeckungen regelmässig auf meinem Blog Inattendu vor. Oft werde ich gefragt, ob ich nicht den Drang verspüre, all die schönen Dinge auch kaufen zu müssen. Zum Glück nicht, denn sobald ich etwas gepostet habe, habe ich ohnehin schon ein wenig das Gefühl, als würde es mir gehören. Dass „posten“ hier in der Schweiz auch „einkaufen“ bedeutet, ist also vielleicht mehr als nur Zufall?

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Journelles ist das grösste unabhängige Mode-Blogazine in Deutschland und wurde 2012 von Jessie Weiß gegründet. Die 34-jährige Unternehmerin legte 2007 den Grundstein für die Modeblogosphäre mit dem Netz-Urgestein LesMads und arbeitet seither als Journalistin, Moderatorin und Kreativdirektorin.

All Blue Winterlook

all blue winterlook oversize sweater and mini skirt preppy chic combination fashion 2020 winter

Hallo ihr Lieben! Ich hoffe, euch geht es trotz der aktuellen Situation einigermaßen gut, ihr habt eure Weihnachtsvorbereitung weitestgehend abschließen können und blickt nun auf eine erholsame Auszeit! Heute melde ich mich mal wieder mit einem neuen Look bei euch zurück. Das Outfit ist ein richtiger Samieze-Klassiker. Nicht nur, weil einige Teile wie die Stiefel und die Vintagetasche meiner Oma hier schon so viele Looks schmückten. Sondern auch, weil Blau hier auf Samieze – vor allem in den ersten Jahren – definitiv meine Farbe war. Abgesehen davon, dass mir Blau und alle damit verbundenen Assoziationen zum Meer, Himmel etc. einfach gut gefallen, war ich damals ein bisschen von einer Farbanalyse getriggert, nach der ich ein Wintertyp bin und Kobalt meine Farbe ist. Ob das so stimmt, zweifel ich nun zwar ein bisschen an. Dennoch will ich mich nicht über die angesammelten blauen Teile in meiner Garderobe beschweren. Mittlerweile bin ich ja eher in Richtung rosé, bordeaux und creme abgedriftet, nichtdestotrotz ziehen mich Looks in starken Blautönen immernoch in ihren Bann. Deshalb freue ich mich auch besonders über diesen Look! Wie schön ist bitte der riesige Pullover mit dem klassischen Wollrock? Gerade bei so trüben Tagen wie sie aktuell häufig sind, machen leuchtende Farben gute Laune 🙂 Eine große Auswahl von Strickwaren in leuchtenden Farben habe ich bei Alba Moda entdeckt. Ebenfalls in kräftigem Blau kommt zum Beispiel dieser Pullover daher, den ich wegen seiner Perlenverzierung besonders schön für die Feiertage finde. Was meint ihr und wie gefällt euch der Look? Falls wir uns nicht mehr vor Weihnachten lesen, wünsche ich euch schon mal schöne Feiertage <3

Hey guys! I hope you are doing well given the current circumstances and are ready for your holidays. Today I want to share a look with you that kind of reflects the Samieze signature style. Partially, because it contains some pieces like my grandmothers vintage bag that I included in many looks in the past already. But also because cobalt blue was definitely my favourite colour back then when we started with the blog. Nowadays I also love all the red and blush shades but a statement piece in a bold blue shade definitely gets my attention 🙂 Thats why I love todays look! Especially the sweater is so nice and the vibrant colour can definitely lift my mood on a gloomy day! What do you think about the look? In case there will be no new post before Christmas, I wish you happy holidays <3

all blue winterlook oversize sweater and mini skirt preppy chic combination fashion 2020 winter
all blue winterlook oversize sweater and mini skirt preppy chic combination fashion 2020 winter
all blue winterlook oversize sweater and mini skirt preppy chic combination fashion 2020 winter

Hermès: der diskrete Designerwechsel

Nadège Vanhee-Cybulski hat ihre erste Hermès-Kollektion abgeliefert und damit eine würdige Nachfolge vom gefeierten Christophe Lemaire angetreten.

Wenige Tage nach der Schau hörte ich so manche Stimmen, die meinten: “Was für eine langweilige Show!” Tatsächlich sieht die Kollektion auf den Bildern sehr klassisch aus, aber genau damit ist Nadège Vanhee-Cybulski  – meiner Meinung nach  – eine Punktlandung geglückt. Das Thema ihrer Debütkollektion ist klar : Hermès Heritage.  Die Show fand in einer Reithalle statt, konkret der republikanischen Wache genannt Manège des Célestins. Reiten und Hermès das gehört nunmal zusammen wie Baguette und Butter.

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To watch: Leroy, Charlier, Wijnants und Each x Other

Kleine Shows ziehen oft wenig das Medieninteresse auf sich, aber gerade hier verstecken sich oft echte modische Perlen der Saison. Diese vier Designhäuser verdienen unser Interesse allemal und bestätigen ihren Statur als Label to watch bzw. Upcoming Stars.

1. Cédric Charlier

Der Belgier, der in Brüssel an der Hochschule der Künste studierte und der Öffentlichkeit dank seines leider kurzen Jobs bei Cacharel bekannt wurde, geht seit der Selbstsändigkeit behende seinen Weg weiter. Und wird immer besser, was er mit dieser Kollektion für den kommenden Winter beweist. Die Sachen sind tragbar und stilvoll.

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Escada. Eine Katastrophe?

„Kommst du mit zur Escada-Show?“, fragte Kathrin. –„Hm. Aber nur wenn ich schreiben darf, was ich denke“. – „Klar“.

Also fuhr ich am Mittwoch mit geringen Erwartungen und einem festen Bild im Kopf zur königlichen Porzellan-Manufaktur Nymphenburg im Nymphenburger Schloss in München, um mir die Escada Kollektion Herbst/Winter 2014/15 und eine Capsule Collection mit Nymphenburg anzuschauen. Rosafarbene Ballons wiesen den Weg in herrschaftliche Räume mit großzügigen Flügeltüren, opulenten Kronleuchtern und – natürlich – Nymphenburger Porzellan. Ich rechnete mit einer Katastrophe – bisher konnte ich mit der Mode des börsennotierten Modehauses aus Aschheim so gar nichts anfangen. Altbackene Schnitte und überladene Prints prägten meinen Eindruck von Escada.

Designer Daniel Wingate krempelte mit dieser Kollektion meine Ansicht um.

Escada Herbst/Winter 2015

Die Kollektion in einem Satz: 70er Jahre meets Lady Chic

Die Looks: Die knackig geschnittenen Boot Cut-Hosen mit bodenlangem Schlag zu kastigen Kurzjacken in intensiven Farben oder rauchigen Pastelltönen wirken durch das Styling extracool: Zarte Foulards, die um den Hals geknotet werden, kombiniert mit einem glitzernden, breiten Kropfband. Neben den maskulinen Hosenanzügen zeigt Escada natürlich auch Glamour, aber mit geschickten Brüchen. Dekorative Schmucksteine als Knöpfe nehmen Blazern die Strenge. Mit Brokat veredelte Kleider werden zu lässig gewickelten Strickjacken kombiniert. Fließende, hochgeschlossene Neckholderkleider entfalten erst bei Anblick auf die geschlitzte Rückensicht ihre Pracht.

Location: Nymphenburger Schloss

High-Light: Das Styling. Neben den schon erwähnten Foulards hat mir die Idee sehr gut gefallen, Knöpfe durch simple, schwarze Bänder zu ersetzen. Als Stylistin war übrigens Veronika Heilbronner engagiert, die bei Escada als “ehemalige Harper’s Bazaar-Redaktuerin” bezeichnet wird – scheinbar gibt es also einen weiteren Wechsel in der Redaktion des Luxus-Magazins.

Low-Light: Eine rosafarbene Abendrobe mit angedeutetem Korsett und Ziernähten, die verloren am deutschen Model Esther Heesch hing. Aber moderne Damen tragen zur Abendveranstaltung ja sowieso einen Jumpsuit oder Hosenanzug.

Kunden, die diese Kollektion mögen, mögen auch: Dorothee Schumacher

Steht Frauen wie: Die knallengen Schlaghosen verlangen natürlich nach schmalen Endlosbeinen. Aber fließenden Kleider und die Kombination aus Bluse und hoch sitzendem, engem Maxi-Rock , sieht auch an Curvy Girls fantastisch aus

Talk: Fotoverbot! Schon im Vorfeld wurde auf das ausdrückliche Fotografie-Verbot hingewiesen. Vor Ort hielten sich dann fast alle (außer Kathrin) daran. So konzentrierten sich die Gäste vollständig auf die Mode Continue reading “Escada. Eine Katastrophe?”