Modepilot testet: Öko-Jeans von goodsociety

Jeans sind ein Modeklassiker. Irgendwie sind sie jede Saison neu und anders. Deshalb kauft man auch immer wieder neue. Sicher ist: Kaum ein anderes Bekleidungsstück hat sich in seiner Geschichte so sehr gewandelt. Von den Jeans der 50er Jahre, die steif und hart waren, sind wir heute Lichtjahre entfernt. Jeans sind heute weich und angenehm zu tragen, sie sind vorgewaschen, gebleicht, abgeschabt und teilweise sogar repariert, wenn wir sie neu kaufen. Eine Jeans “eintragen”, das muss heute niemand mehr. Aber dieser Komfort hat seinen Preis – vor allem für die Umwelt.

Schätzungen sprechen von 8000 bis 10000 Liter Wasserverbrauch pro Hose aufgrund des wasserintensiven Baumwoll-Anbaus. Dabei ist es völlig egal, ob es sich um Bio-, Organic oder 08/15-Cotton handelt. 100 Liter Wasser fließen nur bei der Waschung des harten Denims Stoffs in den Abfluss. Zur Erinnerung: Wasser wird das Gold der Zukunft sein. Wir haben weltweit einen Wassermangel, auch wenn es draußen vor der Tür in Strömen regnet. Die Denimhose gilt als Umweltsünder Nummer Eins unter den Kleidungsstücken. Neben dem immensen Wasserverbrauch sind zu erwähnen die Pestizide, die beim Baumwollanbau die Böden verseuchen. Nicht zu vergessen die Mitarbeiter, die beim Färben vergiftet oder beim Sandstrahlen der Hosen an der Lungenkrankheit Silikose sterben. Auch zu berücksichtigen ist die schlechte CO2-Bilanz, die bei dem Transport (zwischen 20.000 und 60.000 km) von einer Fabrik zur nächsten anfällt, und auch die problematische Entsorgung der in der Hose enthaltenen Chemikalien, die zum Großteil unser Grundwasser verseuchen.

Sich eine Bio-Jeans zu kaufen, macht also wirklich Sinn und verschafft auch uns Mode-Fans ein besseres Gewissen. Ich durfte nun ein Exemplar der Marke Goodsociety testen. Ich kannte die Brand ehrlich gesagt vorher nicht. Bei Öko-Jeansern denke ich immer an Nudie und Kuyichi. Aber ich bin sehr froh, dass ich nun ein weiteres Label kenne. Ich habe die Hose rund sechs Wochen intensiv getestet, gewaschen, über Tage hinweg am Stück getragen. Ich habe sie sogar gekürzt und am neuen Beinabschluss rumgekratzt. Sprich, ich habe diese Hose auf Herz und Nieren gepfrüft.

So sah sie aus, als ich sie von der Firma zur Verfügung gestellt bekam:

Modepilot-goodsociety-jeans-test-Fashion-Blog-Barbara-MarkertWer ist Goodsociety?

Goodsociety wurde 2007 in Amerika gegründet und hat heute den Sitz in Deutschland. Die Marke enstand aus der Überzeugung, Mode neu zu denken sowie Welt und Mensch in den Mittelpunkt zu stellen. Ziel ist: bestmögliche Produkte zu schaffen, die keinen oder nur einen geringstmöglichen Schaden erzeugen. Die Macher sagen selbst: “Arbeit verstehen wir als Möglichkeit das Leben in seiner gesamten Fülle zu genießen, in Veränderungen Chancen zu sehen und aufmerksam dafür zu sein, wie wir die Welt gestalten.”

Wie ist Goodsociety-Mode? 

Der Stil orientiert sich an einem minimalistischen Design, soll zeitgenössisch sein und hochwertige, natürliche Stoffe und Materialen verwenden. Für den Denim verarbeitet Goodsociety ausschließlich Baumwolle aus nachweislich zertifiziertem organischen Anbau. Es werden keine pestizid-intensiven oder genetisch modifizierten Baumwollerträge verwendet. Die Partner sind in Indien, Pakistan und der Türkei  und halten sich an die international gültige Richtlinien in Bezug auf ökologische Anbaumethoden. Die biologisch angebaute Baumwolle ist nach dem Global Organic Textile Standard (GOTS) zertifiziert. Das ist ein ganz wichtiges Gütesiegel, auf das man immer achten sollte.

Wie wird sie hergestellt?

Die gesamte Weiterverarbeitung der Baumwollfaser, von der Garn- und Stoffherstellung bis zur Veredlung, erfolgt in Italien. Da sämtliche Partner-Betriebe dort ansässig sind, werden die Transportwege auf ein Minimum reduziert. Durch die räumliche Nähe garantiert Goodsocity auch eine komplette Überwachung des Produktionsprozesses. In der Fertigung und Veredelung, so die Aussage, werden neueste Technologien angewendet, um den Einfluss auf die Umwelt auf ein Minimum zu reduzieren. Goodsociety verspricht einen geringen und sorgsamen Verbrauch von Chemikalien sowie einen sparsamen Einsatz frischen Wassers. Es werden kein Chlor, kein Kaliumpermanganat und kein FCKW eingesetzt. Zur Waschung werden Lasertechnik und die Ozontechnik genutzt. Das sind im Augenblick auch die bewähresten ökologisch schonenden Techniken.

Bei den Accessoires, wie Knöpfe, Labels und Etikette versucht die Firma auf recycelte Materialen oder auf von GOTS-zertifizierte Produkte zurück zu greifen. Verarbeitet werden ausschließlich vegane Materialien, die keine tierischen Produkte beinhalten. Alle Materialen werden zu über 95% in Italien hergestellt. Die Stoffe werden in Italien gewebt, gefärbt und veredelt und von lokalen Betrieben weiterverarbeitet. Markenlogo oder Etikett bestehen aus 100% recyceltem Polyestergarn, Hangtag aus GOTS zertifizierter Baumwolle, Knöpfe und Nieten aus bis zu 90% recyceltem Kupfer.

Um den CO2- “Footprint” auszugleichen, fördert Goodsociety die  internationale Umweltschutzorganisation Treedom beim Wiederaufbau von Waldbeständen und somit CO2-Absorption. Gemeinsames Ziel ist es, 100.000 Bäume zu pflanzen. Goodsociety analysiert mit Hilfe von Treedom auch seine gesamten Aktivitäten, um die Menge an der dabei entstandenen CO2-Emission zu messen und zu neutralisieren. Ein Viertel der Gewinne werden an Gruppen abgegeben, die aktiv gesellschaftliche Entwicklung und individuelle Freiheit fördern und die Natur schützen. Wie zum Beispiel die SA Foundation, die gegen Menschenhandel kämpft.

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Das war jetzt viel zu lesen. Aber Ihr seht: Da haben Leute mal ganzheitlich gedacht. Es bleibt nicht stecken in ach, nur Biobaumwolle, oder tja, nur Ozon-Waschung. Die Jeans von Goodsociety dürfen sich tatsächlich ein Siegel “Bio” oder “Öko” um den Hosenbund hängen. Hier glauben die Macher tatsächlich an die Welt und betreiben nicht nur Greenwashing.

Da geht mein Daumen schon mal klar nach oben.

Doch die schönste Bio-Jeans taugt nichts, wenn sie nicht sitzt oder unangenehm zu tragen ist. Deshalb kommt hier nun mein Trage-, Wasch- und Passform-Test. Wichtiger Hinweis: gestestet wurde das Modell Womens Slim Origami.

Mein Test-Urteil zum Material:

Das Origami steht für eine authentische Work- in-Look Waschung mit Kontrasten auf der Oberfläche und weichem Griff. Beides stimmt. Die Jeans ist butterweich und auch dehnbar dank eines leichten Anteils an Lycra. Die Hose kommt genau so butterweich wieder aus der Waschmaschine. Man muss sie also nicht extra weich bügeln (Das mache ich mit meinen anderen Jeans gerne.). Sie hat sich auch nicht verformt und leiert auch bei einer Woche Dauertragen nicht aus. Wow. Das ist wirklich toll. Das kann selbst eine umweltschädliche Jeans nicht immer.

Der wahnsinnige Komfort der Hose hat aber auch einen kleinen Nachteil. Nach sechs Wochen gibt es bereits starke Abnutzungserscheinungen. Das mögen nun viele cool finden, aber ich benutze meine Kleider immer sehr lange und sie müssen etwas aushalten. Als ich die Hose auf eine Dreiviertellänge abschnitt und den nun zu korrekt aussehenden Hosensaum etwas abschabte, reichte ein bisschen Bürsten, um den Vintage- und Used-Effekt wieder herzustellen. Teilweise habe ich sogar ein kleines Loch reingebürstet (wohl gemerkt mit einer alten Zahnbürste, nicht einer Stahlbürste). Der Denim ist wirklich sehr weich und fragil. Die Hose, so befürchte ich, wird, weil ich sie sehr schnell ins Herz geschlossen habe und nun viel trage, nicht jahrelang halten. Auch das werden sicherlich Viele gut finden, denn die Jeansmoden wechseln und man will ja auch immer wieder eine neue. Aber ich möchte meine Lieblingsjeans lieber sehr lange tragen.

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Mein Testurteil zur Passform:

Also, was soll ich sagen?! Ich hatte Glück. Mir passte die Hose wie angegossen von der ersten Sekunde an. Ich habe sie in meiner normalen Jeans-Größe bestellt. Perfekt. Der Bund ist schön hoch (Ich hasse Hüfthosen!) und auch an ausgeprägten Hinterteilen spannt nichts.

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Die Beinlänge war zu lang. Aber das ist ja kein Beinbruch, sondern eher gut. So kann jeder selbst seine Länge bestimmen.

Ein bisschen locker erscheint mit der Recycling-Knopf. Da befürchte ich, dass der mir irgendwann mal abfallen wird. Die Hosentaschen sind tief und das ist prima, denn Mütter haben immer viel in den Hosentaschen mit sich zu führen. Besonders gelungen finde ich auch das Finishing mit dem leichten, aber nicht übertriebenen Used-Effekt-Waschung.

Was kostet sie?

Der Preis liegt bei 169 Euro. Das ist für eine echte Bio-Jeans ein mehr als korrekter Preis. In der Jeans steckt Arbeit und die muss bezahlt werden.

Wo kann man sie kaufen?

Online bei Goodsociety. Und hier: Crema&Co in Nürnberg,  Villa Gaia in Rosenheim,  Soulid in Darmstadt,
Marlowe in Hamburg, Wertvoll  in Berlin und bei Glore in München und Nürnberg.
In Österreich bei Green Grounds in Wien und in der Schweiz bei Jeanslife in Winterthur

Fotos: Modepilot

Trends Sommer 2015: Weste

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Die Weste tauchte in den Kollektion von New York über London und Mailand bis nach Paris auf. Man kann also wirklich von einem Trend reden. Es ist ein Revival, denn vor ein paar Jahren waren ärmellose Mäntel “in”. Nun haben sich die Deisgner für den Sommer eine leichterer Variante ausgedacht. Dei Weste ist ein echtes Easy-to-wear-Teil, denn in der dargebotenen VIelfalt passt die ärmellose Jacke nicht nur zu allen möglichen Outfits, sondern sogar zu jeder Figur. In der langen Version kaschiert sie üppige Hintern und auch Hüftgold (siehe 3.1. Phillip Lim, Christian Dior).  In der kurzen akzentuiert sie das Outfit (siehe Sacai). Die Weste verleiht offen einen Hauch von Theatralik (z.B. Just Cavalli), in dem sie beim Gehen locker den Körper umspielt. In der geschnürten, gegürtelten Version bringt sie den Schuss Modernität und Fashion, der so manches “normales” Outfit aufwerten kann (z.B. Isabel Marant).

In meinen Augen beonders schöne und aufwendig gearbeitete Versionen dieses Trend hat Givenchy zu bieten:

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Hier die schönsten Modelle von den Laufstegen:

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Label to watch: Masha Ma

Masha Ma, die Chinesin, die an der Central St. Martins studiert hat und dort ihren Abschluss im Jahr 2008 beging, ist kein Neuling auf der Fashionweek und ich habe sie hier schon einmal vorgestellt. Nun war ich seit ein paar Saisons wieder bei Ihrer Show und bin begeistert, wie gut sie sich entwickelt hat.

Sie hat einige der wichtigen Trends dieses kommenden Sommers verarbeitet, wie Sport, Layering, hohe Taile und Hüften-Cut-Outs, aber sie hat dabei ihre eigene Handschrift beibehalten. Mir hat die Kollektion rundherum gefallen und ich hätte gerne das Sweat-Shirt-Kleid, wie auch Modell Nummer 2.

Masha Ma hat Alexander McQueen und auch bei Véronique Branquinho assistierte. Sie gründete ihr Label gleich nach dem Abschluss und arbeitet heute zwischen Shanghai und Paris. Ihre Mode wird in Mailand im Store Spiga 2 und auch bei Harvey Nichols in Hongkong verkauft. Eine Koop gab es kurz auch mal bei Yoox. Sie stand bei mehreren Wettbewerben im Finale und gewann 2009 einen chineischen Innovations Preis.

Die Masken sind übrigens schon fast ein Markenzeichen von Masha Ma. Sie hat sie auch schon in früheren Kollektionen verwendet.

masha_ma_ss15_Modepilot-Paris-Fashion-Blog

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Trend Söckchen im Pumps – Umfrage

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Ist der Trend schon vorbei oder noch nicht??? Also Söckchen in Pumps und Sandalen anzuziehen ist ein Schweltrend, so will ich das mal nennen. In Anlehung an Schwelbrand. Das ist also eine Modeerscheinung, die sich schon ewig hält, aber nie richtig zum Ausbruch gekommen ist, jedoch trotzdem immer mehr Anhänger findet.

Das Problem dieses Trends ist einfach: Es sieht kindisch aus und verkürzt die Beine. Zwei Sachen, die keiner will. Dennoch kann das mit den Söckchen gut aussehen und sogar richtig cool sein. Asiatinnen sehen in diesem Trend allerliebst aus und manche Fashionistas reissen damit ihr Outfit echt raus.

Sockchen klein

Aber oft finde ich es auch einfach nur überflüssig:

Modepilot-Socks-in-Pumps-Trend-Fashion-Blog

Auf alle Fälle wollte ich mich mit dem Schweltrend nicht wriklich anfreunden. Allerdings sind meine Unterschenkel auch überporportional kürzer als die Oberschenkel. Egal, das müssen wir hier nicht vertiefen. Viel mehr interessiert mich, ob IHR den Trend mitmacht.

Hier geht’s zur Umfrage:

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Note: There is a poll embedded within this post, please visit the site to participate in this post’s poll.

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Fotos: Catwalkpictures, Barbara Markert

Streetstyles zur persönlichen Fashionweek-Einstimmung

In New York turnt nun schon wieder die Fashionmeute rum. Wir haben hier in Paris noch etwas Schonzeit, aber ich will mich schon jetzt ein bisschen auf das Theater einstimmen und habe mir ein paar Streetstyles zusammengesucht, die wunderbar auf die Straßen von Big Apple passen könnten.

Modepilot-Streetstyle-Mode-Fashion-Blog Völliges Kraut-und-Rüben-Outfit und doch schaut es irgendwie gut aus. Wie man auf eine Idee kommt, so viel verschiedenes Zeugs durcheinander anzuziehen. Wow!

Modepilot-Streetstyle-Mode-Fashion-BlogGenau so stelle ich mir die coolen New Yorker vor!

Modepilot-Streetstyle-Mode-Fashion-BlogUnd so die Asiaten, die zur Fashionweek nach New York angereist sind.

Modepilot-Streetstyle-Mode-Fashion-BlogDort treffen sie dann auf solche perfekten Amerikanerinnen, die alles genau aufeinander abgestimmt haben.

Modepilot-Streetstyle-Mode-Fashion-BlogOder auch die harten Businessweiber,  die lieber Rauchen als Essen!

valentino_vss14_0624Auch das ist für mich ein US-Outfit: Sunshine Mädel im Casual-Look.

Modepilot-Streetstyle-Mode-Fashion-BlogSo schauen New Yorker gerne mal aus. Das stylische Spießertum!

Modepilot-Streetstyle-Mode-Fashion-BlogUnd das sind dann die, die drüber stehen. Über alles und vor allem über der Mode!

Modepilot-Streetstyle-Mode-Fashion-BlogSolche Hosen sucht man auch in Deutschland vergebens. So was tragen nur New Yorker und Pariserinnen.

Modepilot-Streetstyle-Mode-Fashion-BlogUnd so stelle ich mir amerikanische Bloggerinnen vor.

Modepilot-Streetstyle-Mode-Fashion-BlogUnd der würde ich gleich ein Engagement in Hollywood geben.

Ach, das tat gut. Ich muss mich noch etwas steigern, aber langsam komme ich in Fashionweek-Laune.

Fotos: Catwalkpictures, Barbara Markert

Streetstyling: Pulli halb anziehen

Das hier ist ein Streetstyle und auch ein Streetstyling der besonderen Art. Schaut mal genau hin.

Modepilot-Streetstyle-Pulli halb angezogen

Dem Mädel ist kalt, aber irgendwie will sie sich ihren Pulli nich ganz überstreifen, sondern nur an den kalten Armen. Also zieht sie ihn nur vorne an und holt den Ausschnitt über den Kopf. Ob das nun gut aussieht, überlasse ich Euch. Continue reading “Streetstyling: Pulli halb anziehen”