Paris Fashion Week: Dior Runway Report

Da liege ich mit Schnupfen, Kopfschmerzen und Halskratzen in meinem Bett in München und Parisoffice bittet mich um den Runway-Report zu Dior, weil in Paris wohl die Hölle los ist. Let’s try!

Ist ja nicht so, als würde ich nicht auch im schlimmsten Delirium die Paris Fashion Week verfolgen. An dieser Stelle: Danke für die guten Videos auf Instagram, Gio! Aufmerksam stelle ich fest, dass da jemand plötzlich fröhliche Knallfarben für Sommer 2014 präsentiert  – hey, das war so nicht abgesprochen! Sollte etwa das Saying, niemals Modetrends vor Paris (immer die letzte Modewoche) formulieren, Gültigkeit behalten?

Ja und nein: Denn auch in Paris gab es bislang viel Schwarz und viel bauchfrei zu sehen, wie auf den anderen Fashion Weeks zuvor. Und auch die steifen und/oder körperfernen Tops gab es wieder, auch die Keyhole-Cutouts. Volantröcke, geschlitzte Röcke und die nicht zu zuckrigen Pastellfarben. Nur Raf Simons, Dior-Chefdesigner, meinte, die Farben noch einmal knallig aufleben zu lassen…

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Abgesehen von den Confetti-Effekten (siehe völlig missratenes Kleid in Hellblau unten), mochte ich seine bauchigen Seidenröcke, die auf halber Oberschenkellänge schmaler werden. Und zu rauchigem Flieder finde ich ein knalliges Orange durchaus angemessen.

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Fotos: Dior

Die Ich-hab’s-eilig-Mode von Opus

Vor rund eineinhalb Wochen hat in Frankreich wieder Schule begonnen. Der geneigte Stammleser weiß, dass ich Mutti eines Kleinkindes bin, das eingeschult ist. Mein Knirps, inzwischen 3,8 Jahre alt geht in die zweite Klasse der Ecole Maternelle / Mütterliche Schule. Das soll irgendwie so eine Art Kindergarten sein, aber spaßig ist in meinen Augen was anderes. Um 8:20 Uhr ist pünktlich das Kind abzugeben, 8:30 h schließen sich die Tore und man guckt mit dem Ofenrohr ins Gebirg’. Sprich, das Tor geht auf, eine Hand kommt raus, zieht das Kind nach innen und das Tor schließt sich wieder. Fazit: Man muss pünktlich sein. Das bin ich aber nicht und außerdem ein Morgenmuffel erster Güte.

Letzes Jahr habe ich eine Vogel-Strauß-Politik betrieben, ich schlüpfte in irgendein Outfit, was sich auf dem Stoß neben meinem Bett türmte und los. Sozusagen: TV-Kuschelhose trift Fleckenpulli über Pyjama-Oberteil zu ausgelatschten Ballerinas. Kopf einziehen und schnell wieder nach Hause zum Umziehen. Inzwischen kenne ich aber alle diese Pariser Mütter, die schon morgens um 8 Uhr wie aus dem Ei gepellt aussehen. Sorte rot lackierte Nägel, perfektes Make-Up, Lippenstift, High Heels, Stiftrock zu Kenzo-Sweater und Balenciaga-Tasche. Ich kann also nicht mehr den Schluffi spielen, ich brauche ein Allday-Morning-Outfit, das schnell angezogen ist und gut ausschaut. Genau zum Zeitpunkt der So-kann-es-nicht-Weitergehen-Erkenntnis kontaktierte uns Opus Fashion. Ich kannte die Firma nur von Anzeigen im Internet und einmal über deren Angebot geguckt, stellte ich fest, dass die Mode für eilige Mamas wie gemacht ist. Alles in der Kollektion ist irgendwie in Grau, Schwarz, Weiß oder eben Jeans. Alles Farben, die wir eh jeden Tag tragen. Ich erwählte also das Outfit-Modell Dorlene und  …

Bildschirmfoto 2013-09-22 um 23.05.48 … machte den Modepilot-Schnell-Anzieh-Test.

Babyoffice und ich veranstalten jeden Morgen ein Rennen. Wer ist schneller angezogen. Er gewinnt IMMER. IMMER. I-M-M-E-R!!!! Naja, ich leg das Zeug ja auch alles morgens für ihn zurecht und Papa hilft beim Anziehen. So, also Freitag morgen hatte auch ich mich vorbereitet. Mit dem neuen Opus-Outfit. Das ist der Startblock:

Modepilot-Test-Opus Fashion

Eins, Zwei, die Uhr läuft:

Unterhose und den anderen Schmarrn für Untendrunter, dann Hose Enja. Ups, ein bisschen zu lange, krempeln. Schnell, die Bluse Flee, schneller, schneller, Strickjacke Dorlene, und drüber Schal Anouchka. Ich bin bei 2:33,3 Min. Schnell, schnell, von drüben schreit Babyoffice, dass er gleich fertig ist. Schnell, Socken, Schuhe, Bad-Hair-Day-Mütze Ariela auf den Kopf gezogen, denn dann muss ich nicht die Haare kämen.

FERTIG! 3:14,4 Min. Ha! Und Babyoffice? Mit Papas Hilfe kam er auf 3:29,1 Min.

ICH HABE GEWONNEN!

Aber das Beste ist: Ich fühle mich, wie in den Klamotten aus meinem Schluffi-Kleiderstoß. Die Bluse und die Jacke sind so super weit, dass alles, was versteckt werden soll, auch versteckt ist und zudem alles an meinem Körper runterfließt. Die Hose hat zwar nur 1% Elasthan, aber sitzt wie eine Jogginghose. Nichts zwickt. Auf die Hose muss ich eh noch mal eingehen, denn die geht bis zur Taille hoch. Genaus das will ich. Habe ich schon erwähnt, dass ich Hüfthosen hasse? Auf der Hüfte, jaja, das mag sexy aussehen, ist aber unbequem in meinem Augen.

“Mama?? Wo bleibst Du?” Babyoffice ist schon auf dem Weg. Also Treppe runter. Hier seht Ihr mein Outfit von vorne mal. Schaut doch aus wie vom Werbebild, oder?

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Ein weitere Überraschung ist der Loop-Schal. Ich hatte mich bis dato immer geweigert, so was zu kaufen, denn ich fand, das ist ein Schal für Leute, die nicht wissen, wie man einen Schal bindet. Quatsch. Das ist DER Schal für Leute ohne Zeit! Über den Kopf gezogen, fertig. Dauert 7 Sekunden.

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So und hier sind Babyoffice und ich schon auf der Straße in Richtung Schule. Und wir sind just in time!

Fotos: PR, Mamaoffice (2), Papaoffice (2)

Kate Moss walked in Weitzman-Boots

Da kann Naomi auf den Catwalk zurückgekehrt sein und Anja Rubik die schönsten und längsten Beine der Welt haben, aber wenn Kate Moss den Kopf zurückwirft und lächelt, dann ist sie mal wieder die Königin aller Models. In dem neuen Stuart Weitzman Spot wird Moss es zu langweilig, im Stau zu stehen und läuft lieber. Nicht nur, dass ich dieses britischen Akzent liebe, auch wie sie da durch die Straßen flitzt und alle sich nach ihr umdrehen, das ist für mich perfektes Werbekino.

Ich würde mich auch umdrehen und die flachen Lack-Overknees will man doch sofort auch haben. Ich muss da nur erheblich an meinen Oberschenkeln und dem Hintern arbeiten. Übrigens klickt mal die Webpage oben unter dem Link an. Da gibt es auch ein ganz herrliches Bild von Kate.

Video: Stuart Weitzman

Sommertrends 2014: Naturtöne

Die Fashionmeute zieht heute wieder weiter nach Mailand und wir fahren munter fort, die Trends der kommenden Sommersaison herauszukristallisieren. Und da liegen Naturtöne ganz weit vorne. Sowohl in New York, als auch in London setzte man auf diese Klassik-Farben wie Beige, Sand, Mahagoni, Rost, Terracotta, … Zu Diane von Furstenbergs Kork-Anmutung komme ich noch mal extra.

Die Designer gehen mit diesen Farben auf Nummer sicher. Das wird gekauft. Wie ich gerade lese, ist man in Europa und auch in den saturierten asiatischen Ländern etwas Luxus-müde geworden, da ist ein weniger Bling Bling und ein sicherer Modewert in Beige oder Sand besser und wird sich eher verkaufen als wilder Muster.

Hier die bis dato besten Modelle. Ich denke, die Fashionweek in Mailand wird hier einiges zu ergänzen haben.

burberry_prorsum_ss14_142Burberry Prorsum

daks_ss14_010Daks

tibi_ss14_076Tibi

diane_von_furstenberg_ss14_054Diane von Furstenberg

organic_by_john_patrick_ss14_082Organic by John Patrick

Modepilot-nicholas_k_ss14_094Nicolas K.

josie_natori_ss14_021Josie Natori

lacoste_ss14_008Lacoste

marios_schwab_ss14_072Marios Schwab

Fotos: Catwalkpictures

Sunday Fashion Talks

Sundays Fashion Talks Modepilot

Runway-looks für Sommer 2014 von 3.1 Phillip Lim, Alexander Wang, Diane von Furstenberg (v.l.n.r.)

Sonntagnachmittag und während viel zu groß gewachsene Kinder in die gegenüberliegende Schule gehen (an einem Sonntag?!) treffen sich die Fashion-Girls im Pavesi-Café auf der Münchner Türkenstraße und lassen die New York Fashion Week und die Entwicklung in der Mode Revue passieren.

Für die Mode im Sommer 2014 werden die Kreuzchen bei Weiß, Schwarz (also Sieger nicht nur in der Politik) und bei anderen unbunten Farben wie Pastell, Rost und Grau gesetzt. Soweit so gut, aber was passiert nur mit der Silhouette? Als Frau, die sich gern weiblich kleidet, bleibt uns das Warten auf die Mailänder Modewoche oder das Festhalten an Labels, die weniger fast forward sind, wie beispielsweise Michael Kors oder Diane von Furstenberg (all time favorite). Die jüngeren Designer (Wang, Lim, Proenza Schouler) schneidern für eine andere Zielgruppe, eine andere Weiblichkeit. Julia Werner und ich lieben die von Dolce & Gabbana gefeierten Rundungen und blicken leicht irritiert auf geschweißte Neopren-Tops und körperferne Shift-Kleider mit Laser-cut. Ja, es scheint, schwierig dieser Tage innovativ und frauenliebend Kleider zu entwerfen. Immerhin schaffen es die Könner von Proenza Schouler und Wang, die Kastenform mit Taille zu verbinden. Doch würde man die Looks tatsächlich kaufen, in denen man entweder wie ein Möchtegern-Teenager (Wang) oder hart (Proenza Schouler) oder sogar unförmig wirkt? Wir finden nein.

Bleibt Victoria Beckham, die die neue Kühle für uns tragbar macht, weil ihre Entwürfe auch sinnlich sind. Keiner und keinem gelingt der Spagat besser: modisch relevant und kreditkartenzückend. Applaus von der Pavesi-Bank!

Victoria Beckham Summer 2014 Modepilot

Fotos: catwalkpictures