Auftritt für ein Kultobjekt: das LBD

Paris. Im Mona Bismarck American Center for Art & Culture. André Leon Talley. Die ganze Fashion Crowd. Und alles dreht sich ums LBD. In der grandiosen Ausstellung „Little Black Dress“  – die Fashion-Guru André Leon Talley, Editor des US-Vogue-Magazins, eigentlich originelly für das Savanah College of Art and Design konzipiert hat – wird die Geschichte des kleinen Schwarzen erzählt. Rund 50 LBD aus der International Best Dressed List sind zu bewundern (u.a. von Marc Jacobs und Renée Zellweger) und so ganz nebenbei sieht man, wie die Designer das schwarze Kultstück immer wieder anders interpretieren – neue Materialien verwenden, extravagante Details hinzufügen, die Shapes verändern und den ganzen Look variieren.

Warum gerade das kleine Schwarze eine solche Erfolgsstory hingelegt hat, bringt André Leon Talley auf den Punkt: „Das LBD unterstreicht zu jeder Zeit die Freiheit und Individualität seiner Trägerin.“ Besser hätt’ ich’s auch nicht sagen können!

Der nicht endende Hype um das Kleid in Schwarz ist jedenfalls Anlass genug, um sich einmal ausführlicher mit diesem unverzichtbaren, zeitlosen, stilvollen und legendären Kleidungsstück zu beschäftigen. Als Auftakt erst einmal meine Lieblings-LBD’s aus den Kollektionen.

Auch ja: Die Ausstellung (Eröffnung morgen, am 3.8.13) ist noch bis 22. September im MBACfAaC zu sehen.

In welchem LBD würdet Ihr sofort ausgehen? Ich schwanke zwischen Dior und Christophe Josse …

Chanel:

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Christian Dior:

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Christophe Josse:

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Jill Stuart:

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Kaviar Gauche:

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Valentino:

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Manish Arora:

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Fotos: catwalkpictures/Modepilot;  PR

Haute Couture – die letzten Großen

Hier kommt wie versprochen noch der letzte Teil zur Haute Couture Woche mit den Schauen der “großen” Häuser, die noch nicht abegfeiert wurden. Los geht’s.

1. Giambattista Valli: Der hat sich Porzellan-Manufakturen als Inspiration genommen und heraus kam eine Kollektion voller Lieblichkeit. Der letzte Part ist Meissen gewidmet und die bestickten Blumen sehen aus, wie auf dem Porzellan. Eine wie immer sehr romantisch und auch eher klassische anmutende Kollektion.

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2. Viktor & Rolf: Sie machten ihr Haute Couture Debüt und zwar ganz in Schwarz. Dabei sah man typische Viktor & Rolf Schnitte, viel Volumen und Gefüttertes. Alles, für was die Marke steht. Und das auf konzeptionell gedreht. Sehr interessant.

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3. Versace: Hier hatten wir bisher nur über den Gossip geredet um Naomi. Doch auch die Mode verdient ein Blick, denn hier integrierte Donatella Dessous in Mode und das ist typisch sexy Manier. Toll auch die Taillenbetonung durch die Stickereien in Bild 2.

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4. Stephane Rolland: Ich kann mich nur immer wieder holen: Die große Show einer modernen Haute Couture mit den typisch schmalen Silhouetten und der Konzentration auf Uni-Farben.

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5. Valentino: Das war diemsal sehr interessant, da sich die Kollektion sehr auch auf Tagesmode stützte. Die sehr schlicht, fast schon extremst klassisch manchmal rüber kam. Die Farbpalette war von Braun-Tönen dominiert. Dicke schwere Winterstoffe und dazu viel Brokat in warmen Herbstönen. Wie immer einer der besten Kollektionen.

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6. Alexandre Vauthier: Er wieß einfach, wie man moderne und rockige Haute Couture macht. Saint Laurent muss gar nicht zurück kommen, den Vauthier besetzt mit Bravour seit Jahren eine Haute Couture aus Damensmiking und ihre Deklination in sexy Kleidern.

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7. Altermeister Giorgio Armani und seine Privé Collection: Die sah am Anfang aus wie wieder aufgelegtes Archivmaterial aus den 80ern und wurde erst gut bei den Abendkleidern. Die zeige ich nun auch. Denn vieles war einfach nur gestrig.

giorgio_armani_prive_caw13_0079 giorgio_armani_prive_caw13_0091 Modepilot-Haute Couture-Winter 2013-Mode-Blog8. Margiela Artisanal: Das begann hochmodern mit Hosen und Hasute Couture fremden Materialien und wurde dann immer mehr couturig, wobei sehr viel Arbeit auf die Masken der Models verwendet wurden, die am Ende klare Museumsstücke sind. Leider sterben ja Maskenbälle aus. Hier hätte man diese Schmuckstücke gut ausführen können.

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9. Jean-Paul Gaultier: Auch er guckt zu sehr ins Archiv. Ich hatte massenhaft ein Deja-Vu und was hier nun zu sehen ist, sind die Highlights. Bitte keine Rückblick-Kollektionen mehr, Jean-Paul. Das können Sie besser!

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Fotos: Catwalkpictures, Parisoffie / Modepilot (2)

Haute Couture Frisuren bei Gaultier

Die Kollektion war erneut mal wieder sehr Jean-Paul Gaultier schaut zurück auf seine Errungenschaften. Daher konzentriere ich mich hier mal auf die Frisuren, denn die waren der Bringer.

1. Leo-Haare

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2. Waffel mit Softeis

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Super, oder?

Fotos: Catwalkpictures

Haute Couture: Dior

Ich habe mich ein bisschen gedrückt um Dior, weil ich es erst ein bisschen setzen lassen wollte. Und das war auch gut so, denn nach mehreren Draufblicken habe ich meine Meinung geändert.

Raf Simons hatte als Thema vier Kontinente, nicht 5, sondern nur 4 Kontinte. Und aus diesen Kontinenten nahm er typische Kleidungsstile und übersetzte sie in eine Dior Haute Couture Kollektion. Das ist erstmal ein interessanter Ansatz.

Auf den ersten Blick hatte ich dennoch Probleme mit dieser Kollektion. Da waren diese “Ach-da-drapier-ich-mal-was-hin-und-zeig-Haut”-Modelle, die so völlig Un-Dior waren in meinen Augen.

Modepilot-christian_dior_-Haute Couture-Mode-BlogDoch es wurde besser:

Hier unten finde ich die Umstetzung schon sehr viel mehr gelungen.

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Das (unten in Schwarz) ist mir zuviel Haider Ackermann statt Dior.

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Und hier unten denken wir uns einfach mal das Oberteil weg, dann passt es auch wieder. Den Rock an sich finde ich SUPER:

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Jetzt kommen wir dann zu langsam zu den Teilen, die zeigen, dass Raf Simons am richtigen Platz sitzt, um ein altes Haus zu modernisieren. Hier kommen Modelle im Stil Diors mit ganz neuen Stoffmaterialien und Ideen.

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Die klassichen Kostüme werden überarbeitet in Layer-Techniken:    christian_dior_caw13_0057 christian_dior_caw13_0053Hier haben wir echte Klasse!

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Auch dieses Modell finde ich ganz toll, weil es durch die Farbgebung und die Fransen einen anderen Look bekommt.

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Und hier greift Simons eine Idee aus seiner Monte-Carlo-Cruise-Kollektion auf, wo er diese seitlich geknöpften Röcke einführte

Modepilpot-Dior-Haute CoutureKommen wir zu den Abendroben, die trotz neuer Materialen sehr klassisch im Schnitt bleiben und alle durchaus Red-Carpet-fähig sind.

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Fazit: Es ist eine Kollektion auf den zweiten Blick, dann aber überzeugt sie klar durch ihre Innovationsfreude.

Fotos: Catwalkpictures

Haute Couture: Elie Saab

Elie Saab ist eine sichere Nummer: Man kann davon ausgehen, dass sein Schau bezaubernd sein wird, das die Roben uns träumen lassen und dass alle Models wie Prinzessinen aus dem Märchen aussehen. Seinen kleine Kehrtwende in die Tagesmode, die vor einigen Saisons zu sehen war, hat der Libanese wieder völlig aufgegeben. Von ihm will man die Roben für den Roten Teppich, in denen man zu 100% toll aussieht und keine einzige Kritik einstecken muss. Saab Roben liefern nun mal die Sicherheit, schön auszusehen. Und mehr gibt es dazu auch kaum zu sagen. Ich lasse Bilder sprechen:

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Kommen wir zur Braut: Die war diesmal spektakulär, aber das Motto dieser Schau lautete auch: Royal Wedding. Die Braut schaut aus wie eine Königin und die Brautjungfern wie aus dem Märchen. Ach, schöne Haute Couture Traumwelt.

Man beachte bei dem Video, dass bei mir auf den billigen Plätzen aller ihr Smartphone zücken und aufstehen, um es festzuhalten. Manchmal hat es auch Vorteile in der alllerletzten Reihe zu sitzen ;-)

Hier die Braut als Bild, geknipst von Etienne, der natürlich einen super Platz hatte.Modepilot-elie_saab_caw13_0135

Und als Abschlussschmankerl gibt es dann noch den Schlusslauf:

Fotos: Catwalkpictures, Videos: Parisoffice / Modepilot

Haute Couture: Chanel

Ich weiß, heute ist der letzte Tag der Haute Couture, aber ich sitze hier siet Tagen an einem Text neben den ganzen Schauenterminen und statt nachts zu bloggen, muss ich schreiben. Aber nun kommen erstmal die ganz Großen, damit Ihr im Bild seid, was hier die letzten Tage ablief.

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Also, hier kommt Chanel. Mit einem spektakulären Setting in Form eines alten Theaters mit dementsprechend leicht schmuddeligen Vorhang. Dahinter sah man durch ein Baustellenloch auf eine futuristische Skyline.

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Lagerfeld, der gerne nach Asien schaut, sagte zu seinem theadralen Aufbau: “Es ist der Weg von der alten zur neuen Welt.” Das ist nun vielschichtig auszulegen: Alte Welt = Europa, neue Welt = Asien, Südamerika? Dort gibt es solche Städte und dort werden ohne Rücksicht auf Verluste alte und schöne Viertel dem Erdboden gleichgemacht. Könnte es gar sein, dass Lagerfeld hier eine leichte Kritik übt. Nein, das ist eher unwahrscheinlich. Die Kollegen von Style.com sahen im Setting auch eine Hommage an Metropolis von Fritz Lang, das in einem kleinen Auszug noch bis letzten Woche in der eher mäßigen Deutschland-Ausstellung im Louvre gezeigt wurde. Die Exposition bekam viel Kritik und das zu recht. Eine super mäßige Ausstellung, die da geboten wurde, aber wo eben auch Fritz Langs Meisterwerk in einem kleinen Ausschnitt zu sehen ist. Gab das Lagerfeld die Idee?

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Wie auch immer, kommen wir zur Mode: Und die war typisch Chanel. Der geneigte Leser weiß, dass ich der Meinung bin, dass Lagerfeld immer eine gute und dann eine schlechte Kollektion abliefert. Das war in meinen Augen mal wieder eine Gute, weil sie echt schöne udn tragbare Sachen lieferte. Die kurzen Minis sind die klare Ansage, dass man auch in der Haute Couture lieber Frauen wie Diane Kruger bedient, denn Meryl Streep.

chanel_caw13_0006 chanel_caw13_0009 Modepilot-Chanel-Haute Couture-Winter 2013-Fashion-Blog chanel_caw13_0062 Aber diese dicken Gürtel zu den kurzen Röcken plus die diesmal wirklich beeindruckenden Tweedjackets und die Whole-Leg-Stiefel – das hat schon was.Die ganze Kollektion ist viel lässiger als sonst. Dieser leichter Dreh zum Bobo-Schick à la Isabel Marant gedreht auf Haute Couture gefällt mir.

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Minis gab es nun gleich im Dutzend. Aber ich entschuldige die Redundanzen inzwischen, weil Lagerfeld und auch Armani in ihrem Alter das Budget haben und die Alters-Sanftheit, viele Stücke zu produzieren und wenige aus dem Defile zu schmeißen. Je älter der Designer, desto mehr Modelle auf dem Laufsteg. Das kennen wir schon.

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Kommen wir zur Abendmode, die ich weniger innovativ fand, als die Tagesoutfits, aber die eben immer sein müssen, um die ganzen Stars auf dem roten Teppich ausstatten zu können.  Die Modelle oben sind in meinen Augen die Highlights, vieles ansonsten sah aus wie aus den vergangenen Saisons.

Modepilot-Chanel-Haute Coture-Fashion-BlogKommen wir zum Schluss noch zu diesem Mantel, der meiner Meinung nach ein Paradestück für Haute Couture ist. Schaut mal genau hin, der ist unten nach außen gedreht und der Stoff geht, allerdings schmaler wieder nach oben. Das ist ein Wahnsinnsteil an Ideen, Verarbeitung und Schnitt. Das ist echte Haute Couture.

Zum Abschluss noch ein kleiner Blick auf die Braut, die in Weiß über das Abbruchgelände hinwegsteigt, geführt vom Meister selbst.

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Fotos: Catwalkpictures