Neue Online-Shops: Edited, Just One Eye, RESEE, Valery Demure

Mit den Online-Shop-Angeboten ist ein bisschen wie mit den Läden in der City. Nach der ersten Welle der Pioniere hat man sich seine Lieblinge erwählt, die man immer wieder anklickt und die anderen lässt man außen vor (siehe auch unsere Auswahl “Online-Shopping” rechts in der Menu-Leiste). Doch immer mehr Angebote drängen auf den Markt. Wir sind in der Marktphase der Mee-to und Nachfolgeprodukte. Nicht alle haben dabei ein interessantes Konzept. Diese hier haben wir ausgewählt, weil sie uns “besonders erscheinen.

1. Just one Eye

Just One Eye will, wie der Name schon sagt, eine ganz besondere Auswahl an Produkten liefern und ist ein mix aus Boutique, Showroom und Art Gallery. Handverlesen werden hier nicht nur Mode-Produkte berühmter Designer, wie Valentino, Chloé, Paco Rabanne, Proenza Schouler sondern auch der Upcoming-Stars wie Alexandre Vauthier, Yiqing Yin und Anthony Vaccarello dargeboten. Gleiches gilt für den Schmuck, von z.B. Wilfredo Rosado und Hoorsenbuhs, wie auch bei den Möbeln und auch der Kunst. Hier sind im Angebot bekanntere und unbekanntere Künstler. Die Range geht von Marilyn Minter, Noboyushi Araki bis zu Andy Warhol, Damien Hirst und Murakami. Der sehr ausgefallene wie ebenso selektive Shopping-Kanal wird unterstützt inhaltlich durch den Blog ‘The Chronicles’, wo man Interviews mit Designer und Künstlern finden kann.  Der Shop kommt aus Los Angeles und ich finde, das sieht man irgendwie auch. Dahinter steht einen, die den Handel kennt: Paola Russo war früher Modedirektorin des Maxfield Stores in L.a. und ist ein big buddy der Olsen-Sisters, daher gibt es natürlich auch The Row im Angebot ;-)

Hier mal einen Einblick, was es bei Just one Eye so alles gibt:

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Mode und Accessoires: Proenza Schouler Tassel Clutch

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Kunst: Guido Mocafico, Schlangen 8 von 2003

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Design und Möbel: Antike Silber-Kerzenständer

2. Edited

Edited ist ein Neuzugang aus Deutschland und dahinter steckt der Otto Versand, der mit seinem Geheimkonzept “Collins”, dessen Launch ständig verschoben wird und für Anfang Mai geplant war, Großes vor hat. Edited ist sozusagen der Online-Shop zum Warmlaufen vor dem Start des eigentlichen neuen Collins-Shop.

Zum Projekt Collins würde ich gerne ein paar gute Infos ziteiren, die ich auf er Website Onlinehändler-News gefunden habe:

Nach einem Jahr Vorbereitung und Investitionen in Millionenhöhe hat die Otto Group heute ihr neues Online-Projekt „Collins“ vorgestellt. Im Konkurrenzkampf mit Zalando, Amazon und seit neuestem auch Asos, soll Collins dem Unternehmen Otto neue Marktanteile bringen. Collins startet zunächst mit den Online-Shops About You, Edited und Sistersurprise und zielt vor allem auf jüngere Kunden. Die neue Strategie von Otto setzt dabei verstärkt auf soziale Netzwerke, OpenCommerce und mobilen Apps.

Bis kurz vor Start des neuen Online-Shops Collins hatte sich Otto mit Informationen – wohl auch aus Angst vor genannten Konkurrenten – sehr bedeckt gehalten. Im Vorfeld war bekanntgegeben worden, dass ein Team aus rund 60 Mitarbeitern unter Leitung von Benjamin Otto, Sohn des Aufsichtsratsvorsitzenden Michael Otto, für das Projekt zuständig sei. Inzwischen ist die Mitarbeiterzahl rund um Collins auf 140 angestiegen. Zu Beginn hieß das Projekt „ANTEVORTE“ und wurde im März dieses Jahres in „Collins“ umbenannt. Im März startete der erste Online-Shop im Rahmen von Collins namens „Edited.de“. Heute kündigte Collins zwei weitere Online-Shops an: About You und Sister Surprise.

„Unser Ziel ist es, Shopping für die junge Generation so individuell und inspirierend zu gestalten, wie es ihre digitale Welt längst ist“, sagte Benjamin Otto heute zum Start.

So! Nun wisst Ihr, wer dahinter steckt und dass da ist viel Geld dahinter ist. EDITED richtet sich an die Käufer zwischen 18 bis 35 Jahren. Das Layout finde ich ansprechend, weil es sehr Themen orientiert aufgebaut ist und auch kommerzielle Labels in ein gutes Licht setzt. Klickt man auf die großen Blöcke findet man sich in einem Shop im Layout von Asos wieder. Unspetakulär, aber nützlich. Was gibt es zu kaufen? Ich zitiere aus der Pressemitteilung: “Von Mainstream-Mode über High-Street Fashion bis zu exklusiven und upcoming Brands sind alle erdenklichen Styles und Marken vertreten.” Ja, das stimmt.

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EDITED will zusätzlich zum Shop eine Community, über die sich textlich, bildlich und mit Videos Freundschaften knüpfen lassen, Kauftipps ausgetauscht werden können und individuelle Styling-Ideen geposted werden können. Außerdem gibt Second Hand-Section namens „Pre-Loved“, über die nicht mehr benötigte Stücke an- und verkauft werden können.

Modepilot-Online-Shop-Fashion-Blog-EDITED_Mood_highres_2Komplettiert wird dei Markenauswahl voraussichtlich ab Anfang Juni durch eine EDITED-Eigenmarke. Chefdesignerin Clarissa Labin wird jeweils zum Frühjahr/Sommer und Herbst/Winter auf höchst innovative Weise die neuesten Styles nach ihren Vorstellungen auflegen. Aber soweit sind die noch nicht.

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Edited hat in meinen Augen eine ganz ordentliche Markenauswahl, wie z.B. Schals von Becksöndergaard, Leon & Harper, Samoe & Samoe. Die Brandliste liest sich ganz gut.

3. Valery Demure

Gute Accessoires-Shops gibt es nicht so viele, aber Valery Demure gehärt auf alle Fälle dazu. Irgendwie bin ich bei denen mal auf die Newsletter-Liste gerutscht und seitdem bekomme ich deren monatliche Auswahl, bei der ich immer fast alles haben möchte. Der Shop ist nicht neu, wurde bereits 2005 gegründet, aber ich habe ihn erst vor wenigen Monaten entdeckt. Die Macherin, ein Profi aus der Public Relation Branche, hat ein Gespür für gute neue Labels und bietet eine wunderbare Auswahl zwischen High End und bezahlbaren Sachen an. Es gibt eine sehr persönliche Auswahl an seltenen, moderen und auch Vintage-Pieces internationaler Designer. Es ist ein Curated Shop und das merkt man, denn die persönliche Sichtweise dahinter immer spürbar.

Solche Dinge gibt es bei Valery Demure:

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Armreif Erickson Beamon: Memphis cuff

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Lizzie Fortunato:  Japanese cool necklace

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Les Petits Joueurs:  Love box clutch

4. ReSee

Als Re-See bezeichnet man die Showrooms, die direkt nach den Modeschauen stattfinden. Dort kann man die auf dem Laufsteg gezeigte Mode anfassen und en detail gegutachten. Diesen Wortbegriff haben die Macher dieses Online-Shops NICHT im Sonn gehabt. Sie nehmen das Wort: Re-See wörtlich und so gibt es auf diesen Shop ein Wiedersehen mit alten Kollektionen, die nicht mehr am Markt erhältlich sind. Aber es handelt sich meistens um Neu-Ware, aber auch um Gebrauchtes. Wer also sich in ein Teil aus  – sagen wir mal – der Jil Sander Raf Simons Kollektion von 2011 verliebt hat, aber damals zu blöd oder zu arm war, es zu kaufen, der kann hier fündig werden.

RESEE ist eine Idee von Sofia Bernardin und Sabrina Marshall, zwei Modeveteranen die vorher bei den Magazinen Vogue und Self Service arbeiteten. Daher ist der Shop auch sehr hübsch und modern gestaltet. Sabrina and Sofia haben Ahnung und das merkt man. Siehe diese Sachen:

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Woher komen die Sachen: Die beiden haben ein gutes Adressbuch und ein perfektes Netzwerd und suchen die ganze Welt nach diesen Perlen ab. Die beiden überprüfen alle Kleider und danach werden sie ansprechend geshooted. Natürlich kann man wie bei RESEE auch seine Sachen verkaufen, wer will.

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Fotos: Screenshots der Websites

Lasst uns mal über’s Waschen reden

Waschmittel Remedy Modepilot

Wäschewaschen ist so eine Sache, die man von zuhause mitbringt. Oder ist Euer Waschverhalten ein grundlegend anderes als das Eurer Mutter/Eltern?

Ich habe meine Mutter immer im Ohr, wenn mich eine neue Duftkreation von Lenor aus dem dm-Markt-Regal anlacht: “Weichspüler sind nicht gut für die Umwelt und die Textilfasern leiden auch darunter.” Als ich ein einziges Mal “Sahara” ausprobierte, hatte ich zwar gut duftende Wäsche, aber auch ein sehr schlechtes Gewissen. Auch verwende ich Waschmittel nur sparsam – gleicher Grund. Wenn andere nach frisch gewaschener Wäsche duften, dann gefällt mir das, aber ich habe auch die Befürchtung, dass diese Menschen bald einen Hautausschlag bekommen, weil viel zu viel Chemie in ihren textilen Fasern steckt.

"Remedy" von Laundry Detergent Project, 1 Liter kostet circa 13 Euro

“Remedy” von Laundry Detergent Project, 1 Liter kostet circa 13 Euro

Es ist an der Zeit ein eigenes Waschritual zu entwickeln. Ich kann nicht ständig an frühere Mitschüler denken, deren Mütter Waschpulver in riesigen Pappschachteln kauften und entsprechend viel Schaum und Duft produzierten. Auch ich möchte dauerhaft Duft in meinen Baumwollsachen haben und dafür habe ich jetzt “Remedy” (engl. = Abhilfe) vom Berliner Laundry Detergent Project. Gründer Matthias Schwach hat das zu 100 Prozent biologisch abbaubare Produkt mit einem dänischen Seifenproduzenten entwickelt und es duftet nach klassisch frisch gewaschen – nicht nach Persil im Übermaß, irgendwie eleganter. Und ich habe ein sehr gutes Gewissen, das ich weitergeben möchte.

Shop: Das Flüssigwaschmittel “Remedy” kann man bei laundrydetergentproject.com online kaufen: 1 Liter kostet circa 12,90 Euro, das 6-Monatsabo (1 Liter alle sechs Wochen = 4 Liter) hat den Vorteilspreis von 49 Euro. Nicht von der Duftsorte “Lavender-Mint” abschrecken lassen! Das ist das Zeug, von dem ich sprach.

Fotos: Kathrin Bierling/modepilot

Gucci: Luxus-Shopping im Internet

Was war das Teuerste, das ihr online für Bekleidung ausgegeben habt? Und, was war das Teuerste, das ihr jemals in einer Boutique auf einen Schlag bezahlt habt? Ich vermute, dass Generation X mehr in der Boutique und Generation Y (geboren Ende der Siebzigerjahre bis Mitte der Neunzigerjahre) mehr online gelassen hat. Modepilot ist ja so ein XY-Blog. Also X hätte vielleicht schon das Geld sich ein Outfit für 2000 Euro zu leisten, würde das aber nicht tun und Y hat vielleicht noch nicht das Geld, gibt es aber trotzdem schon einmal aus. Man ist es sich wert.

Gucci Rollkragenpullover Modepilot

Rollkragenpullover von Gucci: 750 Euro. Da dürfte selbst Y zucken. Andererseits ist die Zusammensetzung aus 67 Prozent Kamelhaar, 28 Prozent Kaschmir und 5 Prozent Wolle und auch die sich nicht wiederholenden, perfekt harmonisierenden Streifen das Geld wert. Für eine vorschnelle Kaufentscheidung braucht es dann aber doch den charmanten bis aufdringlichen Boutiquen-Verkäufer.

Genau genommen könnte dieser einen dann um den Jahresurlaub bringen, denn das ganze Outfit (1895 Euro ohne Schuhe) ist eine Verlockung. Es ist einfach perfekt:

Gucci Rollkragenpullover-Outfit Modepilot

Ich spüre eine Tendenz zurück zum Total-look. Das wilde Kombinieren und ach-so-individuell-gekleidet-zu-sein ist überreizt – das macht jetzt auch die Krankenschwester bemüht, die vor dem Eingang einer Fashion Show darauf wartet, von untalentierten Streetstyle-Fotografen (davon gibt es viele) entdeckt zu werden. Notfalls setzt sie sich noch Mickey-Mouse-Ohren auf – natürlich nicht von Maison Michel stammend.

Im Zuge dessen könnten die vielen, aufpoppenden Monoshops der Luxusmarken einen Hype erwarten. Vielleicht sollte es Rabatt auf den Total-look geben. So nach dem Motto: “Kaufen Sie Rollkragenpullover, Rock und Gürtel zusammen und wir runden auf 1500 Euro ab.” – zumindest für jeden VIP-Kunden. Das wäre jeder, der sich für den Newsletter einträgt. Nur so ne Idee… Dann würde man bei folgendem Outfit weniger auf die Idee kommen, sich nur den Bleistiftrock zu kaufen und Unterhemd und Schal anderweitig zu organisieren, z.B. aus dem eigenen Kleiderschrank:

Gucci Rock Modepilot Online Shopping

Gucci-Outfit: 2690 Euro minus schwarzer Schal, Seidentop, Pumps und Gürtel = 650 Euro für den Taillenrock aus Wolle mit Volants an den Seiten.

Und, damit sich das Luxus-Online-Shoppen durchsetzt, gibt es manches NUR noch online und nicht mehr in der Boutique, wie z.B. die die aktuellen Bambushenkel-Taschen in Blau (Bamboo-bags sind bei Gucci seit 60 Jahren der Klassiker) oder die “Soho”-Taschenkollektion in Apfelgrün. Meine jeweiligen Lieblingsmodelle sind diese hier:

Gucci Bamboo Shoho online exclusive Modepilot

Mittelgroßer Shopper “Bamboo”, circa 1490 Euro, und die Umhängetasche/Disco bag aus der “Soho”-Kollektion, circa 660 Euro.

Fotos: Screenshots von Gucci.com/de

Heiße Dessous = heiße Spiele?

Erotikwäsche Modepilot Escora

Ich bin wirklich kein Kostverächter, würde der Mann sagen, wenn es um Frau in heißen Dessous geht. Nur geht es ihm dann um die Frau und kaum um das, was sie trägt – egal, was und wie sie es trägt. Jungs, Hand aufs Herz, habe ich Recht?

Und ich bin bei Leibe kein Kostverächter, wenn es um Dessous geht: Ich trug schon La Perla zu Zeiten, als Rock und Bluse noch von H&M stammten, also mein Gehalt dies eigentlich nicht zuließ und ich tat das für mich (!). Doch bei Hebe-BHs und String-Ouverts hört mein Kostverständnis auf. Ich fragte Birgit Rieker-Jongen, Inhaberin von Escora, die ebensolche Unterwäsche anbietet, was es mit dieser fragwürdigen Bekleidung nun auf sich hat, zumal ihr eleganter Onlineshop Frauen anspricht, die bei “Bondage” an die “Nudes” des Düsseldorfer Fotokünstlers Thomas Rueff denken und Lack und Leder allenfalls als modisches Statement (z.B. bei Versace) kaufen…

Hebe-BH Escora Modepilot

Rieker-Jongen: “Ich gebe Ihnen Recht, natürlich sind erotische Dessous 5 Minuten-Artikel, die geradezu danach schreien ausgezogen zu werden. Die Erfahrung zeigt allerdings, dass Männer ihre Frauen sehr gerne auspacken. Das bestätigt auch die interessante Tatsache, dass ein Großteil der Käufer in unserem Onlineshop Männer sind, die diese erotischen Artikel für ihre Frauen einkaufen. Ich glaube, in jedem Mann steckt immer noch ein kleiner Junge und was machen kleine Jungs am liebsten, außer mit Eisenbahnen und Autos spielen? Geschenke auspacken! Jede Frau ist ein Geschenk und wir liefern mit Escora eben die richtige Verpackung. Ouverts, raffinierte Schnürmieder oder Hebe-BHs zeigen mehr vom Körper als die „normalen“ Dessous, aber eben auch nicht alles – sie machen die Männer neugierig und regen zum Entdecken an. Das Spiel der erotischen Verführung existiert schon seit Jahrzehnten und gerade heutzutage schlüpfen Frauen gerne ab und an die Rolle der Femme Fatale. Frauen sind mutiger und selbstbewusster geworden. Sie legen mehr Wert auf Erotik, sind bereit Neues auszuprobieren und setzen ihre Reize bewusst in Szene.”

Modepilot Escora string ouvertGerade die Slip oder String Ouverts machen mir gedanklich zu schaffen. Wann zieht man diese an? Ziehen sich Ihre Kundinnen nach dem Dinner noch einmal um oder gehen sie mit den Ouverts sogar schon zur Arbeit?!

Rieker-Jongen: “Vor allem nach Filmen wie Eyes Wide Shut, Moulin Rouge, Burlesque und seit der Romantriologie „50 Shades of Grey“ sind erotische Dessous salonfähiger geworden. Die Ouverts sind mit Sicherheit ein wenig gewagter als normale Slips, jedoch genauso bequem zu tragen. Lingerie ist etwas sehr Persönliches, eine Frau sollte sich darin bestenfalls wohl und sexy zugleich fühlen. Ich kann mir beide Szenarien gut vorstellen: Die selbstbewusste Karrierefrau – dynamisch, erfolgreich, Single und genießt ihr Leben in vollen Zügen –, die verführerische Lingerie alltäglich trägt, schließlich könnte jeder Tag eine neue Herausforderung mit sich bringen. Oder eben die Ehefrau, die sich vor dem Candle Light-Dinner umzieht, um ihren Mann dann Zuhause erst mit einem selbst kreierten Essen und anschließend mit aufregenden Dessous zu verführen.”

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Soviel zur Theorie. Wie verkaufen sich die Ouverts in Ihrem Onlineshop in Relation zu anderen Höschen?

Rieker-Jongen: “In der Tat verkaufen wir in dem Onlineshop von Escora 70% erotische Dessous – Tendenz steigend. Der Anteil an Ouverts ist doppelt so hoch wie der an normalen Slips. Online kaufen viele Männer, aber auch die Frauen genießen die Anonymität und schöpfen mehr Selbstvertrauen bei der Auswahl ihrer Dessous.”

Das überrascht mich. Wenn Sie in einem Café oder Restaurant sitzen: Erwischen Sie sich gelegentlich dabei zu überlegen, was die anderen Damen wohl drunter tragen?

Rieker-Jongen: “Das ist eine Berufskrankheit… Als Protagonistin dieser sehr emotionalen Branche stelle ich mir häufig die Frage, was die Dame am Nebentisch wohl darunter trägt. Wenn man ins Gespräch kommt und es sich ergibt, frage ich sogar mal nach – da habe ich schon so manche Überraschung erlebt… Ich sage nur, stille Wasser sind tief.”

Was glauben Sie, nachdem Sie anhand meiner Fragestellung ein wenig über mich erfahren haben, liegt wohl so in meiner Dessous-Schublade?

Rieker-Jongen: “Unabhängig von den Marken, sind Sie mit Sicherheit eine Frau, die viel Wert auf schöne Dessous legt. Genauso vielfältig wie Ihre Fragen (wir können hier nicht alle abbilden, Anm. d. Red.) und Interessen sind, wird auch Ihre Dessous-Schublade ausgestattet sein. Auf jeden Fall haben Sie für alle Anlässe die passenden Dessous – nur beim Slip Ouvert bin ich mir nicht sicher, aber das können wir mit Escora ja ganz schnell ändern…”

Da haben Sie Recht. Vielen Dank für das anregende Gespräch.

Und nun die Frage an die Modepilot-Gemeinde: Seid Ihr nun vom Slip Ouvert überzeugt (Ihr könnt ja anonym kommentieren) oder seht Ihr das wie eine Kollegin, die heute zu mir sagte: “Wie jetzt, ein Slip, mit dem man Pipi machen kann?!”

PS: Demnächst auf diesem Kanal: Wäsche fürs Oktoberfest-Dekolleté

Fotos: escora.de

Tyra Banks: Investition in eine Fashion-Webseite

Bild von Tyra Banks

Tyra Banks (39) ist die neue Investorin der Fashion-Internetseite ‘The Hunt’.

Das US-amerikanische Supermodel Tyra Banks beteiligt sich mit ihrer Firma Fierce Capital an der Internetseite ‘The Hunt.com’. Die Shopping-Seite ist eine zentrale Anlaufstelle, die Fashionistas bei der Suche nach Stücken hilft, die diese auf Fotografien, in Kampagnen oder sozialen Netzwerkseiten gesehen haben. “Ich habe Fierce Capital LLC kreiert, weil es mir besonders am Herzen liegt, Geschäfte, die Frauen leiten und besitzen und deren Zielgruppe auch Frauen sind, zu unterstützen. Wir sind erfreut, uns jetzt an ‘The Hunt’ zu beteiligen, weil es wirklich nervt, wenn man ein großartiges Design entdeckt, es aber nirgendwo finden und kaufen kann. ‘The Hunt’ löst das Fashion-Dilemma auf eine spaßige und innovative Art und Weise”, schwärmte Banks auf ‘WWD’.

‘The Hunt.com’ funktioniert wie eine Gemeinschaft, die Leute, die die Outfits auf den geposteten Bildern wiedererkennen, mit denen zusammenbringt, die sie suchen.

Banks ist überzeugt davon, dass das Konzept der Internetseite die Zukunft des Online-Shoppings bedeutet: “Das Tolle an ‘The Hunt’ ist, dass Frauen anderen Frauen helfen, ihr perfektes Outfit zu finden. Ich freue mich, ein Teil dieser neuen Herangehensweise des kollektiven Handels und Stylings zu sein”, fügte sie hinzu.

Im Januar ging die Internetseite online und zählt bereits eine Reihe von prominenten Stars zu ihren Kunden. Neben Banks investierten auch Ashton Kutcher (35, ‘Two and a Half Men’) und Madonnas (54, ‘Hung Up’) Manager Guy Oseary in das Projekt.

Tim Weingarten und Simon Peck, die Gründer von ‘The Hunt’, wählten sorgfältig die Investoren aus und achteten darauf, dass diese einschlägige Erfahrungen mitbrachten. “Sie ist sehr aktiv und kein passiver Investor. Ihr Wissen bezüglich Style und Fashion bis hin zu ihrer Intuition und ihrem angeborenen Sinn, wie die Gemeinschaft gelenkt werden sollte, ist toll- sie hat viele gute Ideen”, schwärmte Weingarten von seiner neuen Investorin Tyra Banks. © Cover Media

Thanks fashion-magazin.de

Knit Knit – die neue Adresse für alle stilbewussten Selbermacher in Berlin

Von Anna Eimerl

Stricken ist seit geraumer Zeit nicht mehr nur liebgewonnenes Hobby der älteren Generation, sondern gilt auch unter modeaffinen Trendsettern wieder als chic. Und Stricken ist nicht ohne Grund absolut angesagt: Es macht glücklich und ist sogar gesund. Denn Stricken wirkt – das ist wissenschaftlich bewiesen – so entspannend wie Yoga und hilft gestressten Menschen zur Ruhe. Daher also kein Wunder, dass vor allem die modernen Großstädter der Strick-Sucht verfallen. In New York klappern Fashionistas mit Stricknadeln statt High Heels, in L.A. sprießen an jeder Ecke Woll-Läden aus dem Boden und Berlin wird in Guerilla-Knitting-Aktionen bestrickend verschönert. Und nun hat vor kurzem der schicke Laden Knit Knit in Berlin-Mitte für alle Hobbystricker eröffnet. Und hier wird ab nun mit Nadeln geklappert, was die Wolle hält.

Die Inhaberin und Designerin Nina Schweisgut setzt hier auf Handarbeit und ausgewählte, natürliche Materialien aus fairem Handel. Ständig auf der Suche nach besonders dicken Wollqualitäten ohne Kunstfasern stieß sie auf eine kleine Wollmanufaktur in Italien, die in einem speziellen Verfahren hochwertiges, australisches Merino mit edlem Angora verspinnt. Das Ergebnis ist supersoftes Merinogarn mit der weichen Anmutung von Kaschmir – allerdings wesentlich nachhaltiger in der Gewinnung – was die Strickexpertin sofort überzeugte. Das ist die sogenannte Woohoo Wolle, welche exklusiv für Knit Knit produziert wird und in viele bunten Trendfarben, extra dick und besonders weich.

Doch Knit Knit steht nicht nur für exklusive Wolle sondern auch für besonderes Strickdesign. Kuschelige Jacken, Strickpullover, Mützen, Schals und Accessoires in den schönsten Farben entstehen nach den Entwürfen von Nina Schweisgut. Das Besondere: diese können „Ready-to-Wear“ oder „Ready-to-Knit“ gekauft werden. In den Knit Knits finden sich für Neustarter, Wiedereinsteiger oder als Geschenkidee hübsch verpackt alle Zutaten für künftigen Lieblingsstrick: ausreichend Woohoo Wolle, Holznadeln und eine verständliche Anleitung. Für diejenigen, die zu verstrickt im stressigen Alltag sind, setzen fleißige Hände in der hauseigenen Knit Manufaktur eigene Designs wie auch individuelle Kundenwünsche auf Bestellung um. In allen Produkten steckt viel Liebe und ein guter Gedanke, denn mit diesen Arbeiten werden auch soziale Projekte oder manchmal nur liebe Omas unterstützt.

Knit Knit – Love Wool, Linienstraße 154, 10115 Berlin
Öffnungzeiten: Di-Fr von 12-19 Uhr, Sa von 11-16 Uhr

Anna Eimerl aus Berlin ist freiberufliche Journalistin im Bereich Mode und drum herum. Ohne damals zu wissen was ein Blog wirklich ist, gründete sie 2008 einen und irgendwie wurde daraus Kalinka.Kalinka. Der Blog ist nun erwachsen geworden, auf eine eigene Domain umgezogen und hat sich stetig vergrößert. Kalinka ist zum Blogazine avanciert, irgendwo zwischen Blog und Online Magazin. Auch der Themenbereich hat sich etwas gedehnt und Design, Beauty und Musik rücken mit in den Vordergrund. Während sie gleichzeitig im 15-Minuten-Takt ihrer Carmex-Sucht fröhnt und heimlich unterm Tisch twittert, hat sie mit Florian Wenningkamp auch noch Kalinka Vintage aus dem Boden gestampft.

Fotos: Knit Knit
Der Artikel erschieb bereits am 14. November im Blogazine Kalinka.Kalinka.

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