Styling-Fehler am Morgen: Mit diesen 3 Tricks startest du modisch und entspannt in den Tag

Was soll ich bloß anziehen und wo ist eigentlich schon wieder meine Lieblingsjeans? Wenn morgens einfach nichts sitzen will, alles komisch aussieht und man sich unzufrieden mit seinen Kleidungsstücken fühlt, ist das wahrhaftig kein guter Start in den Tag. Denn dann wird panisch ein Teil nach dem anderen aus dem Kleiderschrank gezogen, sich dreimal umgezogen und die Hälfte der anprobierten Pieces landet lieblos auf dem Boden, weil wir uns ja auch noch in Zeitnot befinden. Chaos vorprogrammiert! Welche Styling-Fehler am Morgen genau zu diesem Szenario führen und wie man die morgendlichen Stress-Faktoren umgehen kann? Das verrate ich euch heute!

lederhose-frühlings-look

1. Styling-Fehler am Morgen: Planlos in den Tag starten

Spontan ein paar Teile aus dem Schrank ziehen und dann merken, dass die Hose nicht zum Oberteil passt und man auch überhaupt keine Schuhe zu dem Look hat. Also wieder umziehen. Und schon befinden wir uns in einem Teufelskreis, denn wir haben keinen Plan und stehen unter Druck. Keine gute Voraussetzung für einen stilvollen Look. 

Was hilft?

Überlege dir bereits während der morgendlichen Dusche oder dem Zähneputzen, was du am heutigen Tag vorhast, wie das Wetter wird und welches EINE Teil du unbedingt tragen möchtest. Kreiere drumherum deinen Look. So kannst du Step-by-Step deinen Look aufbauen – die Accessoires folgen am Schluss.

Pax Kleiderschrank mit Vorhängen

2. Styling-Fehler am Morgen: Der Schrank ist überfüllt

Den Satz „Ich habe nichts zum Anziehen“ hat sich bestimmt jede von uns schon mal gedacht, während wir vor einem Schrank standen, der aus allen Nähten platzt. Das Problem: Wir haben bloß keinen Überblick! Kleider neben Pullovern neben Blusen neben Röcken. Da kann man schon mal überfordert sein – vor allem, wenn es morgens schnell gehen muss. 

Was hilft?

Meine Tipps, um diesen Styling-Fehler zu vermeiden? Erstens kann es helfen, den Schrank nach Saisons zu strukturieren und die Wintersachen im Sommer auch mal wegzupacken – und andersherum. Zweitens hilft es, regelmäßig auszusortieren und sich von Stücken zu trennen, die man schlichtweg nicht mehr trägt. So kannst du dir eine Garderobe aus zeitlosen Lieblings- und ein paar Trendpieces zusammenstellen, die du vielfältig kombinieren kannst und die dich nicht in Styling-Not bringen.

3. Styling-Fehler am Morgen: Keine Back-up-Looks

Manche Outfits sind „mega!“, andere eher „geht so“. Das Problem: Da wir uns ja jeden Tag anders kleiden, vergisst man manchmal schon ein Tag später, was man die Woche davor getragen hat. Das Problem? Somit vergessen wir auch unsere Back-up-Looks bzw. Nummer-Sicher-Outfits, die wir richtig gut fanden und in denen wir uns immer wohlfühlen. 

Was hilft?

In Momenten, in denen wir planlos und panisch ein Teil nach dem anderen aus dem Schrank ziehen, auf der Suche nach DEM Look, können wir auf unsere Back-up-Looks zurückgreifen. Knipse dafür an Tagen, an denen dein Look gelungen ist, ein schnelles Selfie. Speichere sie dir am besten in einem Ordner „Outfits“ ab, sodass du morgens in Nullkommanix Inspiration findest und den Look einfach genau so nochmal trägst.

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Make-up Routine meets Datensicherheit

Wie heisst es so schön? Weniger ist mehr.

Das gilt nicht nur fürs Make-up, sondern auch für Daten. Denn je mehr Daten wir teilen, desto mehr Angriffsfläche bieten wir im Netz. Deswegen sollten wir uns vor Datenkraken, aber auch vor Hackern und Kriminellen im Netz schützen. Auch Make-up kann uns das Gefühl des Schutzes vor der Umwelt geben. Aufs Make-up zu verzichten mag zwar nicht schlimm sein, auf Sicherheit im Netz dagegen schon. Leider denken viele, dass es super kompliziert wäre sich zu schützen.  Dass mehr Sicherheit im Netz aber genauso easy und schnell sein kann, wie die tägliche Make-up Routine, zeige ich euch in diesem Post in Kooperation mit der Non-Profit Foundation Mozilla und deren . 

Foundation: Passwort Manager

Die absolute Grundlage, die Foundation sozusagen, für mehr Schutz im Netz ist der Passwort Manager. Ein einziges Passwort für alles zu verwenden, ist so, als würde man die Haustür nicht abschließen und auf beiden Seiten eine Klinke haben. Klar, es sieht sicher und verschlossen aus, aber eigentlich kann jeder rein. Deswegen sollte es unbedingt der erste und wichtigste Schritt sein, sich einen Passwort Manager zuzulegen, der sich alle deine Passwörter merkt und auch zufällige Passwörter generiert. Neben kostenpflichtigen Alternativen, gibt es auch kostenlose Alternativen wie Lockwise von Firefox.

Concealer: Zwei-Faktor Authentifizierung

Kommen wir zum Concealer. Der deckt die zusätzlichen Bereiche ab, die durch die Foundation nicht abgedeckt werden können. In diesem Fall ist es die Zwei-Faktor Authentifizierung, also der Identitätsnachweis eines weiteren, unabhängigen Faktors, zB. einer SMS mit einem Zahlencode. Vor allem bei sensiblen Daten ist es deswegen besonders ratsam diese Methode zu wählen, wenn sie nicht schon bereits voreingestellt ist.

Puder: VPN-Dienste

Nachdem wir diese ganzen grundsätzlichen Schritte in der Routine gemacht haben, fehlt nur noch das Puder, dass das Make-up fixiert und haltbar macht. Es sorgt auch dafür, dass unerwünschte Stellen nicht mehr glänzen und damit besonders auffallen, zB. Die Stirn oder das Kinn. Ähnlich verhält es sich mit einem VPN (Virtual Private Network) Dienst, denn der verdeckt sozusagen die Identität, mit der man eine Anfrage stellt. Das ist vor allem dann wichtig, wenn man in einem offenen WLAN unterwegs ist, weil die Anfrage dann keinem bestimmten Nutzer vereinfacht gesagt zugeordnet werden kann. Ein VPN Dienst leitet nämlich alle von dir ausgehenden Aktivitäten verschlüsselt und über Umwege weiter. So kannst du zum Beispiel vorgeben aus einem bestimmten Land zu sein, während du eigentlich im Internet Café in Neukölln sitzt. Doch wie beim Puder auch, gibt es auch bei VPN-Diensten Tücken, die man bedenken sollte und man sollte sparsam damit umgehen, um ein gesundes Gleichgewicht zu schaffen. 

Rouge: die richtige Suchmaschine

Rouge hat eine einzige Funktion: es lässt das Gesicht und die Haut frischer aussehen. Ein ähnliches Fresh-up kann die Browser Suchmaschine gebrauchen. Normalerweise ist überall Google als Suchmaschine vorinstalliert, doch das macht Google nur noch mächtiger – und euch für Google noch transparenter. Wie wäre es also mal auf einen freundlicheren Ton und damit auf eine Alternative umzusteigen wie Ecosia (gemeinnützig) oder DuckDuckGo (besonders datenschutzfreundlich)? Einfach in die Einstellungen -> Suche und die Alternative auswählen. Geht garantiert genauso schnell, wie Rouge aufzutragen.

Contouring: Email Alias

Kommen wir zum Contouring. Um dem Gesicht mehr Struktur zu verleihen und bestimmte Bereiche betonen (oder zu kaschieren), helle ich manche Bereiche auf und dunkle bei anderen nach. Man spielt quasi Licht und Schatten. Manche Stylisten haben sogar die Fähigkeit allein durch Conturing Menschen komplett zu verwandeln. Eins der typischsten Einfallstore für Kriminelle sind Email-Adressen. Hattet ihr auch schon Benachrichtigungen bekommen, dass eure Email-Adresse bei einem Datenleck geleaked wurde? Das Problem ist, dass wir immer wieder unsere Email Adressen irgendwo angeben müssen, ob bei irgendwelchen Bestellvorgängen oder Newslettern. Wäre doch schön, wenn es da auch eine Art Overlay gäbe, eine Möglichkeit, Email Adressen zu verstecken. Und genau das ist die Funktion von Relay – es ist ein Add on, das random Email-Adressen als ein Art Deckmantel  generiert und an die richtige Emailadresse weiterleitet. Wenn man zB feststellt, dass man an diese Fake-Adresse Spam Mails geschickt werden, kann man sie einfach löschen. So taucht die richtige Adresse einfach nicht mehr auf, so wie das Gesicht durch Contouring verschleiert werden kann. 

Augenbrauen Styling: der richtige Browser

Das Augenbrauen-Styling ist absolut essentiell. Selbst, wenn ich hier und da Schritte in meiner Makeup-Routine auslasse, sind meine Augenbrauen das absolute Basic und unverzichtbar. Im Übrigen auch etwas, das ich früher vernachlässigt habe, obwohl es einen RIESEN Unterschied macht. Na, wisst ihr worauf ich hinaus will? Richtig – den Browser. Denn über den betreten wir meist das Internet – es ist sozusagen der erste, digitale Eindruck. Einmal die richtige Form für sich gefunden, wiederholt sich der Prozess nur noch. Ich kann euch nur ermutigen den Firefox Browser zu benutzen, den ich sowohl am Laptop, als auch mobil als Default Browser nutze. Nicht nur, weil allein das Logo schon ziemlich süß ist mit dem kleinen flauschigen Fuchs, aber wusstet ihr auch, dass Mozilla eine gemeinnützige Stiftung ist? Die Mozilla Foundation hat sich der Mission eines freien, sicheren und transparenten digitalen Raums verschrieben. Sie werden durch Spenden finanziert und verfolgen keine profit-orientierten wirtschaftlichen Interessen, wie zB. unsere Daten zu verkaufen. Neben dem besten Logo ist Firefox außerdem super schnell, benutzerfreundlich, sicher und hat wirklich praktische Addons, zB: den Privacy Badger, der unsichtbare Verfolger und Werbung blockiert, die mich beim Surfen  beobachtet oder Ghostery, die ebenfalls Werbung blockiert und Webseiten dadurch sogar beschleunigt.

Lidschatten: der Firefox Facebook Container

Nicht unbedingt notwendig, aber etwas, was trotzdem einen großen Unterschied macht ist der Lidschatten. Doch vor allem beim Lidschatten gilt: je zurückhaltender, desto besser. Kommen wir also zum Facebook Container von Firefox, der ist nämlich auch nicht unbedingt notwendig, macht aber einen großen Unterschied, weil er sehr dezent im Hintergrund läuft. Der Facebook Container hindert Facebook nämlich daran, deine Daten zu sammeln, wenn du außerhalb von Facebook unterwegs bist. Ja, richtig gelesen. Selbst wenn du gar nicht Facebook folgst, folgt Facebook dir und sammelt fleissig Daten über dich. Der Facebook Container setzt Facebook Grenzen und ist deswegen ein kleines, aber sehr nützliches Tool, das ich vor kurzem entdeckt habe. 

Mascara: Kamera abkleben

Es heisst, die Augen sind der Spiegel zur Seele. Unsere Augen geben unserem Gesicht Ausdruck, unser Blick kann fesseln. Kein Wunder also, dass wir mithilfe von Mascara einen Extrafokus auf unsere Augen und unsere Wimpern legen. Doch so wie unsere Augen die Umwelt aufnehmen, so tut das auch die Kamera am Laptop oder Handy. Doch wer will schon unfreiwillig gefilmt werden und Einblick in intime Momente geben? Damit das nicht passiert, schützt am allerbesten der einfachste Trick der Welt: die Kamera abzukleben. Dafür kann man extra Slider bzw. Abkleber verwenden, die online günstig erhältlich sind. 

Eyeliner: Daten löschen

Beim Make-up ist nichts so kompliziert, wie den perfekten Eyeliner zu ziehen. Ähnlich kompliziert ist die Frage: Wie lösche ich meine Daten, nachdem sie einmal im Internet gespeichert wurden? Die gute Nachricht ist, dass man die meisten Daten anpassen bzw. löschen kann. Die Schlechte: man muss wissen wie und wo. Bei Google findest du die Option in deinen Konto Einstellungen unter -> Daten & Personalisierung -> Aktivitätseinstellungen verwalten bzw. auch „zu den Einstellungen für Werbung“. Übrigens lohnt es sich eh ein Blick da reinzuwerfen, denn es ist ziemlich aufschlussreich, was Google über dich denkt. 

Bei Facebook dagegen findest du die Einstellungen in deinem Konto unter -> Einstellungen und Privatsphäre -> Privatsphäre auf einen Blick -> Werbepräferenzen -> Informationen zu Werbeanzeigen. Von dort aus kann man dann Werbepräferenzen und Standortdaten verwalten bzw. ändern. Wenn du ein iPhone mit der aktuellen iOS Version hast, wirst du vermutlich eine Fehlermeldung bekommen, weil Apple neuerdings aus Datenschutzgründen Facebook nicht mehr so ohne weiteres erlaubt, Daten zu sammeln.

Lippenstift: Datenlecks überprüfen

Ich liebe den Lippenstift. Leider ist das mit dem Lippenstifttragen auch eine gefährliche Angelegenheit: Man muss ständig überprüfen, ob er verschmiert ist, am Zahn klebt oder überhaupt noch da ist. Ähnlich ist es mit den Daten. Sind sie überhaupt noch sicher, oder gab es ein Datenleck? Genau das sieht man mit . Hier gibt man seine Email-Adresse ein und überprüft, ob die eingetragene Email-Adresse von einem Datenleck betroffen war. Außerdem kann man sich benachrichtigen lassen, wenn sie einem Datenleck zum Opfer fallen sollte. Ich wünschte, beim Lippenstift gäbe es diesen Service ebenfalls. 

Face Mist: regelmäßige Updates

Das Spray zum Ende verleiht nicht nur Glow, sondern fixiert auch das Make-up und kann mehrmals am Tag über das fertige Make-up gesprüht werden. Kommen wir also zum letzten Schritt unserer Make-up – äh – Datensicherheitroutine: den regelmäßigen Updates.Ich weiss, es ist nervig, aber es ist auch wirklich wichtig, die Software regelmäßig auf dem neusten Stand zu bringen. Gibt es Sicherheitslücken und Fehler im System werden diese zum nächsten Update ausgebessert und man ist auf der sicheren Seite. Lasst euch also nicht zu viel Zeit mit den regelmäßigen Updates, sofern sie bei euch nicht sowieso schon automatisiert sind. Denn so ein verschmiertes Make-up ruiniert das ganze Make-up. 

So das war sie also, die perfekte Make-up und Datenroutine in Einem, unterstützt von Firefox, dem unabhängigen Browser von der Non Profit Organisation Mozilla, die sich für ein sicheres und bessere Internet einsetzt. und schützt eure Daten!

Cherry Picking mit Charlotte

Huhu, ich bin Charlotte! Was ich hier genau mache? Nun, Journelles hat Beiträge, die durch Kooperationen unterstützt werden. Und genau diese Kooperationen und Partner sind mein Aufgabenbereich. Ich bin dafür verantwortlich, dass ihr mit schönen Markenbotschaften von Brands, die wir lieben, versorgt werdet.

Aber lasst mich von vorne beginnen. Ich komme ursprünglich aus der ominösen Stadt, die es angeblich nicht gibt – eine große Lüge: Bielefeld ist meine Heimat.

Nach dem Abitur ging ich ein Jahr als Au-Pair nach Mailand mit dem Ziel, danach nicht nur fließend Italienisch sprechen zu können, sondern auch eine Entscheidung getroffen zu haben, was ich danach studieren möchte.

Dort lernte ich viele interessante und tolle Menschen aus Kunst und Kultur kennen, von denen kaum einer ein Wort Italienisch sprach, aber alle ein sehr gutes Englisch! No problemo (wenn ich an dieser Stelle Alf zitieren darf), denn mit nach diesem aufregenden Jahr in bella Italia konnte ich die englische Sprache in mindestens fünf verschiedenen Dialekten sprechen und hatte einen Entschluss gefasst: Ich würde Modemanagement an der Akademie LDT Nagold studieren und somit vier Semester im Schwarzwald leben.

Um viele Erfahrungen reicher und mit einem Abschluss in der Tasche zog es mich in die Hauptstadt. Wohin sonst? Dass Berlin für die Modebranche im eigentlichen Sinne viel weniger zu bieten hat als der Süden Deutschlands, war mir damals schon bewusst, aber wo ein Wille ist, da ist ein Weg. So absolvierte ich einige spannende Praktika im Produktmanagemet und in der Redaktion bei Stylebook, in der PR bei Schoeller und von Rehlingen und lernte eine neue Facette der Modebranche kennen, mit der ich mich vorher nur wenig beschäftigt hatte: Kommunikation – ja, das kann ich!

Über vier Jahre habe ich dann gemeinsam mit Stylebook und Travelbook ein Bloggernetzwerk aufgebaut. Eine aufregende Zeit mit vielen unvergesslichen Erlebnissen. In einer Branche, in der es eine sehr hohe Fluktuation mit wenig Beständigkeit gibt, ist es ein sehr langer Zeitraum auf meinem Lebenslauf. Also entschied ich mich, neue Wege einzuschlagen und mich umzuschauen.

Ach, wollt wissen, wie ich Jessie kennengelernt habe und zu meinem Job bei Journelles kam? Es mag sicher wie ein Märchen klingen, ist aber die pure Wahrheit! Ich führte bereits Gespräche für potentielle neue Jobs, jedoch war ich in keinen Job so richtig “verliebt”. Wie an so vielen Abenden telefonierte ich mit meiner Mutter und sagte zu ihr: “Ach Mama, weißt du was? Ich glaube ich muss mich bei Journelles bewerben.”

Dazu müsst ihr wissen, dass ich trotz meiner jahrelangen Arbeit mit Bloggern nur wenige Blogs wirklich mit Herzblut verschlungen habe – Journelles war seit dem Launch mein absoluter Lieblingsblog. Ich war beeindruckt von Jessie und dem Frauenbild, das sie auf Journelles zeigt: selbstbewusst, modern, zeitgemäß, emanzipiert und gesund. Ich fühlte mich bei meinem täglichen Klick immer abgeholt und verstanden.

Ein Like hier, ein Herz dort! Persönlich getroffen hatten wir uns bis dato noch nie, Jessie und ich führten eine Instagram-Bekanntschaft. Könnt ihr euch also vorstellen, wie mir das Herz in die Hose gerutscht ist, als ich eines Tages eine Facebook-Nachricht von Jessie bekam, ob wir uns bezüglich einer potentiellen Stelle bei Journelles auf einen Kaffee treffen wollen?!

Ich fiel aus allen Wolken und landete direkt auf Wolke Sieben: Sales und Marketing für mein liebeste Blogazine – das wäre mein Herzensjob! Woher wusste Jessie bloß, dass meine Bewerbung schon in meinem Emailfach als Entwurf darauf wartete, abgeschickt zu werden? Uns beiden war klar: Das muss Gedankenübertragung gewesen sein.

Diese telepathische Verbindung erleichtert natürlich die Zusammenarbeit, denn Konzepte zu schmieden bedarf viel Feingefühl und Kreativität. Seitdem sind wir auf Standleitung und möchten euch in Zukunft mit vielen schönen Kooperationen überraschen.

Hier könnt ihr mir auf Instagram folgen!


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Nachhaltige Mode: Vier Fragen, Vier Antworten

In dieser Reihe widme ich mich immer wieder dem scheinbar widersprüchlichen Anspruch, Mode nachhaltiger zu gestalten. Hier möchte ich ganz konkret auf Fragen eingehen, die mir in den letzten Wochen durch den Kopf gingen und auf die ich schlicht keine Antwort wusste. Da ich vermute, dass ich nicht die Einzige bin, die auf der Suche nach Klarheit ist, möchte ich meine Recherche-Ergebnisse hier gern mit euch teilen. Dabei bin ich auf Brands gestoßen, die sich mit diesen Problemen schon viel früher beschäftigt haben als ich und ihre Kleidung aufgrund genau dieser Erkenntnisse nur unter Verwendung bestimmter Materialien gestalten. Diese möchte ich euch hier ebenfalls vorstellen.

Was sind eure liebsten Brands – und welche Widersprüche machen euch noch zu schaffen?

Kunstleder vs. Leder: Was ist wirklich nachhaltig?

Ob es beim Anziehen meiner Sandalen im Sommer ist oder beim Tragen der Lederstiefel im Herbst. Immer wieder kommt diese Frage auf und bisher habe ich mich nicht genügend mit ihr auseinandergesetzt, sodass die Antwort nie eindeutig war. Das hängt wohl auch damit zusammen, dass der Begriff „Nachhaltigkeit“ so vielfältig, ja beinahe schon beliebig verwendet wird. Bedeutet er, dass wir die Kleidung lange tragen, dass sie sich recyceln lässt, dass sie ohne tierische Materialien auskommt, dass sie biologisch abbaubar ist und gehört dazu, unter welchen Bedingungen die Kleidung hergestellt wurde? Weil „Nachhaltigkeit“ so uneindeutig ist, fällt es auch schwer eine eindeutige Antwort auf die Frage: ‚Kunstleder oder „echtes“ Leder?‘ zu finden.

Zunächst die Fakten.

Leder ist Tierhaut, ist also, je nach Verarbeitung, ein natürliches Produkt. Kunstleder hingegen ist ein Lederimitat, das meist aus verschiedenen Mischgewebe besteht. Gürtel, Jacken oder Mäntel aus Kunstleder werden somit oft als vegan bezeichnet. Lange Zeit galt Kleidung aus Kunstleder als qualitativ minderwertig, und da es aus Plastik besteht, heißt ‚vegan‘ in diesen Fällen nicht zwingend nachhaltiger. Doch dieses Image verändert sich zunehmend.

Vor allem unabhängige Labels setzen auf alternatives Leder, unechte Lederimitate also, die mit dem Kunstleder von Fast Fashion Brands nicht mehr viel zu tun haben. Denn Kunstleder muss nicht immer aus synthetischen Stoffen bestehen. Es kann ebenso natürlichen, pflanzlichen Ursprungs sein – der aus recyceltem Plastik hergestellt werden. Was man nämlich nicht vergessen sollte ist, dass echtes Leder nicht unbedingt natürlich ist – schließlich muss dieses Material erst verarbeitet und chemisch behandelt werden, damit es sich hält.

Die Antwort auf die Frage, die mich so umtrieb, ist nach der Recherche also: Es ist kompliziert. Doch es wird geforscht und weiterentwickelt.

Bis dahin ist es wohl am besten, Second-Hand-Lederprodukte zu kaufen, insbesondere da viele tolle Schnitte eh nicht so schnell aus der Mode geraten. Neben großartigen Vintage-Shops gibt es auch immer mehr Online-Second-Hand Stores, in denen echte Schätze zu ergattern sind. Bei Kleidung aus Kunstleder gilt es zuweilen zu schauen, welche Materialien verwendet wurden, ob diese recycelt wurden oder neu hergestellt werden mussten. Besonders kleinere Labels sind bei der Verwendung ihrer Materialien und dessen Verarbeitung transparent. Hier könnt ihr euch zunächst schlaumachen, bevor ihr zugreift.

Worauf muss bei Taschen und Accessoires geachtet werden? 

Da Taschen meist aus Leder und Kunstleder gefertigt sind, könnt ihr euer Wissen gleich an diesem Beispiel erproben. Handelt es sich um echtes Leder, fragt euch: Will ich das wirklich? Gibt es solche Stücke nicht auch gebraucht zu kaufen? Ist es Kunstleder, schaut, aus welchen Materialien es besteht oder ob diese recycelt sind. Das Gleiche gilt natürlich auch für alle anderen Accessoires, die aus Leder oder Lederimitaten bestehen.

Doch neben Taschen, Rucksäcken und Schals gibt es noch eine Kategorie an Accessoires, die ich bisher noch kaum in dem Kontext der Nachhaltigkeit besprochen habe: Schmuck. Das erste, worauf man achten sollte, bevor man Schmuck kauft ist vermutlich erneut: Brauche ich das? Ist das lediglich ein kurzlebiger Trend, den ich schon in einem Monat lieblos in der Schmuckkiste vergessen werde? Oder ist es ein zeitloses Stück, das vielleicht gleichzeitig eine Wertanlage ist oder von dem ich zumindest weiß, dass ich es lange an mir lieben werde?

Das Problem ist nämlich: Wir wissen einfach nicht, wo die Materialien für unseren Ring oder unsere Lieblingskette herkommen. Wenn die Brand es nicht transparent macht, gibt es nur wenig Möglichkeiten für den Konsumenten, dahinter zukommen. Doch die meisten Materialien stammen aus dem Edelmetallbau, aus Goldminen in Südamerika und Afrika, in denen oftmals Kinder arbeiten. Außerdem wird durch den Abbau von Edelmetallen und Edelsteinen die Umwelt zerstört; bei dessen Gewinnung werden umweltschädliche Stoffe eingesetzt. Die Alternative sind Materialien aus ökologischem Abbau oder das Recyceln von Metallen und Steinen für die Neuproduktion.

Nachhaltiger Schmuck ist auch deshalb so wichtig, weil er eben auch die soziale Komponente mit einschließt, wie es so oft in der (echten) nachhaltigen Mode der Fall ist. 

Können

Knöpfe und Reißverschlüsse nachhaltig sein? 

Wenn wir über nachhaltige Mode sprechen, vergessen wir oft einen Bereich der Kleidung, ohne den sie beinahe undenkbar wäre – die sogenannte „Kurzware.“ Gemeint sind damit Nähte, Knöpfe, Reißverschlüsse, Nadeln und Gummibänder. Also all die Dinge, die unsere Kleidung zu dem machen, was sie ist und denen wir, zumindest unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit, kaum Beachtung schenken. Denn auch wenn ein Kleidungsstück aus biologischer Baumwolle gefertigt ist, kann die Kurzware noch immer aus giftigem, nicht-ökologischen Material sein, ohne dass es angegeben werden muss. Es wird also nicht unkomplizierter. Trotzdem sollte man auch diesem Bereich Aufmerksamkeit schenken und das Zubehör der Mode bestenfalls unter den gleichen Maßstäben bewerten, wie es mit den Stoffen selbst getan wird. Es gilt also Fragen zu stellen:

Unter welchen Bedingungen werden diese gefertigt, welche Materialien werden verwendet, lassen sich diese recyceln, welche Chemikalien sind in die Produktion geflossen?

Doch wie lässt sich das als Konsument erkennen? Mit dem bloßen Auge wohl kaum. An dieser Stelle können einige Siegel Orientierung bieten. (Eine Liste an Textil-Siegeln sowie eine ausführliche Bewertung findet ihr hier.) Die Zertifikate Naturtextil Best und Global Organic Textile Standard, beide IVN Siegel, bekommen nur Textilien, dessen Kurzware ebenfalls bestimmte Auflagen erfüllt. Sie dürfen keine Schadstoffe enthalten oder Allergien auslösen; auch muss eine Abbaubarkeit der Ware gewährleistet werden, die verhindert, dass Chemikalien freigesetzt werden. Das IVN Siegel bevorzugt daher Kleidung mit Kurzware die aus Naturmaterialien besteht. Ausnahmen gelten nur dann, wenn die Herstellung des Zubehörs mit natürlichen Stoffen nicht erlaubt oder nicht möglich ist, weil diese noch nicht auf dem Markt erhältlich sind. Trotzdem ist es hier noch sehr undurchsichtig und der Markt für nachhaltige Kurzwaren ist noch in der Entwicklungsphase.

Welche Brands machen es vor?

Nachhaltige Sneaker von Veja: Öko-Sneaker müssen nicht so aussehen wie sie klingen. Bereits seit mehreren Jahren beweist das mit schlichten Designs die französische Sneaker-Brand Veja. Hier ist nicht nur das Design selbst nachhaltig, das ganz ohne großflächige Prints und aufgeregte Muster auskommt, sondern auch die Herkunft des Kunstleders und der weiteren Stoffe, welche von brasilianischen Bio-Bauern stammen, die fair bezahlt werden.

Nachhaltiger Schmuck von Lilian von Trapp: Der Echtschmuck der Berliner Designerin wird in Deutschland aus recyceltem Gold handgefertigt. Die Langlebigkeit der filigranen Stücke ist nicht nur durch das hochwertige Material, sondern ebenso durch das Design selbst garantiert. 

Taschen & Accessoires aus recyceltem Leder von Majavia:

Sie sind klassisch, sie sind zeitlos, sie sind modern und sie sind nachhaltig. Hinter dem Label aus Wien steckt ein ganzheitlicher nachhaltiger Ansatz. Die Taschen der Brand bestehen aus anfallenden Lederresten aus Manufakturen der Modeindustrie, die im Normalfall ohne weitere Verwendung entsorgt werden. Für die Herstellung des recycelten Leders werden Lederreste zerkleinert und durch die Zugabe von Naturlatex zu einem neuen Material verarbeitet.

Produktiv bleiben: Wie man lernt, mit Stress im Home Office umzugehen (Teil 3)

An manchen Tagen setze ich mich an meine To-Do-Liste, die mir plötzlich viel zu lang scheint. Ich kann mich kaum aufraffen, weiß nicht wo ich beginnen soll, was höchste Priorität hat, weil ja alles irgendwie wichtig ist; kann mich nicht dazu überwinden, die ‘schlimmste’, anstrengendste Aufgabe zuerst hinter mich zu bringen. Ich brauche länger für die ‘To Dos’ für die ich nur die Hälfte der Zeit eingeplant habe und hänge hinterher. Kennt ihr das, wenn an manchen Tage alles auf euch einzustürmen scheint und ihr euch überfordert und durchgehend gestresst fühlt? Ich kenne solche Tage zu genüge. Doch ich habe auch gelernt, dass ich mich diesem Gefühl nicht hingeben darf, dass ich mich für diese Situationen vorbereiten muss. Wenn ich Hunger bekomme, bereite ich mein Essen zu. Wenn ich gestresst bin, fordert mein Körper ebenso eine Reaktion von mir. Diese Reihe dreht sich um das Thema, wie man im Home-Office produktiv bleibt. Im letzten Teil der Serie, widme ich mich nun den unschönen Dingen – und wie man mit ihnen umgehen kann. 

Auf Stress reagieren:

Atemübungen

Ihr hört euren Laptop eine E-Mail nach der anderen ankündigen, ihr sitzt bereits seit zwanzig Minuten an einem Satz, der euch einfach nicht gelingen will und eure To-Do-Liste scheint euch endlos vorzukommen. Der Spaziergang am Mittag scheint euch angesichts der Aufgaben unmöglich, dabei wisst ihr, dass er euren Tag um einiges besser machen wird. Kurz gesagt: Ihr seid gestresst. Tatsächlich kann man darauf reagieren – und zwar mit einem erstmal banal scheinenden, jedoch leicht umsetzbaren und tatsächlich effektivem Trick:

Durchatmen. 

“Erstmal durchatmen” ist nämlich weit mehr  als eine Floskel, mit der man andere beschwichtigen will. Stress lässt sich tatsächlich über die Atmung regulieren. Denn wenn wir gestresst sind, verändert sich auch unsere Atmung. Sie wird flach und schnell. Deshalb kann es schon helfen, sich einen Moment von der Arbeit und vom Schreibtisch ganz bewusst zu lösen und seine Konzentration auf sich und seine Atmung zu lenken. Atmet tief und langsam durch die Nase ein, haltet das Volumen kurz in der Lunge und atmet einige Sekunden langsam durch den Mund wieder aus. Es kann auch helfen, sich dabei die Hände auf den Bauch zu legen und ganz bewusst zu spüren, wie die Bauchdecke bei der Übung mitgeht. Atemübungen helfen nicht nur gegen die Angst, die mit dem Stress oftmals einhergeht, sondern auch gegen Konzentrationsschwierigkeiten und Erschöpfung. Natürlich wird diese Atemübungen nicht eure To-Do-Liste für euch abarbeiten – doch darum geht es auch nicht. Viel eher geht es darum, euch für diese Situationen vorzubereiten, denn sie werden euch schließlich im Arbeitsalltag immer wieder begegnen. Falls ihr euch jedoch zu häufig gestresst fühlt, kann dies auch daran liegen, dass ihr euch zu Hause noch kein Arbeitsumfeld schaffen konntet, indem ihr euch richtig konzentrieren könnt. Oder eure To-Do Liste euch nicht nur zu lang vorkommt, sondern sie tatsächlich zu lang ist. Hier erfahrt ihr, wie wichtig es ist einen Ort in den eigenen vier Wänden zu finden, an den ihr zum Arbeiten zurückkehrt – und wie ihr euch organisieren könnt, um Stress vorzubeugen. 

Zwei Arten von Burn-Out

Wenn ich persönlich merke, dass mir gerade alles zu viel wird, mir meine Aufgaben einfach nicht gelingen möchten und mich das Gefühl der Überforderung zu übermannen scheint, gehe ich meistens raus. Nichts hilft mir so sehr, wie meine Laufschuhe anzuziehen und joggen zu gehen. Obwohl ich dabei Zeit verliere, komme ich mit einem freieren Kopf zurück, habe eine Distanz zwischen mir und dem Gefühl geschaffen, konnte es reflektieren und gehe entspannter an meine To-Dos ran als zuvor. Es gibt jedoch zwei Arten des Burn-Out. Die eine ist körperlich. Wenn ihr durcharbeitet, eurem Körper keine Pause gönnt, dann macht dieser das irgendwann nicht mehr mit und reagiert mit Stress, sendet also ein Signal. Die zweite Art ist mental. Wenn man am Schreibtisch sitzt und schlicht keinen Sinn mehr in den Tätigkeiten sieht, die heute auf der Liste stehen.

Positiv bleiben

Nicht nur in diesen Zeiten, aber doch vor allem in diesen Zeiten sollte man seiner mentalen Gesundheit mindestens so viel Aufmerksamkeit schenken, wie der körperlichen. Auch wenn wir meinen, alles gut wegzustecken, kommen auf einmal Phasen, in denen wir die verdrängten Nachrichten und die Welt draußen, nicht mehr so gut aushalten können wie bisher. Es ist für jeden einzelnen schwierig und eine Belastung, auch wenn wir uns nicht beschweren sollten, mit einem Arbeitsplatz und einem zu Hause, ist es auch okay zu sagen, dass es gerade nicht einfach ist. Doch ebenso wie man an seinem Körper arbeiten kann, kann man auch an seiner Psyche ‘arbeiten,’ es jedoch zumindest versuchen. Bereits eine geführte Meditation (zB. Via FlowLab) kann den Stress ein wenig eindämmen. Auch wenn ihr es noch nie probiert habt und eher davor zurückgeschreckt seid. Vielleicht ist es jetzt gerade das Richtige für euch. 

Eine weitere Art, positiv zu bleiben? Setzt euch ein Mantra, manifestiert den Vorsatz für den heutigen Tag und richtet ihn dementsprechend aus. “Ich werde heute Freude in meiner Arbeit finden,” oder “Ich werde es heute ruhig angehen und mich nicht stressen lassen.” Es gibt viele Videos und Artikel, die näher auf das Thema Manifestation eingehen. Jedoch kann es den Tag wirklich beeinflussen, wenn ihr ihm einen Vorsatz widmet. Eine weitere Maßnahme, die hilfreich sein kann, ist es, Tagebuch zu führen. Manchmal wacht man mit einem schlechten Gefühl auf, dass einen so herunterdrückt und, dass man zunächst nicht richtig reflektieren kann. Wenn ihr in einem Tagebuch, einem Journal also, eure Gedanken niederschreibt, werdet ihr sie mit diesem Schreiben auch ein stückweit los. Es ist auch Überwindung notwendig, um das auch wirklich zu tun. Es kann jedoch helfen, den Ton für den Tag zu bestimmen und das was einen daran hindert, ihn entspannter zu durchleben, bereits am Morgen (oder am Abend) ’loszuwerden.’

Mir helfen beim Niederschreiben immer die folgenden fünf Fragen, die ich versuche zu beantworten. 

1. Welche 3 Dinge müssen heute passieren, damit der Tag super wird?

2. Was ist heute richtig gut gelaufen?

3. Wofür bin ich dankbar?

4. Bin ich heute weiter, als gestern?

5. Was würde mich stolz machen, wenn ich mich überwinde? (wöchentliche Aufgabe)

Der Leitfaden zum nachhaltigen Shoppen: Textilsiegel im Check (Teil 2)

Reisen fallen aus, Events sind gestrichen und spontane Treffen mit Freunden schon seit Wochen nicht mehr möglich. Seit dem Lockdown fühlt sich jeder Tag, wenn nicht gleich, dann doch sehr ähnlich an. Das alles muss ich euch natürlich nicht erzählen – schließlich sind wir alle in der gleichen Situation. Doch was ich in den letzten Tagen und Wochen gemerkt habe ist, dass das mit der scheinbar „zusätzlichen“ Zeit, die zumindest ein Teil von uns bekommen hat, gar keine so einfache Angelegenheit ist. Die einen nutzen sie für sogenanntes Self-Improvement, sie kochen, backen, lesen und putzen ihre Wohnung an Stellen, die in den Wochen davor einfach nicht wichtig genug waren. Andere finden das eher lächerlich. Doch ich muss sagen, dass ich den Gedanken, sich für Dinge Zeit zu nehmen, die man sonst immer vor sich herschiebt.

In meinem Fall ist das die Beschäftigung mit einem Thema, das oft so widersprüchlich und komplex war, dass ich mich dann doch um dringendere Angelegenheiten gekümmert habe, statt mich damit zu befassen. Deshalb freue ich mich umso mehr, euch hier bereits den zweiten Teil meines Leitfadens zu präsentieren, in dem ich euch die verschiedenen Textilsiegel vorstelle – wofür sie stehen, was sie bedeuten und was genau sie über die Nachhaltigkeit des Materials und der Produktion aussagen.

(Den ersten Teil des Leitfadens findet ihr hier.)

Frei von Schadstoffen:

Öko-Tex Standard 100

Das grün-gelbe Siegel das an Teppichen, T-Shirts oder auch Handtüchern gefunden werden kann, gehört wohl zu den bekanntesten Zertifizierungen weltweit. Das Label wird von der „Internationalen Gemeinschaft für Forschung und Prüfung auf dem Gebiet der Textilökologie“ in verschiedenen Produktklassen vergeben: Artikel für Babys und Kleinkinder; Artikel, die hautnah verwendet werden; Artikel, die hautfern verwendet werden und Ausstattungsmaterialien. Dabei zeichnet das Siegel all die Produkte aus, die frei von krebserregenden Farbstoffen, Pestiziden und Stoffen sind, die Allergien auslösen könnten. Außerdem garantiert es Farbechtheit und einen hautfreundlichen pH-Wert. Dabei wird immer nur das Endprodukt kontrolliert – und zwar von verschiedenen Institutionen, die auf der ganzen Welt ihren Sitz haben, welche die Einhaltung der selbst gesetzten Standards garantieren sollen.

Die Kritik: Da das Zertifikat weltweit vergeben und somit weit verbreitet ist, herrscht auch ein gewisses Vertrauen in das Siegel, was dazu führen kann, dass Kunden sich bestärkt fühlen, ein Produkt zu kaufen. Doch dabei sollte nicht vergessen werden, dass das Siegel eigentlich nur eines wirklich verspricht: Dass das Endprodukt, das in den Geschäften hängt, frei von Schadstoffen ist. Doch der Begriff „Öko“ wird von vielen mit biologischen Produkten assoziiert und demnach auch mit entsprechenden Standards in der Produktion als auch der Verarbeitung der Produkte. Standards, die das Label nicht erfüllen kann. Es garantiert zwar, dass bestimmte Mittel nicht bei der Herstellung benutzt werden können, weil sie der Haut schaden – lassen jedoch den Anbau, die sozialen Bedingungen und den Umweltschutz dabei weitgehend außer Acht.

Wer trägt es? Das Siegel wird weltweit vergeben und ist dementsprechend auch weit verbreitet – nicht nur Kleidung, sondern auch Textilien wie Kissen, Teppiche oder Matratzen tragen das Label häufig. Im Bereich der Mode tragen es unter anderem Only, Kunert und The North Face.

Anspruch auf Nachhaltigkeit:

Made in Green

Ein weiteres Label aus der Öko-Tex Gemeinschaft ist Made in Green. Auch hier werden Kleidung sowie Heimtextilien zertifiziert und auf Schadstoffe nach dem Standard 100 geprüft. Doch das Label reicht deutlich weiter. Denn hier wird nicht nur auf den Verzicht von Pestiziden und Farbstoffen geachtet, sondern auch auf die sozialen Bedingungen. Die Materialien müssen also an „sicheren und sozialverträglichen Arbeitsplätzen produziert werden“ und „in umweltfreundlichen Betrieben“ hergestellt werden. Es wird nur für ein Jahr lang vergeben, was regelmäßige Kontrollen garantieren soll. Von Greenpeace wurde das Siegel nach Überarbeitungen und nach einer Entwicklung hin zu höheren Standards als „streng“ eingestuft. Außerdem verspricht das Label eine gewisse Transparenz, da jeder Artikel eine eigene I-D zugewiesen bekommt, welche über QR-Codes gescannt werden kann und die Lieferketten und Produktionsstätte des Produktes aufzeigt – sodass sich jeder ein eigenes Bild von der Herstellung machen kann.

Die Kritik: Obwohl die Überarbeitung des Siegels in den letzten Jahren für viel Lob gesorgt hat, kritisieren einige noch die Kontroll-Prozesse von Öko-Tex. Denn die Institute, die das Zeichen an Firmen vergeben, sind auch diejenigen, die sie schließlich kontrollieren. Oft werden hier verschiedene Stellen eingesetzt, um eine Unabhängigkeit zu garantieren. Bei Made in Green verzichtet man jedoch darauf – was viele für fragwürdig halten. Denn schließlich muss jedes Siegel bezahlt werden – und wenn die gleichen Institute, die das Geld bekommen auch die Kontrolle durchführen, kommen schnell Zweifel auf, wie streng die Kontrollen wirklich ausfallen.

Wer trägt es? Etwa 40 Unternehmen tragen derzeit das Made in Green Siegel. Hier könnt ihr einsehen, welche Brands dabei sind.

Das Traditionssiegel der Bundesregierung: Der Blaue Engel

Bei dem Blauen Engel handelt es sich um ein Umweltzeichen der Bundesregierung das bereits seit 1978 vergeben wird und „besonders umweltschonende Produkte und Dienstleistungen“ in den verschiedensten Produktkategorien auszeichnen soll. Das bedeutet, dass nicht nur umweltschonende Kleidung mit dem blau-weißen Siegel versehen werden, sondern auch recycelbares Klopapier, die umweltfreundliche Zahnbürste oder auch Car-Sharing Dienste. Für jede Kategorie greifen natürlich andere Kriterien, die von den jeweiligen Firmen erfüllt werden müssen. Diese werden von dem Umweltbundesamt festgelegt, welche eine Jury stellt, die sich aus Vertretern verschiedenster Brachen zusammensetzt. Hier finden sich Wissenschaftler, Vertreter der Bundesländer, Umwelt- und Verbraucherbände aber auch Handel und Handwerk zusammen. Diese diverse Zusammensetzung soll eine gewisse Unabhängigkeit generieren. Die in dieser Jury beschlossenen Kriterien werden alle drei bis vier Jahre aktualisiert. Das stetig wachsende Vertrauen in den blauen Engel hängt nicht nur mit seiner Unabhängigkeit zusammen, sondern auch damit, dass der Vergabeprozess dokumentiert und veröffentlicht wird. Zudem geht es nicht nur darum, dass die Produkte umweltfreundlich sind – sie müssen auch sozialen Standards gerecht werden, eine Gebrauchstauglichkeit nachweisen als auch nachweislich auf Chemikalien während der Herstellung verzichten.

Die Kritik: Was oftmals an dem Konzept des Blauen Engels kritisiert wird, ist, dass es einem suggeriert, dass das Produkt das gekennzeichnet wird, eine umweltfreundliche Variante ist. Jedoch ist dies oftmals nicht der Fall – meist sind die Produkte nur etwas schonender als andere aus der Kategorie – was jedoch nicht bedeutet, dass sie nachhaltig oder gar umweltverbessernd sind. Daher sollte man nicht annehmen, dass nur, weil ein Stück das Siegel trägt, die Kaufentscheidung dadurch legitimiert wird. Dies gilt allerdings für alle Siegel, die hier vorgestellt werden. Das Zertifikat fungiert zwar als nützliche Orientierungshilfe – nimmt einem aber nicht die Entscheidung selbst ab.

Wer trägt es? Den Blauen Engel findet man auf den verschiedensten Produkten, es werden nicht ganze Marken damit ausgezeichnet.

Faire Arbeitsbedingungen: Fair Wear Foundation

Die Fair Wear Foundation setzt sich ein klares Ziel: „die Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Bekleidungsindustrie“ – ein Thema, bei dem immer noch viel zu gerne weggesehen wird. Dieses tut die FWF mit verschiedensten Partnern, wie NGOs, Unternehmen, Fabriken, Regierungen und Gewerkschaften. Dieses Ziel hat gleich mehrere Implikationen – dazu gehört unter anderem das Verbot von Kinderarbeit, sicherer Lohn und Arbeitsplätze als auch das Recht auf Vereinigungsfreiheit. Doch der Fokus liegt neben dem sozialen Aspekt auch bei der Produktion, die laut den Standards des Zertifikats so umweltschonend wie möglich gestaltet werden sollte. Gewährleistet soll die Erfüllung der Kriterien durch jährliche Performance-Checks. Dabei werden nicht nur die Endprodukte, sondern die gesamte Produktionskette überprüft. Demnach geht die FWF vor Ort, dorthin wo die Kleidung auch wirklich hergestellt wird.

Die Kritik: Die gekennzeichneten Brands verpflichten sich zwar daran zu arbeiten, die Standards zu erfüllen – das bedeutet jedoch nicht, dass sie die gegebenen Kriterien bereits erfüllen (können). Manche zeigen dabei zwar schnelle Ergebnisse, doch das ist nicht bei allen Marken der Fall.

Jeans: Armedangels

Wer trägt es? Die nachhaltige Brand Armedangels aus Köln als auch die schwedische Brand Acne Studio gehören zu den Marken, die sich dazu verpflichtet haben, die sozialen Standards des Labels zu erfüllen.

Ihr interessiert euch für nachhaltige Mode? Hier habe ich meine Lieblings-Brands, vorgestellt die alle unterschiedliche, nachhaltige Ansätze verfolgen.