Rachel Zoe: Erwartet kein Süßholzgeraspel!

Rachel Zoe (43) warnte Newcomer davor, Lob zu erwarten – das könne man sich im Modegeschäft abschminken.

Bild von Rachel Zoe

Rachel Zoe (43) warnte Newcomer davor, Lob zu erwarten – das könne man sich im Modegeschäft abschminken.

Die Hollywood-Stylistin kleidete schon die internationalen Top-Promis ein, einschließlich Grazien wie Cameron Diaz (42, ‘Bad Teacher’), Anne Hathaway (32, ‘Love and other Drugs – Nebenwirkung inklusive’) und Jennifer Garner (42, ’30 über Nacht’). Außerdem hat sie eine eigene Modelinie. Zwar freut sie sich über diese Bilderbuch-Karriere, doch war es der New Yorkerin ein dringendes Anliegen, Newcomern ins Gewissen zu reden: Laut der Expertin sei es nämlich alles andere als einfach, in der Branche Fuß zu fassen. “Manche Leute haben diese Auffassung: ‘Ich mag Klamotten, also kann ich es schaffen.’ So ist es nicht – man muss es lieben und man muss wirklich hart arbeiten und darf nicht erwarten, dass einem irgendetwas geschenkt wird”, mahnte sie im Gespräch mit ‘vogue.com.au’. Außerdem erklärte sie: “Man muss es wollen und darf nicht kleingeistig sein und niemals glauben, dass man auf etwas Anspruch hat, man muss Verantwortung für seine Arbeit übernehmen, stolz auf sie sein und nicht damit rechnen, dass man mit Lob überschüttet wird.”

Laut Rachel ist es die Leidenschaft, die die meisten Menschen in der harten Modebranche antreibt. Wenn man nicht voll und ganz glücklich mit dem ist, was man tut, wirkt sich das ihrer Meinung nach auf den Job aus. Deshalb glaubt die Blondine, dass man sich für seine Arbeit aufopfern und auch mal seinen Mitarbeitern helfen muss, wenn Not am Mann ist. “Die beste Art, wie ich gelernt habe und wie die Leute in meinem Büro gelernt haben, ist die, dass man sich immer helfen und alles Mögliche tun muss. Niemand sagt: ‘Das ist mein Job, dafür bin ich verantwortlich.’ Wir helfen einander und alles ist Teamwork.”

Die Liebe zu ihrem Job wird auch in ihrer Reality-TV-Show ‘The Rachel Zoe Project’ dokumentiert. Sowieso könne sich die Fashionista nicht vorstellen, einen anderen Beruf auszuüben, weil sie von ihrer Arbeit so besessen ist. Ihre Leidenschaft für die Mode ist auch dafür verantwortlich, dass sie es nicht wie andere Designer handhabt und nur ihr eigenes Label trägt. “Ich möchte alles tragen, ich möchte alles benutzen, ich möchte für meine Kunden alles sein”, erläuterte sie. “Ich werde in dieser Hinsicht nie eindimensional sein und ich liebe zu viele Dinge.”

Wie es scheint, unterstützt Rachel Zoe nicht nur ihr Team liebend gerne, sondern auch Kollegen. © Cover Media

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Meine Haute-Couture Entdeckung: Stéphanie Coudert

Ich habe eine goldene Regel bei den Modeschauen: Alles, was neu ist, schaue ich mir auf alle Fälle einmal an. Selbst wenn es nicht gut war, bekommt die Marke von mir eine zweite Chance. Hat sie diese vertan, gehe ich nicht mehr hin. Diese Fragen stelle ich mir bei der diesjährigen Haute Couture Debütantin Stéphanie Coudert gar nicht. Mich hat ihre Erstkollektion regelrecht begeistert. Diese Stoffe, diese Volumen, diese Rückenansichten, diese schlauen und ungewohnten Schnitte. Ich war wirklich hin und weg.

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Wer ist diese Stéphanie Coudert? Sie ist nicht mehr die Jüngste: Aufgewachsen in Bagdad und Versailles (Hui, welche Gegenätze prallen da aufeinander? Nehmen wir mal an, dass ihre Eltern 1979 Teheran verlassen haben), studierte sie Modedesign an der Ecole Duperré, dann EMSAD und IFM, bevor sie als Assistentin bei Martin Margiela arbeitete. Sie gewann das berühmte Festival in Hyères und arbeitete dann vor allem für eine private Kundschaft, die bei ihr Haute Couture in Auftrag gab. O-Ton: “Ich machte Haute Couture im Geheimen.”

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2004 wurde sie erstmals eingeladen, ihre Modelle auf der Haute Couture zu zeigen. Damals nähte sie alle alleine per Hand. Die Modelle waren danach in verschiedenen Ausstellungen zu sehen. Seit 2009 hat sie im Norden von Paris, konkret in Belleville, ein eigenes Studio und arbeitet dort als sogenannte “couturière en chambre” und “couturière particulière”, eine Schneiderin für erlesene Kundinnen. Rund 30 Frauen bestellen bei ihr Einzelstücke, doch mit der nun gezeigten Fashionshow könnte die 39-Jährige endlich aus dem Schatten ins Licht treten und einem größeren Publikum bekannt werden.

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Wie kam es, dass diese bescheidene Frau mit den langen dunklen Haaren (und auch Mutter eines Kleinkindes) nun endlich ein größeres Publikum sucht. Laut französischer Presse traf sie einen Industriellen, der für große Pariser Modehäuser arbeitet und sich in ihre Handarbeit verliebte. Er bot ihr an, ihre Kollektion für die Haute Couture Schau zu produzieren. Ihre fünf Nähmaschinen wechselten in ein großtes Atelier, wo 20 andere Hände ihr zur Seite standen. Mit diesem Back-Up wagte sie den Schritt und eroberte gleich die Meinung des Mister Haute Couture, Didier Grumbach, der von ihr in höchsten Tönen schwärmt.

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Unter uns: Ich sehe Stéphanie Coudert sogar noch viel weiter. Dass sie fast ausschließlich Tagesmode zeigte, die nicht nur super elegant, sondern extremst alltagstauglich ist, ist der Beweis, dass diese Designerin durchaus auch das Zeug hätte für die Prêt-à-Porter. Sie braucht dazu einen geldgeber. Ich hoffe, dass mit dieser vulminanten Show bald die ersten Angebote ins Haus flattern und wir bald von ihr noch mehr hören.

Hier der Rest der Kollektion:

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Und das dazugehörige Modepilot-Video:

Fotos: Catwalkpictures

Video: Barbara Markert