
Parfumbesprechungen darf man nicht gleich bei Neuerscheinung schreiben, wenige Ausnahmen, wie der ehemalige The New York Times Parfumkritiker Chandler Burr ausgenommen. Barbara stellte gerade den neuen Cuir d’Ange von Hermès vor, den sie bereits im Mai erschnuppern durfte. Ob ein Duft wirklich das Zeug zu einem langen Gefährten hat, weil rund komponiert und dauerhaft das Leben bereichernd, kann man erst nach einer Langzeitstudie behaupten. Auch, wenn er von der Hermès-Supernase Jean-Claude Ellena stammt, sollte man sicher gehen.
Das Cologne Eau de Narcisse Bleu, das Hermès schon im vergangenen Jahr auf den Markt brachte, mochte ich auf Anhieb, weshalb der große, schöne Flakon (200ml) sogleich seinen Platz auf einer Anrichte zugewiesen bekam. Manchmal sprüht ein Gast den Duft in den Raum. Ich selbst bin dazu übergegangen, jeden Morgen einen Duftnebel davon über das gerade gestrichene Leinen meines Bettes zu stäuben. Darüber freue ich mich jedes Mal, wenn ich zu Bett gehe.

Jetzt hatte ich meine geliebte Ex-Chefin Uschka, die größte Luxus-Fachfrau meines Wissens, zu Besuch. Was macht sie vor dem Schlafengehen? Sie sprüht sich mit dem blauen Flakon die Handgelenke ein, legt sich hin und schläft. Wie ein Baby.
Narzissen, Namensbedeutung nach Wikipedia: “Die Bezeichnung Narzisse leitet sich von dem griechischen Wort νάρκειν narkein ab, welches „betäuben“ bedeutet (vgl. Narkose). Die Dichternarzisse, die auch in Griechenland wächst, strömt tatsächlich einen sehr intensiven und betäubenden Geruch aus.”

Duftkomposition: Narzisse (ob es die dichterische aus Griechenland ist, behält Ellena für sich) in der Herznote, Orangenblüte und der warme, harzige Duft des Galbanums in der Kopfnote und sehr pludrig mit “zartem Holzakkord” in des Basisnote. Der Parfum-Kreateur Jean-Claude Ellena nennt es: „Ein Duft, bei dem ich meiner Kreativität freien Lauf ließ. Im Vordergrund steht die sinnliche Wahrnehmung der Materie.“
Eau de Cologne Spray Narzisse Blau von Hermès, ab 93 Euro (100ml), z.B. online über Douglas.de >>>
Fotos: Hermès



Bei den Sattlern aus der Faubourg St. Honoré spricht man bei Parfum gerne von Romanen. Sie erzählen Geschichten, wie diese von den Mysterien der Frauen, die man erleuchten kann, so wie sich morgens die Sonne erhebt und die Sachen und Dinge am Tag bestrahlt. Von diesem Licht, das den Tag erblühen lässt, erzählt das neue Parfum, das so gelb ist wie die Sonne und in der Flasche mit dem dicken Glassockel, wunderbar designed von Pierre Hardy, sich spiegelt und verstärkt. Genau so wie der Duft die Frauen noch mehr ins Licht setzt, ihre Eigenschaften unterstreichen soll.