Closet Diary mit Sharon Berkal, Gründerin von Haus und Glanz

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Für die Minimalismus-Liebhaber unter euch haben wir heute ein besonderes Schmankerl, denn unsere heutige Kandidatin Sharon Berkal (auf Instagram: @sharon.berkal) beweist, dass man auch mit einem schlichten Farbspektrum sehr gut angezogen sein kann.

Die gebürtige Münchnerin und heute Berlinerin kennt sich von Berufswegen mit den schönen Dingen des Lebens aus: Sharon hat in London Modejournalismus studiert, in Berlin eine Ausbildung zur Regisseurin gemacht, Musikvideos von z.B. Revolverheld produziert und als Journalistin für die Deutsche Welle gearbeitet, bei der sie spannende Persönlichkeiten wie Christian Louboutin oder Peter Lindbergh interviewen durfte.

Aus ihren beruflichen Erfahrungen entwickelt sie die Idee zu HAUS GLANZ. Und so gründete sie 2018 ihre eigene Agentur mit dem Ziel, den deutschen Mittelstand strategisch und kreativ näher an seine Kund:innen zu bringen. Zusätzlich veröffentlicht sie ein HAUSeigenenes Onlinemagazin, eine Art Visitenkarte, das regelmäßig über das Beste Deutschlands aus Design, Mode, Kultur und Leben berichtet. Lest mal rein!

Uns beweist die 45-Jährige in ihrem Closet Diary ein gutes Gespür für Klassiker mit großem Wiedererkennungswert. Wie sie die Key Pieces kombiniert und ein wenig Pink und Gold in ihre minimalistischen Outfits intergriert, seht ihr in ihrem Closet Diary!

Mein Montag startet mit einem Treffen mit einem potentiellen neuen Kunden. Wir betreuen im Haus Glanz den deutschen Mittelstand und helfen ihm, mit der internationalen Konkurrenz mitzuhalten. Oft sind die Produkte toll, aber alles andere wie zum Beispiel der visuelle Auftritt oder die Kommunikation eher vernachlässigt. Heute lässt sich das wertigste Produkt nicht mehr nur „einfach so“ verkaufen. Das gilt übrigens auch für die eigene Person.

Den Rest des Tages mache ich Erledigungen und arbeite meine Mails ab. Jeder Selbstständige wird das kennen; meist sind die Wochen nur durch den Tatort abgetrennt. Wenn ich zum Beispiel einen langen Text schreiben muss, lege ich das meist aufs Mail-befreite Wochenende.

Den lokalen Blick, den ich in der Arbeit habe, ziehe ich natürlich auch durch meine Garderobe. Ich trage eigentlich immer etwas von einem deutschen Label. Heute trage ich zum Beispiel ein Kleid von Horror Vacui und eine Tasche der Hamburger Marke Stiebich & Rieth. Die Taschen sind alle handgenäht. Der Schmuck ist vom Freiburger Label TWENTYTEN. Der Ring ist z.B. aus einer über 2.000 Jahre alten Münze gefertigt. Ich finde die Vorstellung, was die Münze schon alles „gesehen“ hat, unglaublich. Der Mantel ist von Acne Studios und die Schuhe sind von Arket.

Mein Outfit zusammengefasst:

Mantel von Acne Studios (ähnlich hier), Kleid von Horror Vacui (ähnlich hier), Schuhe von Arket (ähnlich hier), Tasche von Stiebich & Rieth (ähnlich hier), Schmuck von TWENTYTEN

Dienstag bin ich total unspektakulär im Homeoffice und arbeite die To-do-Liste unserer verschiedenen Projekten ab. Das kann eine Content-Produktion sein oder ein Brainstorming für die nächsten strategischen Schritte. Unser physisches Büro war das Erste, was ich am Anfang der Pandemie abgestoßen habe … und es auch nicht bereue. Klar hätte ich gerne repräsentative Räume, vielleicht auch mit einem Showroom für die Marken, mit denen wir arbeiten. Aber das würde ich nur mit einem Investor machen. Leider ist Design und guter Stil kein Investitionsthema in Deutschland. Da müsste ich wohl besser Dinge mit dem Fahrrad transportieren oder eine App entwickeln. Da ich aber leider wenig sportlich und technisch unbegabt bin, gehe ich mit meiner Freundin, der Berliner Innenarchitektin Julia Rafflenbeul, lieber einer der neuen Hot Spots Berlin ansehen: die Hotelbar vom Chateau Royal.

Dafür trage ich einen Mantel der Berliner Designerin Elena Nancu, einen Wollrock aus der Kollab von Narciso Rodriguez mit Zara, einen uralten schwarzen Kaschmirpulli ohne Etikett (da ist meine Haut sehr empfindlich) und ein Tuch von Chanel, das ich seit zwei Jahrzehnten besitze. Es sieht immer noch aus wie nagelneu. Qualität zahlt sich eben einfach aus. Die Tasche ist wieder von Stiebich & Rieth. Ach, die Schuhe sind von & Other Stories.

Mein Outfit zusammengefasst:

Mantel von Elena Nancu (ähnlich hier), Kaschmirpulli ohne Etikett (ähnlich hier), Wollrock von Narciso Rodriguez x Zara (ähnlich hier), Tuch von Chanel, Tasche von Stiebich & Rieth, Schuhe von & Other Stories (ähnlich hier)

Mittwoch muss ich früh raus. Ich fahre für den Tag nach Bielefeld zu einer meiner Kundinnen: Die Designerin Maria Grefe betreue ich als Kreativdirektorin. Kommende Woche haben wir ein großes Shooting zum Relaunch. Die Markenzeichen von Maria Grefe sind hochwertige Leder-Pieces.

Am Abend holt mich mein Mann vom Bahnhof ab und wir gehen noch auf eine Vernissage. Wir haben ganz bewusst kein Auto, machen alles mit den Öffentlichen. Deswegen ein Bild in der U-Bahn. Ich fahre gern öffentlich, weil A) lerne ich meine Stadt ganz anders kennen und B) verliert man den Blick auf die Realität nicht und C) brauche ich ab und zu einen Raum, wo ich das Steuer nicht in der Hand halte und dumm gucken kann (Was ich natürlich nie mache 🤪).

Ich trage einen Ledermantel von Massimo Dutti, eine Bluse von By Malene Birger, Hose von Cos, Schuhe vom Berliner Label Aeyde, Tasche vom ebenfalls Berliner Label Agneel, Schal Toteme und Schmuck wieder von Twentyten und Celine.

Mein Outfit zusammengefasst:

Ledermantel von Massimo Dutti (ähnlich hier), Bluse von By Malene Birger (ähnlich hier), Hose von Cos (ähnlich hier), Schuhe von Aeyde (ähnlich hier), Tasche von Agneel (ähnlich hier), Schal von Toteme, Schmuck von Twentyten und Celine

Am Donnerstag bin ich im Homeoffice und arbeite an der neuesten Edition von unserem Newsletter und dem Onlinemagazin. Auch da geht es um das Beste Deutschlands aus Design, Reisen und Kultur. Mittags springe ich mit meinem Mann schnell zu Klub Kitchen in der Uhlandstraße. Da bin ich sicher einmal die Woche!

Ich muss aber gestehen, heute habe ich einen kleinen Tiefpunkt. Sich jeden Tag zu dokumentieren, komme was da wolle, ist fürs Gemüt anstrengender als gedacht. Ich bin wahrlich nicht kamerascheu, aber ich muss schon Muße dafür haben. Dank Hormone und einer Erkältung war ich die Woche Miss Piggy gefühlt näher als Claudia Schiffer. Das Letzte, was man da will, ist sich auf dem Display sehen. Aber man muss die Feste feiern, wie sie fallen und ich hatte mich über die Anfrage sehr gefreut. Ich hoffe, ihr gerecht zu werden.

Für unseren kleinen Lunch trage ich einen Blazer von Frankie Shop, Seidenhose und Rolli von H&M, Hemd von Seidensticker, Schuhe von Birkenstock und Cashmere-Socken von Mell-O. Tasche ist Miu Miu. Ohrringe vom Münchner Label Eliza Weiss und die fette Kette, die man nicht sieht, weil ich so kamerascheu heute bin, aber die ganz großartig ist, ist ebenfalls aus München von Strawberry & Cream.

Mein Outfit zusammengefasst:

Blazer von The Frankie Shop, Seidenhose (ähnlich hier) und Rolli von H&M, Hemd von Seidensticker (ähnlich hier), Schuhe von Birkenstock, Cashmere-Socken von Mell-O, Tasche von Miu Miu (ähnlich hier), Ohrringe von Münchner Eliza Weiss, große Kette von Strawberry & Cream

Am Freitag habe ich einen Termin bei der Königlichen Porzellanmanufaktur, kurz KPM. Wir besprechen eine Zusammenarbeit für das kommende Jahr. Ich liebe Vasen und dekorative Rumstehleins, gerade aus Porzellan. Mein Mann auch. Leider. Eine minimalistische Wohnung bleibt für uns unerreichbar. Meine Freundin Kris Ter-Ghazaryan, Gründerin des übercoolen Schmucklabels Ouverture, hilft mir heute, in den tollen Werkräumen noch Fotos zu machen. Danke Wilkin und Theresa für die Möglichkeit!

Ich trage eine Lederjacke von Arket, einen Kaschmirpulli von Toteme, einen Wollrock von Ivy Oak, Schuhe von Arket, eine Schleife von MDC Cosmetics, Ringe von Cartier, Ina Beissner & Twentyten. Armband von Jil Sander.

Mein Outfit zusammengefasst:

Lederjacke von Arket (ähnlich hier), Kaschmirpulli von Toteme, Wollrock von Ivy Oak (ähnlich hier), Schuhe von Arket, Schleife von MDC Cosmetics, Ringe von Cartier, Ina Beissner & Twentyten, Armband von Jil Sander

Unser Samstag startet ritualhaft mit Kaffee und Zeitung im Bett. Wir erledigen am liebsten alle Einkäufe und haushaltsnahe Tätigkeiten unter der Woche, dann startet man mit weniger Druck in den Samstag. Tagsüber gehe ich zum Sport und dann in die Sauna. Das ist mein neues Hobby. Dafür fahre ich lange an einen geheimen Ort, denn das Letzte, was ich möchte, ist es, durch Zufall nackt mit einem Geschäftspartner in der Hitze zu sitzen.

Am Abend sind wir zu Freunden eingeladen. Die beiden haben die schönste Buchhandlung Berlin: Geistesblüten am Walter-Benjamin-Platz. Mein Mann liest seeeehr viel und durch seine Leidenschaft haben wir uns näher kennengelernt. Die beiden haben eine Terrasse, von wo man ganz Berlin aus sieht. Ich liebe Berlin … mit all seinen Ecken und Kanten. 2024 werde ich hier schon ein Vierteljahrhundert leben. Ich plane jetzt schon die Party.

Mein Outfit für diesen Abend besteht aus einem Kleid von Cecile Bahnsen, Schuhen von Jimmy Choo, die ich auch schon mindestens seit 11 Jahren habe, einer Barockperlenkette vom Berliner Label Contessa Berlin sowie einer Tasche von Lutz Morris. Ebenfalls ein deutsches Label.

Mein Outfit zusammengefasst:

Kleid von Cecile Bahnsen (ähnlich hier), Schuhe von Jimmy Choo (ähnlich hier), Barockperlenkette von Contessa Berlin,Tasche von Lutz Morris

Am Sonntag geht es als Kermit ins Museum. Kunst, Kultur, Geschichte und überhaupt Wissen sind wichtige Faktoren in meinem Leben. Ich merke das richtig: Wenn es dafür eine Weile keine Zeit gibt, werde ich richtig hungrig. Körper, Beziehungen und Geist müssen gepflegt werden. Wenn jemand nur mit seinen tollen Sachen punkten will, aber kein anständiges Gespräch führen kann, verliere ich mein Interesse in Sekunden.

Für unseren Ausflug in die Neue Nationalgalerie mit anschließendem Essen trage ich eine Jacke und einen Pulli von Ivy Oak, den Rock wieder aus der Zara-Kollab, Schuhe und Ohrringe von Aeyde und eine Tasche von Wandler. Am Abend gibt es dann den Tatort. Für einen sauberen Abschluss der Woche! 😉

Mein Outfit zusammengefasst:

Jacke (ähnlich hier) und Pulli (ähnlich hier) von Ivy Oak, Rock von Zara (ähnlich hier), Schuhe und Ohrringe von Aeyde, Tasche von Wandler (ähnlich hier)

Dankeschön, dass du dabei warst, liebe Sharon!

Wie hat es euch gefallen?


Von Alexandra

Schreiben sollte mir eigentlich leicht fallen, könnte man meinen. Doch wenn es darum geht, etwas über mich selbst zu erzählen, bin ich – ja sagen wir mal – überfordert. Wo fange ich an? Ich habe bei Journelles als Praktikantin angefangen. Danach ging es weiter in die Moderedaktion vom Tagesspiegel und dann wieder zurück an die Uni und dann wieder zurück zu Journelles 😉

Ich mag Mode und Beauty: Ich liebe neue Trends, spannende Outfits und (zugegeben) auch etwas Shopping. Doch fast noch mehr mag ich es, Mode als Phänomen zu betrachten: Wieso gibt es diesen Trend? Woher kommt er? Welchen Einfluss hat die Politik oder Gesellschaft auf die Mode? Und umgekehrt! Ebenso finde ich es spannend, über großartige Frauen und ihre noch so unterschiedliche Errungenschaften zu berichten, sie kennenzulernen, von ihnen zu lernen …

Wenn ihr meine Texte lesen solltet: Dankeschön! Es gibt nichts Schöneres, als zu wissen, dass meine Artikel gelesen werden. Und bitte seid gnädig mit mir, wenn ich Fehler mache. Ich lerne noch … das wird sich wohl auch nie ändern 😉


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Journelles ist das grösste unabhängige Mode-Blogazine in Deutschland und wurde 2012 von Jessie Weiß gegründet. Die 36-jährige Unternehmerin legte 2007 den Grundstein für die Modeblogosphäre mit dem Netz-Urgestein LesMads und arbeitet seither als Journalistin, Moderatorin und Kreativdirektorin.