Streetstyles: Schöne Looks der Berliner Modewoche

Ach, das waren noch Zeiten, als dem Wort „Streetstyle“ noch etwas Unbedarftes und Unschuldiges anhaftete. …

Ach, das waren noch Zeiten, als dem Wort „Streetstyle“ noch etwas Unbedarftes und Unschuldiges anhaftete. Echte Looks, ausgewählt, um die Trägerin oder den Träger verlässlich und stilsicher durch den Tag zu begleiten. Weniger wichtig als die Labels im Nacken waren Wohlfühlfaktor, Schnitt, Farbe und der persönliche Geschmack. Internet und Social Media sei Dank ist die Sache mit den Streetstyles zu einem ziemlich großen Geschäft geworden, von dem Labels, Influencer beziehungsweise Fotografierte und natürlich auch die Fotografen profitieren. Wie heißt es so schön? Die Revolution frisst ihre Kinder. Und ähnlich sehe ich das mit den Schnappschüssen von Looks, die immer wieder wunderschön anzusehen, aber nicht mehr wirklich authentisch sind.

Aber es gibt sie noch! Die Damen, die ihren Look morgens sorgfältig zusammen stellen, dabei im Hinterkopf haben, was der Tag an Pflichten und Abenteuern mit sich bringt und denen es vor allem wichtig ist, sich wohl zu fühlen und nicht verkleidet daher zu kommen (was gerade bei der Fashion Week allzu oft der Fall ist). Danke, Berlin!

Mehr Stil und Understatement haben wir im Berliner Salon im Kronprinzenpalais gefuden, wir haben für euch keine lauten, dafür aber zeitlose und geschmackvolle Looks gesammelt und verraten euch, wo sie theoretisch nach geshoppt werden können. Beim Durchsehen der Bilder fiel mir vor allem ein Kleidungsstück auf, das mir bei genauerem Nachdenken wirklich dauernd über den Weg gelaufen ist: Der Blazer feiert gerade sein großes Comeback und gehört definitiv in die Grundausstattung eines jeden Kleiderschranks.

Hier kommen unsere schönsten Looks von der Berliner Modewoche (inklusive #teamjournelles), fotografiert von unserer Fotografin Julia Novy.

WANA LIMAR

Werner, Moderatorin, Influenzaaa

ARI

#teamjournelles

MIRIAM AMRO

stellv. Modeleitung GRAZIA Magazin

JOSEPHA

Stylistin (ganz in William Fan) und CD-Kandidatin

STELLA VON SENGER

Make-Up-Artistin und Tausendsassa, hier geht es zu ihrem Closet Diary bei uns

CHARLOTTE

#teamjournelles

LISA

#teamjournelles

AVA CARSTENS

Creative Director, freie Redakteurin – hier ist ihr Closet Diary bei uns

ANN-KATHRIN GREBNER

TANZEKIND

JULIA MALIK

Schauspielerin

FUNDA CHRISTOPHERSEN

Dänische Bloggerin

ALEXANDRA JAGDFELD

CELINE AARGAARD

Influencerin

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Pedal Pusher: Wear your mother’s jeans

Sue Giers vom Label Closed rief gerade an, als ich mit meiner Mutter durch meine Heimatstadt Karlsruhe schlenderte. Sue und ich hatten zuvor schon über die Idee “Wear your mother’s jeans” gesprochen. Gemeint ist damit die legendäre Pedal Pusher von Closed, die Achtzigerjahre-Karottenjeans mit verdammt hoher Taille. Sie schnitt sich ein Modell für den Sommer auf Kniehöhe ab und es sah super stylish aus!

“Pedal Pusher”, hört meine Mutter und ist ganz aus dem Häuschen. “Das sind die bestsitzenden Jeanshosen aller Zeiten. Erst im vergangenen Herbst legte ich mir wieder eine zu.” Sue und ich sind auf dem richtigen Weg…

Als ich in den Achtzigern meinen besten Freund Moschele (“Moritz” konnte ich damals noch nicht aussprechen) zum Spielen abholte, öffnete mir seine Mutter Marlies, die coole Architektin, immer barfuß mit Pedal Pusher und Zigarette die Türe. Ich kannte sie nicht anders. Manchmal trug sie Birkenstocks dazu.

Der Klassiker von Closed: die Pedal Pusher Jeans

Der Klassiker von Closed: die Pedal Pusher Jeans

Sue erzählt mir am Telefon von der neuen Ladung Jeanshosen, die sie gerade in Hamburg auspackt (der 30 Millionen mal verkaufte Klassiker wird gerade als Skinny Modell neu aufgelegt – kommt jetzt in die Stores). Sie lässt mir gleich zwei Modelle zukommen, das Original “Pedal Pusher” und das neue Modell “Skinny Pusher”.

Seit Montag trage ich Pedal Pusher und Skinny Pusher abwechselnd und wüsste nicht mehr, was mich zum Kauf anderer Jeanshosen bewegt haben könnte. Gestern hatte ich auf dem Fahrrad die reinste Freude. Da schaut hinten nichts raus. Da muss man nicht an jeder roten Ampel Unterhose und T-Shirt verstauen. Ha! Pedal Pusher – der Name erschließt sich mir. Und auch, dass Muttis am Ende immer Recht behalten.

Nur das Münchner Umfeld muss sich noch daran gewöhnen. O-Ton Freund: “Macht einen riesigen Arsch, den Du eigentlich gar nicht hast.” O-Ton Freundin: “Puh, so ein J.Lo-Modell halt. Das ist nur etwas für kurvige Frauen, wenn Du mich fragst.”

In meinem Lieblingscafé hoffen die Herren, dass sich der Hosenschnitt nicht wieder durchsetzt. Er sei nicht sexy, sagen sie. Doch die beiden Frauen, in den Achtzigerjahren geboren, die draußen sitzen und gerade ihre virtuelle Shoppingmall besprechen, die in sechs Wochen live gehen soll, finden die Pedal Pusher an mir super. Sie wäre ihnen schon von Weitem aufgefallen und sie möchten sie mir am liebsten abkaufen.

Closed Pedal Pusher Skinny Pusher Modepilot

Closed Pedal Pusher links, Closed Skinny Pusher rechts

Fazit: Unter den modeaffinen Frauen ist die Hose ein Hit. Wer nicht unter Modebloggern, Moderedakteurinnen und E-Commerce-Visionären lebt und arbeitet, benötigt “Attitude” für diese konsequenteste aller Taillenjeans. Auf alle Fälle könnte man sich aber schon einmal eine zulegen (zwischen 160 und 220 Euro kostet eine), denn das Auge aller wird sich an die neue, alte Denim-Kurvenbetonung gewöhnen. Genau so, wie es sich an die ausgehfeinen Jogginghosen aus Seide mit Tunnelzug gewöhnt hat. Bis dahin einfach Stilettos dazu tragen. Extra Tipp: mit dieser Hose ist der Bauchfrei-Trend leicht mitgemacht.

#skinnypushers

PS.: Von dem 19. Juni an könnt ihr bis zum 3. Juli eure alte Closed-Jeanshose in den Closed Stores gegen einen 20-Prozentnachlass für eine Skinny Pusher eintauschen.

Fotos: Closed; Modepilot(2)