Nachhaltige Schmucklabels aus Europa, die ihr kennen solltet

Geboren 1989, lebe ich – Maria Astor aka Masha Sedgwick – seit nunmehr 5 Jahren in der wohl schönsten Stadt der Welt: Berlin.

Mit der Idee eines Blogs, der 2010 ursprünglich aus privaten Erlebnissen als eine Art Tagebuch gegründet worden ist, entwickelte ich über die Jahre eine große Leidenschaft für Digitale Medien und Fotografie. Zusammen mit meiner Passion für Mode, Beauty, Lifestyle, aber auch sozial relevante Themen, erarbeitete ich aus dem Erfolg heraus ein Konzept, welches meine Persönlichkeit und meine Liebe zum Schreiben, zusammen mit meinem Know-How als Vorreiter in der Influencer-Welt, verband.

Über die Jahre kamen weitere Soziale Medien wie Facebook, Instagram, Pinterest und ein Podcast hinzu, bei denen ich meine Kreativität ausleben kann. Auf den verschiedensten Plattformen nehme ich meine Leser, Follower und Freunde mit auf eine Reise in ferne Länder oder gewähre ihnen einen Blick hinter die Kulissen der Modewelt in meiner eigenen, manchmal polarisierenden, Sichtweise.

5 nachhaltige Sommer Outfits – perfekt für warme Tage!

Seit einiger Zeit beschäftige ich mich schon mit dem Thema Nachhaltigkeit und ich lerne nach wie vor täglich dazu. Keiner verlangt, dass man von heute auf morgen das Leben und gewisse Gewohnheiten komplett umkrempelt. Vielmehr sind es kleine Taten und Gesten die auf lange Sicht auch einiges bewirken können. In meinem Leben ist das zum Beispiel unter anderem der Fokus auf nachhaltige Mode.

Hier auf meinem Modeblog berichte ich immer wieder über Fair Fashion Brands sowie die besten nachhaltigen Onlineshops dafür. Da diese Themen sehr gut ankommen, baue ich diese Kategorie weiter aus. Starten wir direkt heute damit. Vorhang auf für 5 nachhaltige Sommer Outfits, die dir warme Tage versüßen werden!

5 schöne und bequeme sowie nachhaltige Sommer Outfits habe ich dir am Modeblog zusammengestellt. Welches gefällt dir am besten und würdest du tragen? www.whoismocca.com

Nachhaltige Sommer Outfits für heiße Tage

Alle reden von nachhaltiger Mode, Fair Fashion Marken und sustainable Brands… doch was genau sind nachhaltige Klamotten eigentlich? Kurz gesagt: Nachhaltige Mode wird möglichst umweltfreundlich hergestellt. Gleichzeitig liegt der Fokus auch auf der Gesundheit der Menschen, die die Kleidung herstellen. Es ist ein großer Kreislauf, der beim kleinsten Faden eines Kleidungsstücks beginnt und im Geschäft endet.

Besonders nachhaltig ist es übrigens auch, wenn man Kleidung nicht neu kauft, sondern sie Secondhand erwirbt und ihr somit ein zweites Leben schenkt und . Zum Thema Secondhand Shopping kann ich dir diesen Blogbeitrag empfehlen. Soweit so gut, aber warum sollte ich denn nun nachhaltige Mode kaufen? Auch dafür gibt es etliche gute Gründe. Die für mich wichtigsten sind:

  • man tut der Umwelt etwas Gutes,
  • man unterstützt die Menschen bei ihrer Arbeit,
  • man kauft weniger, dafür aber bessere Qualität zu einem immer noch fairen Preis.

Natürlich ist es immer noch am nachhaltigsten, gar nichts zu kaufen. Für mich und meinen kleinen Sohn kaufe ich größtenteils bereits Secondhand ein. Dafür liebe ich zum Beispiel den Shop sellpy. Und wenn es doch mal etwas Neues sein darf, dann orientiere ich mich größtenteils an nachhaltigen Onlineshops mit wunderbaren Fair Fashion Brands, die mittlerweile alles andere als altbacken sind. 5 schöne und bequeme sowie nachhaltige Sommer Outfits habe ich dir nachfolgend zusammengestellt. Welches gefällt dir am besten und würdest du tragen?

5 Fair Fashion Outfits für den Sommer

1) Sommer Outfit mit Jeans-Shorts

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Starten wir mit einem sehr lässigen Look, der ideal für Freizeit-Angelegenheiten ist. Die Jeans-Shorts sitzt perfekt und ich trage sie aktuell fast täglich, wenn ich mit meinem kleinen Sohn unterwegs in Schwimmbad bin. Die Baseballkappe ist ideal, um sich ein wenig vor der Sonne zu schützen.

Jeans-Shorts, Top in Grau, Sandalen, Umhängetasche mit Leo-Print, Baseballkappe

5 schöne und bequeme sowie nachhaltige Sommer Outfits habe ich dir am Modeblog zusammengestellt. Welches gefällt dir am besten und würdest du tragen? www.whoismocca.com

2) Sommer Outfit mit Maxikleid

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Kein Sommer ohne Maxikleid! Und dieses schöne Exemplar ist nicht nur super bequem zu tragen, sondern noch dazu aus einer nachhaltigen Produktion. Dazu passen Sneakers genauso gut wie Sommersandalen – lässige Accessoires runden den Look ab.

Gestreiftes Maxikleid, VEJA-Sneakers, Schultertasche mit Logo-Print, eckige Sonnenbrille, Armband aus Messing

5 schöne und bequeme sowie nachhaltige Sommer Outfits habe ich dir am Modeblog zusammengestellt. Welches gefällt dir am besten und würdest du tragen? www.whoismocca.com

3) Sommer Outfit mit Midirock

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Ich bin seit Jahren ein Fan von Leoprints und daher kommen meine nachhaltigen Sommer Outfits auch nicht ohne dieses wunderschöne Muster aus. Bei diesem Look greife ich zu einem Midirock sowie einem hellgelben T-Shirt mit V-Ausschnitt.

Leo-Midirock, hellgelbes T-Shirt, Sommer Pantoletten, gehäkelte Handtasche, Halskette aus Messing

5 schöne und bequeme sowie nachhaltige Sommer Outfits habe ich dir am Modeblog zusammengestellt. Welches gefällt dir am besten und würdest du tragen? www.whoismocca.com

4) Sommer Outfit mit Minikleid

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Sonnengelb ist ein Farbton der mich schon immer fasziniert hat. Diese Nuance peppt legere Basic-Looks im Nu auf und sorgt dafür, dass ein vermeintlich langweiliger Look im Nu zum Hingucker wird!

Kurzes Sommerkleid, Spitzen-BH, beige Sandalen, Halskette aus Messing, großer Shopper

5 schöne und bequeme sowie nachhaltige Sommer Outfits habe ich dir am Modeblog zusammengestellt. Welches gefällt dir am besten und würdest du tragen? www.whoismocca.com

5) Sommer Outfit mit Radler-Leggings

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Last but not least darf natürlich auch ein Sommer Outfit mit Radlerhose nicht fehlen. Besonders gerne mag ich den Mix aus Radler-Shorts und Oversize-Shirt. Bequem und top gestylt zugleich!

Radler-Shorts mit Leo-Print, Sandalen mit Klettverschluss, T-Shirt mit Print, Sonnenbrille in Schildpattoptik, Schultertasche

5 schöne und bequeme sowie nachhaltige Sommer Outfits habe ich dir am Modeblog zusammengestellt. Welches gefällt dir am besten und würdest du tragen? www.whoismocca.com

Na, bist du auf den Geschmack gekommen und überlegst dir, ein paar nachhaltige Sommer Outfits einziehen zu lassen?

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Fair Fashion Tipps: 5 nachhaltige Modemarken, die cool UND erschwinglich sind 

1. Nachhaltige Modemarken: Stylestore

Der neue Onlineshop Stylestore kommt aus Skandinavien und kreiert coole Klassiker für moderne Frauen, wie Hemdblusen, lässige Sweatshirts, feminine Kleider und elegante Hosen. Das Design baut auf der zeitlosen skandinavischen Design-DNA auf und setzt auf Akzente aus dem Kopenhagener Street Style. Die Kollektion geht über Trends hinaus und baut auf der Idee eines nachhaltigen Designs auf, um minimalistische, aber raffinierte sowie erschwingliche Mode zu schaffen. So bestehen viele Pieces etwa aus Biobaumwolle; außerdem legt Stylestore Wert auf eine kurze Wertschöpfungskette, was Ressourcen sparen soll.


2. Fair Fashion: Armedangels

You will love it: Armedangels ist ein Modelabel aus Köln, das bereits 2007 gegründet wurde. Bekannt wurde die nachhaltige Modemarke vor allem in den letzten Saisons – nämlich dank perfekt sitzenden Jeans, die so nachhaltig wie möglich produziert werden. Armedangels setzt sich für eine nachhaltige Modeindustrie ein, indem zeitlose Kollektionen aus Bio-Materialien entworfen werden sowie für „faire Arbeitsbedingungen und eine faire Bezahlung von den Menschen, die Armedangels ausmachen. Ganz egal ob Baumwollbauer*innen in Indien, Näher*innen in der Türkei oder IT-ler*innen in Köln“. Best Buy: die Denimhosen des Labels. 


3. Nachhaltige Modemarken: Nu-In

Nu-In wurde 2019 von vier Freunden (u.a. von Stefanie Giesinger) gegründet und möchte erschwingliche Mode entwerfen, die dabei so nachhaltig wie möglich daherkommt. Ein Großteil der Pieces wird in Portugal aus Bio-Materialien oder recyceltem Polyester gefertigt – und anders als bei vielen anderen Fair Fashion Brands verfolgt Nu-In einen sehr trendbewussten und stylischen Look. Wer also auf der Suche nach Trendstücken ist, dabei aber so nachhaltig wie möglich shoppen möchte, wird bei Nu-In sicherlich fündig. 


4. Fair Fashion: Faithfull The Brand

Feminine Kleider, süße Tops und sommerliche Hosen: Faithfull The Brand ist die perfekte Wahl, wenn es um eine leichte Sommergarderobe geht, die gute Laune und ein gutes Gefühl macht. Gegründet wurde das nachhaltige Modelabel von zwei Freundinnen auf Bali – mit einem Fokus auf natürlichen Materialien wie Baumwolle und Leinen und einer nachhaltigen Produktion. Deshalb werden die Stücke auf Bali unter fairen Bedingungen handgefertigt. Tipp! Übrigens: Mein fliederfarbenes Set auf dem Foto oben ist auch von Faithfull 🙂


5. Nachhaltige Modemarken: Alo Yoga

Noch auf der Suche nach nachhaltiger Sportswear? Dann ist Alo Yoga eure Brand to know! Die Marke startete mit Yogakleidung, inzwischen bestehen die Kollektionen aber auch aus anderen Activewear- und Lifestyle-Pieces, die man auch auf der Straße tragen kann. Zudem wird bei der Brand aus L.A. auf eine nachhaltige Produktion und faire Arbeitsbedingungen geachtet. Das Programm „Alo Gives“ hat es sich zum Ziel gemacht, Millionen von Kindern kostenlos an die Vorteile von Yoga und Achtsamkeit heranzuführen. 

Nachhaltige Mode: Vier Fragen, Vier Antworten

In dieser Reihe widme ich mich immer wieder dem scheinbar widersprüchlichen Anspruch, Mode nachhaltiger zu gestalten. Hier möchte ich ganz konkret auf Fragen eingehen, die mir in den letzten Wochen durch den Kopf gingen und auf die ich schlicht keine Antwort wusste. Da ich vermute, dass ich nicht die Einzige bin, die auf der Suche nach Klarheit ist, möchte ich meine Recherche-Ergebnisse hier gern mit euch teilen. Dabei bin ich auf Brands gestoßen, die sich mit diesen Problemen schon viel früher beschäftigt haben als ich und ihre Kleidung aufgrund genau dieser Erkenntnisse nur unter Verwendung bestimmter Materialien gestalten. Diese möchte ich euch hier ebenfalls vorstellen.

Was sind eure liebsten Brands – und welche Widersprüche machen euch noch zu schaffen?

Kunstleder vs. Leder: Was ist wirklich nachhaltig?

Ob es beim Anziehen meiner Sandalen im Sommer ist oder beim Tragen der Lederstiefel im Herbst. Immer wieder kommt diese Frage auf und bisher habe ich mich nicht genügend mit ihr auseinandergesetzt, sodass die Antwort nie eindeutig war. Das hängt wohl auch damit zusammen, dass der Begriff „Nachhaltigkeit“ so vielfältig, ja beinahe schon beliebig verwendet wird. Bedeutet er, dass wir die Kleidung lange tragen, dass sie sich recyceln lässt, dass sie ohne tierische Materialien auskommt, dass sie biologisch abbaubar ist und gehört dazu, unter welchen Bedingungen die Kleidung hergestellt wurde? Weil „Nachhaltigkeit“ so uneindeutig ist, fällt es auch schwer eine eindeutige Antwort auf die Frage: ‚Kunstleder oder „echtes“ Leder?‘ zu finden.

Zunächst die Fakten.

Leder ist Tierhaut, ist also, je nach Verarbeitung, ein natürliches Produkt. Kunstleder hingegen ist ein Lederimitat, das meist aus verschiedenen Mischgewebe besteht. Gürtel, Jacken oder Mäntel aus Kunstleder werden somit oft als vegan bezeichnet. Lange Zeit galt Kleidung aus Kunstleder als qualitativ minderwertig, und da es aus Plastik besteht, heißt ‚vegan‘ in diesen Fällen nicht zwingend nachhaltiger. Doch dieses Image verändert sich zunehmend.

Vor allem unabhängige Labels setzen auf alternatives Leder, unechte Lederimitate also, die mit dem Kunstleder von Fast Fashion Brands nicht mehr viel zu tun haben. Denn Kunstleder muss nicht immer aus synthetischen Stoffen bestehen. Es kann ebenso natürlichen, pflanzlichen Ursprungs sein – der aus recyceltem Plastik hergestellt werden. Was man nämlich nicht vergessen sollte ist, dass echtes Leder nicht unbedingt natürlich ist – schließlich muss dieses Material erst verarbeitet und chemisch behandelt werden, damit es sich hält.

Die Antwort auf die Frage, die mich so umtrieb, ist nach der Recherche also: Es ist kompliziert. Doch es wird geforscht und weiterentwickelt.

Bis dahin ist es wohl am besten, Second-Hand-Lederprodukte zu kaufen, insbesondere da viele tolle Schnitte eh nicht so schnell aus der Mode geraten. Neben großartigen Vintage-Shops gibt es auch immer mehr Online-Second-Hand Stores, in denen echte Schätze zu ergattern sind. Bei Kleidung aus Kunstleder gilt es zuweilen zu schauen, welche Materialien verwendet wurden, ob diese recycelt wurden oder neu hergestellt werden mussten. Besonders kleinere Labels sind bei der Verwendung ihrer Materialien und dessen Verarbeitung transparent. Hier könnt ihr euch zunächst schlaumachen, bevor ihr zugreift.

Worauf muss bei Taschen und Accessoires geachtet werden? 

Da Taschen meist aus Leder und Kunstleder gefertigt sind, könnt ihr euer Wissen gleich an diesem Beispiel erproben. Handelt es sich um echtes Leder, fragt euch: Will ich das wirklich? Gibt es solche Stücke nicht auch gebraucht zu kaufen? Ist es Kunstleder, schaut, aus welchen Materialien es besteht oder ob diese recycelt sind. Das Gleiche gilt natürlich auch für alle anderen Accessoires, die aus Leder oder Lederimitaten bestehen.

Doch neben Taschen, Rucksäcken und Schals gibt es noch eine Kategorie an Accessoires, die ich bisher noch kaum in dem Kontext der Nachhaltigkeit besprochen habe: Schmuck. Das erste, worauf man achten sollte, bevor man Schmuck kauft ist vermutlich erneut: Brauche ich das? Ist das lediglich ein kurzlebiger Trend, den ich schon in einem Monat lieblos in der Schmuckkiste vergessen werde? Oder ist es ein zeitloses Stück, das vielleicht gleichzeitig eine Wertanlage ist oder von dem ich zumindest weiß, dass ich es lange an mir lieben werde?

Das Problem ist nämlich: Wir wissen einfach nicht, wo die Materialien für unseren Ring oder unsere Lieblingskette herkommen. Wenn die Brand es nicht transparent macht, gibt es nur wenig Möglichkeiten für den Konsumenten, dahinter zukommen. Doch die meisten Materialien stammen aus dem Edelmetallbau, aus Goldminen in Südamerika und Afrika, in denen oftmals Kinder arbeiten. Außerdem wird durch den Abbau von Edelmetallen und Edelsteinen die Umwelt zerstört; bei dessen Gewinnung werden umweltschädliche Stoffe eingesetzt. Die Alternative sind Materialien aus ökologischem Abbau oder das Recyceln von Metallen und Steinen für die Neuproduktion.

Nachhaltiger Schmuck ist auch deshalb so wichtig, weil er eben auch die soziale Komponente mit einschließt, wie es so oft in der (echten) nachhaltigen Mode der Fall ist. 

Können

Knöpfe und Reißverschlüsse nachhaltig sein? 

Wenn wir über nachhaltige Mode sprechen, vergessen wir oft einen Bereich der Kleidung, ohne den sie beinahe undenkbar wäre – die sogenannte „Kurzware.“ Gemeint sind damit Nähte, Knöpfe, Reißverschlüsse, Nadeln und Gummibänder. Also all die Dinge, die unsere Kleidung zu dem machen, was sie ist und denen wir, zumindest unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit, kaum Beachtung schenken. Denn auch wenn ein Kleidungsstück aus biologischer Baumwolle gefertigt ist, kann die Kurzware noch immer aus giftigem, nicht-ökologischen Material sein, ohne dass es angegeben werden muss. Es wird also nicht unkomplizierter. Trotzdem sollte man auch diesem Bereich Aufmerksamkeit schenken und das Zubehör der Mode bestenfalls unter den gleichen Maßstäben bewerten, wie es mit den Stoffen selbst getan wird. Es gilt also Fragen zu stellen:

Unter welchen Bedingungen werden diese gefertigt, welche Materialien werden verwendet, lassen sich diese recyceln, welche Chemikalien sind in die Produktion geflossen?

Doch wie lässt sich das als Konsument erkennen? Mit dem bloßen Auge wohl kaum. An dieser Stelle können einige Siegel Orientierung bieten. (Eine Liste an Textil-Siegeln sowie eine ausführliche Bewertung findet ihr hier.) Die Zertifikate Naturtextil Best und Global Organic Textile Standard, beide IVN Siegel, bekommen nur Textilien, dessen Kurzware ebenfalls bestimmte Auflagen erfüllt. Sie dürfen keine Schadstoffe enthalten oder Allergien auslösen; auch muss eine Abbaubarkeit der Ware gewährleistet werden, die verhindert, dass Chemikalien freigesetzt werden. Das IVN Siegel bevorzugt daher Kleidung mit Kurzware die aus Naturmaterialien besteht. Ausnahmen gelten nur dann, wenn die Herstellung des Zubehörs mit natürlichen Stoffen nicht erlaubt oder nicht möglich ist, weil diese noch nicht auf dem Markt erhältlich sind. Trotzdem ist es hier noch sehr undurchsichtig und der Markt für nachhaltige Kurzwaren ist noch in der Entwicklungsphase.

Welche Brands machen es vor?

Nachhaltige Sneaker von Veja: Öko-Sneaker müssen nicht so aussehen wie sie klingen. Bereits seit mehreren Jahren beweist das mit schlichten Designs die französische Sneaker-Brand Veja. Hier ist nicht nur das Design selbst nachhaltig, das ganz ohne großflächige Prints und aufgeregte Muster auskommt, sondern auch die Herkunft des Kunstleders und der weiteren Stoffe, welche von brasilianischen Bio-Bauern stammen, die fair bezahlt werden.

Nachhaltiger Schmuck von Lilian von Trapp: Der Echtschmuck der Berliner Designerin wird in Deutschland aus recyceltem Gold handgefertigt. Die Langlebigkeit der filigranen Stücke ist nicht nur durch das hochwertige Material, sondern ebenso durch das Design selbst garantiert. 

Taschen & Accessoires aus recyceltem Leder von Majavia:

Sie sind klassisch, sie sind zeitlos, sie sind modern und sie sind nachhaltig. Hinter dem Label aus Wien steckt ein ganzheitlicher nachhaltiger Ansatz. Die Taschen der Brand bestehen aus anfallenden Lederresten aus Manufakturen der Modeindustrie, die im Normalfall ohne weitere Verwendung entsorgt werden. Für die Herstellung des recycelten Leders werden Lederreste zerkleinert und durch die Zugabe von Naturlatex zu einem neuen Material verarbeitet.

Kaufen und Verkaufen: Die richtige Second-Hand-Plattform für euch – ein Überblick

Als Während die Auswahl von Second-Hand-Plattformen früher überschaubar war, gibt es mittlerweile gleich mehrere Apps und Seiten, auf denen ihr nicht nur nach Second-Hand Pieces Ausschau halten könnt, sondern auch eure ausgemisteten Teile loswerdet. Während sich Vestiaire Collective auf Luxus-Artikel spezialisiert und, so wie Depop, Produkte aus der ganzen Welt anbietet, bekommt ihr bei Carou eine Auswahl an Produkten, die aus Deutschland versendet werden. Während ihr bei einigen dieser Plattformen mit Privat-Händlern kommuniziert, sind andere wiederum als Online-Shops aufgebaut. Im Folgenden teile einen Überblick über die größten und gängigen Online-Shopping-Plattformen mit euch.

Wie die verschiedenen Systeme funktionieren, wo man beim Verkaufen auf die Provision achten sollte – und bei welchen Seiten man mit (hohen) Versandkosten oder Zollgebühren rechnen muss.

Vestiaire Collective

Bei Vestiaire Collective handelt es sich um eine Second-Hand Online-Plattform mit Sitz in Paris. Dort findet ihr vor allem Luxusartikel, die ihr manchmal zu überraschend guten Preisen bekommen könnt. Wer also auf der Suche nach einer Prada-Tasche oder euren Traum-Schuhen ist oder sich ein anderes Designer-Piece leisten möchte, ist hier genau richtig. Zudem gibt es die Option (ohne, dass ihr mit dem/der VerkäuferIn persönlich schreiben müsst), zu verhandeln. Dafür klickt ihr einfach auf den ‘Verhandeln’-Button und könnt dort euren Wunschpreis eingeben, den der/die VerkäuferIn entweder annehmen oder ablehnen kann – oder sie/er verhandelt weiter und bietet euch ein Gegenangebot an. Darauf müsst ihr anschließend reagieren – und so weiter. Bei vielen Teilen gibt es die Möglichkeit des Direktversands. Das bedeutet, dass die Teile direkt von dem Anbietenden zu euch geschickt werden, der Versand kostenlos ist und die Pieces via DHL Express zu euch versendet werden. Ist diese Option nicht verfügbar oder handelt es sich um ein sehr teures Teil, von dem ihr gerne genau wissen würdet, ob es echt ist oder nicht, könnt ihr das Teil auf normalen Wege kaufen. So kommt noch ein Zwischenschritt hinzu und euer Produkt wird zunächst in Paris auf Echtheit und Gebrauchsspuren überprüft, bevor es zu euch weitergeleitet wird. Das dauert dann etwas länger als die Option des Direktversands. 

Was ihr beachten solltet? Bei vielen Produkten, die außerhalb von Europa angeboten werden, kommen hohe Versandkosten und eventuelle Zollgebühren hinzu. Ebenso ist es bei Produkten, die aus Großbritannien verschickt werden. 

Verkauf: Wenn ihr Produkte bei Vestiaire zum Verkauf anbietet, solltet ihr mit einer Provision von etwa 15 € rechnen. Diese wurde nun bei neu eingestellten Produkten unter 200 € etwas gesenkt. Wenn jemand etwas von euch gekauft hat, bekommt ihr einen Versandschein zugeschickt, den ihr ausdrucken müsst und euer Paket mit diesem (meist mit DHL) verschickt. Der Kaufende kann euch anschließend eine Bewertung geben. 

Sellpy

Bei Sellpy handelt es sich um den größten Second Hand Onlineshop in Schweden. Dieses hat nun mit der ebenfalls schwedischen Kette H&M kooperiert und somit die Expansion nach Deutschland ermöglicht. Hier bekommt ihr Mode aus den verschiedensten Preiskategorien angeboten. Der Verkauf funktioniert so, dass ihr Kleidung, Schuhe und Accessoires kostenfrei an Sellpy schickt, und zwar in bestimmten Tüten, die ihr zuvor dort bestellt habt. Diese Ware wird von der Plattform geprüft, fotografiert und sortiert. Daraufhin werden Anzeigen erstellt, ein Preis wird vorgeschlagen und der Kaufende wird darüber informiert und hat die Möglichkeit, diese Preise anzupassen und den Anzeigen-Text zu verändern. Die Provision, die Sellpy erhält, liegt bei 40 % des Verkaufspreises. Wenn ihr etwas über 50 € dort verkauft, bekommt ihr noch 90 % der Summe die darüber liegt. Wenn ihr also etwas für 75 € verkauft, erhaltet ihr am ende 41,50€. Das bedeutet für den Kaufenden, dass alle Artikel, die auf der Plattform eingest

Was ihr beachten solltet? Bei Sellpy gibt es nicht nur Second-Hand-Mode, sondern auch Teile aus früheren Kollektionen oder Restbeständen, die nicht verkauft worden sind – unter anderem natürlich auch von H&M. Bei bis zu 70 € Bestellwert kommen noch 7 € Versandkosten hinzu.

Rebelle

Ähnlich wie Vestiaire Collective funktioniert auch die Second-Hand-Plattform Rebelle. Das bedeutet für den Verkauf: Entweder ihr stellt eure Produkte selbst online, mit Beschreibung und Preisangabe. Wenn jemand euer Produkt kauft, müsst ihr es anschließend an Rebelle schicken, wo es auf Echtheit überprüft wird und weiter an den Anbietenden geleitet wird. Die Provision fällt je nach Preis aus. Bei einem hohen Verkaufspreis wird eine Provision von 13 % fällig, bei einem niedrigeren liegt sie bei 33 %. Zudem gibt es noch die Option, den Concierge-Weg zu gehen. Hier könnt ihr das Produkt direkt zu Rebelle schicken, wo es überprüft und eingestellt wird. Das kostet allerdings nochmal 15 Euro extra und bietet sich somit eher für Artikel in hohen Preiskategorien an, die ihr verkaufen möchtet, ohne mit Privatpersonen schreiben oder verhandeln zu müssen. 

Was ihr beachten solltet? Bei dem Unternehmen mit dem Sitz in Hamburg zahlt ihr standardgemäß 6,90 € für den Versand innerhalb von Deutschland. Wenn ihr etwas aus dem europäischen Ausland bestellt, wo das Unternehmen ebenfalls aktiv ist, liegen die Kosten bei 15,90 €.

Hier kommt ihr übrigens zu meinem Profil auf Rebelle.

Mädchenflohmarkt

Der beliebte Onlineshop für Second Hand Mode bietet von Zara bis Louis Vuitton die volle Bandbreite an Second Hand Mode an. Hier dreht es sich ausschließlich um Damenmode und privaten Angebote.

Was ihr beachten solltet? Damit ihr bei der Schnäppchenjagd auf der sicheren Seite seid, werden auch hier die Designerstücke vor dem Verkauf auf Echtheit geprüft. Allerdings nur dann, wenn diese über den Concierge Service zum verkauf angeboten sind. Für alle privat angebotene Artikel gilt die 3-tägige Frist, in der ihr nach Erhalt des Paketes die Möglichkeit habt ein Problem zu melden – z.B. wenn ihr der Meinung seid eine Fälschung erhalten zu haben oder wenn ein falscher Artikel geschickt wurde. Sollte das der Fall sein, wird es geprüft und ihr bekommt gegebenenfalls das Geld zurückerstattet.

Verkauf: Auch hier könnt ihr euch für eine der Optionen entscheiden: Selbst verkaufen oder verkaufen lassen. Kümmert ihr euch eigenhändig um den gesamten Verkaufsprozess, könnt ihr selbst den Preis bestimmen und handeln, sowie 90% des Verkaufserlöses behalten. Beim Concierge Service könnt ihr zwar von Anonymität beim Verkaufsprozess und Zeitersparnis profitieren, könnt dafür jedoch weder den Verkaufspreis bestimmen, noch handeln und nur 60% des Erlöses behalten. Der Versand wird über DHL abgewickelt und ist in EU-Länder sowie nach Großbritannien möglich. Die Versandkosten werden direkt bei der Kaufabwicklung automatisch berechnet und ihr bekommt ein Versandetikett zum Ausdrucken ausgestellt.

Skirt suit: Max Mara via Carou

Chanel bag via Vestiaire Collective


Carou

Carou ist ein Online-Shop mit Sitz im hessischen Darmstadt, der Kleidung für Frauen, Männer sowie Kinder anbietet. Dabei handelt es sich nicht um Kleidung, die von Privatverkäufern angeboten oder eingeschickt wurde, sondern um gespendete Altkleider aus der TEXAID Sammlung. (Hier erfahrt ihr mehr über das Unternehmen) Hier könnt ihr eure getragenen Schätze also nicht verkaufen. Wenn ihr jedoch etwas kaufen möchtet, ist der Versand bei Bestellungen über 20€ umsonst. Wenn der Preis darunter liegt, fallen 3,95€ an. 

Was ihr beachten solltet? Was diese Plattform von den anderen unterscheidet, ist das Rückgaberecht. Da hier keine Privatkäufe möglich sind, könnt ihr Kleidung, die euch nicht passt, innerhalb von 30 Tagen kostenfrei innerhalb Deutschlands zurückschicken. 

Übrigens habe ich HIER eine kleine Vorauswahl auf Carou getroffen mit meinen persönlichen Lieblingen. 


Vinted

Vinted kennen die meisten von euch vielleicht noch als ‘Kleiderkreisel.’ Erst seit 2020 tragen die zuvor getrennten Plattformen ‘Mamikreisel’ und ‘Kleiderkreisel’ den gemeinsamen Namen der Muttergesellschaft – Vinted. Die Funktionen jedoch bleiben die gleichen. Hier handelt es sich weiterhin um ein Ort für Privatverkäufe. 

Verkauf: Hier könnt ihr eure Kleidung hochladen, den Preis und die Versandkosten selbst bestimmen. Viele Kaufende gehen weiterhin den privaten Weg und kaufen die Kleidung – nach möglicher Verhandlung – über PayPal oder Überweisung. Jedoch gibt es auch die Option, das Produkt über das System selbst zu kaufen. Wenn der/die KäuferIn dies mit dem “Käuferschutz” kauft, müsst ihr eine Gebühr von 70 Cent zahlen und hinzu noch 5% des Verkaufspreises als Provision berechnen. Auch wenn der Kaufende mit Paypal nicht via “Family&Friends” zahlt, kommt durch den Käuferschutz etwas weniger Geld bei euch an. Dies könnt ihr jedoch mit der Person selbst im Chat besprechen. 

Was ihr beachten solltet? Vinted ist wohl der einfachste und direkteste Weg um mit dem Kaufenden oder dem Anbietenden zu kommunizieren. Durch das Bewertungssystem habt ihr auch eine gewisse Sicherheit. Trotzdem gilt es hier vorsichtig zu sein, da die Produkte nicht überprüft werden und ihr bei der Zahlung vor dem Versand natürlich immer ein gewisses Risiko eingeht. Der Verkauf von, vor allem günstigen Artikeln, lohnt sich rein rechnerisch bei Vinted jedoch am meisten.

Depop

Ähnlich wie Vinted funktioniert auch Depop. Jedoch findet ihr hier nicht nur Angebote von PrivatverkäuferInnen in Europa, sondern aus der ganzen Welt. Zudem gibt es hier auch Bücher und Magazine sowie Prints, Bilder und Selbst-gemachtes von Künstlern und Kreativen zu kaufen. Der Kauf funktioniert so, dass ihr eure Produkte selbst einstellen müsst, einen Preis festlegt und auch bestimmt, in welche Länder ihr liefert (nur in Deutschland, nur nach Europa, oder weltweit). Wenn der/die KäuferIn nicht die Chat-Funktion für den privaten Kauf wählt, sondern (wie bei Vinted) das interne System wählt, müsst ihr eine Gebühr von 10 % von dem Verkaufspreis abziehen. Hinzu kommt auch eine Gebühr von 2,5 % für die gewerbliche Nutzung von Paypal. 

Was ihr beachten solltet? Um Depop zu nutzen, braucht ihr also ein PayPal Konto, das ihr mit eurem Account verbindet. Wenn jemand etwas von euch kauft, wird das direkt auf euer Konto, mit den abgezogenen Gebühren, auf euer Konto überwiesen. Bevor ihr etwas kauft, solltet ihr schauen, aus welchem Land das Stück geliefert wird und mit höheren Versandkosten und möglichen Gebühren rechnen, wenn der Standort außerhalb von Deutschland oder außerhalb von Europa liegt. 

Der Leitfaden zum nachhaltigen Shoppen: Textilsiegel im Check (Teil 2)

Reisen fallen aus, Events sind gestrichen und spontane Treffen mit Freunden schon seit Wochen nicht mehr möglich. Seit dem Lockdown fühlt sich jeder Tag, wenn nicht gleich, dann doch sehr ähnlich an. Das alles muss ich euch natürlich nicht erzählen – schließlich sind wir alle in der gleichen Situation. Doch was ich in den letzten Tagen und Wochen gemerkt habe ist, dass das mit der scheinbar „zusätzlichen“ Zeit, die zumindest ein Teil von uns bekommen hat, gar keine so einfache Angelegenheit ist. Die einen nutzen sie für sogenanntes Self-Improvement, sie kochen, backen, lesen und putzen ihre Wohnung an Stellen, die in den Wochen davor einfach nicht wichtig genug waren. Andere finden das eher lächerlich. Doch ich muss sagen, dass ich den Gedanken, sich für Dinge Zeit zu nehmen, die man sonst immer vor sich herschiebt.

In meinem Fall ist das die Beschäftigung mit einem Thema, das oft so widersprüchlich und komplex war, dass ich mich dann doch um dringendere Angelegenheiten gekümmert habe, statt mich damit zu befassen. Deshalb freue ich mich umso mehr, euch hier bereits den zweiten Teil meines Leitfadens zu präsentieren, in dem ich euch die verschiedenen Textilsiegel vorstelle – wofür sie stehen, was sie bedeuten und was genau sie über die Nachhaltigkeit des Materials und der Produktion aussagen.

(Den ersten Teil des Leitfadens findet ihr hier.)

Frei von Schadstoffen:

Öko-Tex Standard 100

Das grün-gelbe Siegel das an Teppichen, T-Shirts oder auch Handtüchern gefunden werden kann, gehört wohl zu den bekanntesten Zertifizierungen weltweit. Das Label wird von der „Internationalen Gemeinschaft für Forschung und Prüfung auf dem Gebiet der Textilökologie“ in verschiedenen Produktklassen vergeben: Artikel für Babys und Kleinkinder; Artikel, die hautnah verwendet werden; Artikel, die hautfern verwendet werden und Ausstattungsmaterialien. Dabei zeichnet das Siegel all die Produkte aus, die frei von krebserregenden Farbstoffen, Pestiziden und Stoffen sind, die Allergien auslösen könnten. Außerdem garantiert es Farbechtheit und einen hautfreundlichen pH-Wert. Dabei wird immer nur das Endprodukt kontrolliert – und zwar von verschiedenen Institutionen, die auf der ganzen Welt ihren Sitz haben, welche die Einhaltung der selbst gesetzten Standards garantieren sollen.

Die Kritik: Da das Zertifikat weltweit vergeben und somit weit verbreitet ist, herrscht auch ein gewisses Vertrauen in das Siegel, was dazu führen kann, dass Kunden sich bestärkt fühlen, ein Produkt zu kaufen. Doch dabei sollte nicht vergessen werden, dass das Siegel eigentlich nur eines wirklich verspricht: Dass das Endprodukt, das in den Geschäften hängt, frei von Schadstoffen ist. Doch der Begriff „Öko“ wird von vielen mit biologischen Produkten assoziiert und demnach auch mit entsprechenden Standards in der Produktion als auch der Verarbeitung der Produkte. Standards, die das Label nicht erfüllen kann. Es garantiert zwar, dass bestimmte Mittel nicht bei der Herstellung benutzt werden können, weil sie der Haut schaden – lassen jedoch den Anbau, die sozialen Bedingungen und den Umweltschutz dabei weitgehend außer Acht.

Wer trägt es? Das Siegel wird weltweit vergeben und ist dementsprechend auch weit verbreitet – nicht nur Kleidung, sondern auch Textilien wie Kissen, Teppiche oder Matratzen tragen das Label häufig. Im Bereich der Mode tragen es unter anderem Only, Kunert und The North Face.

Anspruch auf Nachhaltigkeit:

Made in Green

Ein weiteres Label aus der Öko-Tex Gemeinschaft ist Made in Green. Auch hier werden Kleidung sowie Heimtextilien zertifiziert und auf Schadstoffe nach dem Standard 100 geprüft. Doch das Label reicht deutlich weiter. Denn hier wird nicht nur auf den Verzicht von Pestiziden und Farbstoffen geachtet, sondern auch auf die sozialen Bedingungen. Die Materialien müssen also an „sicheren und sozialverträglichen Arbeitsplätzen produziert werden“ und „in umweltfreundlichen Betrieben“ hergestellt werden. Es wird nur für ein Jahr lang vergeben, was regelmäßige Kontrollen garantieren soll. Von Greenpeace wurde das Siegel nach Überarbeitungen und nach einer Entwicklung hin zu höheren Standards als „streng“ eingestuft. Außerdem verspricht das Label eine gewisse Transparenz, da jeder Artikel eine eigene I-D zugewiesen bekommt, welche über QR-Codes gescannt werden kann und die Lieferketten und Produktionsstätte des Produktes aufzeigt – sodass sich jeder ein eigenes Bild von der Herstellung machen kann.

Die Kritik: Obwohl die Überarbeitung des Siegels in den letzten Jahren für viel Lob gesorgt hat, kritisieren einige noch die Kontroll-Prozesse von Öko-Tex. Denn die Institute, die das Zeichen an Firmen vergeben, sind auch diejenigen, die sie schließlich kontrollieren. Oft werden hier verschiedene Stellen eingesetzt, um eine Unabhängigkeit zu garantieren. Bei Made in Green verzichtet man jedoch darauf – was viele für fragwürdig halten. Denn schließlich muss jedes Siegel bezahlt werden – und wenn die gleichen Institute, die das Geld bekommen auch die Kontrolle durchführen, kommen schnell Zweifel auf, wie streng die Kontrollen wirklich ausfallen.

Wer trägt es? Etwa 40 Unternehmen tragen derzeit das Made in Green Siegel. Hier könnt ihr einsehen, welche Brands dabei sind.

Das Traditionssiegel der Bundesregierung: Der Blaue Engel

Bei dem Blauen Engel handelt es sich um ein Umweltzeichen der Bundesregierung das bereits seit 1978 vergeben wird und „besonders umweltschonende Produkte und Dienstleistungen“ in den verschiedensten Produktkategorien auszeichnen soll. Das bedeutet, dass nicht nur umweltschonende Kleidung mit dem blau-weißen Siegel versehen werden, sondern auch recycelbares Klopapier, die umweltfreundliche Zahnbürste oder auch Car-Sharing Dienste. Für jede Kategorie greifen natürlich andere Kriterien, die von den jeweiligen Firmen erfüllt werden müssen. Diese werden von dem Umweltbundesamt festgelegt, welche eine Jury stellt, die sich aus Vertretern verschiedenster Brachen zusammensetzt. Hier finden sich Wissenschaftler, Vertreter der Bundesländer, Umwelt- und Verbraucherbände aber auch Handel und Handwerk zusammen. Diese diverse Zusammensetzung soll eine gewisse Unabhängigkeit generieren. Die in dieser Jury beschlossenen Kriterien werden alle drei bis vier Jahre aktualisiert. Das stetig wachsende Vertrauen in den blauen Engel hängt nicht nur mit seiner Unabhängigkeit zusammen, sondern auch damit, dass der Vergabeprozess dokumentiert und veröffentlicht wird. Zudem geht es nicht nur darum, dass die Produkte umweltfreundlich sind – sie müssen auch sozialen Standards gerecht werden, eine Gebrauchstauglichkeit nachweisen als auch nachweislich auf Chemikalien während der Herstellung verzichten.

Die Kritik: Was oftmals an dem Konzept des Blauen Engels kritisiert wird, ist, dass es einem suggeriert, dass das Produkt das gekennzeichnet wird, eine umweltfreundliche Variante ist. Jedoch ist dies oftmals nicht der Fall – meist sind die Produkte nur etwas schonender als andere aus der Kategorie – was jedoch nicht bedeutet, dass sie nachhaltig oder gar umweltverbessernd sind. Daher sollte man nicht annehmen, dass nur, weil ein Stück das Siegel trägt, die Kaufentscheidung dadurch legitimiert wird. Dies gilt allerdings für alle Siegel, die hier vorgestellt werden. Das Zertifikat fungiert zwar als nützliche Orientierungshilfe – nimmt einem aber nicht die Entscheidung selbst ab.

Wer trägt es? Den Blauen Engel findet man auf den verschiedensten Produkten, es werden nicht ganze Marken damit ausgezeichnet.

Faire Arbeitsbedingungen: Fair Wear Foundation

Die Fair Wear Foundation setzt sich ein klares Ziel: „die Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Bekleidungsindustrie“ – ein Thema, bei dem immer noch viel zu gerne weggesehen wird. Dieses tut die FWF mit verschiedensten Partnern, wie NGOs, Unternehmen, Fabriken, Regierungen und Gewerkschaften. Dieses Ziel hat gleich mehrere Implikationen – dazu gehört unter anderem das Verbot von Kinderarbeit, sicherer Lohn und Arbeitsplätze als auch das Recht auf Vereinigungsfreiheit. Doch der Fokus liegt neben dem sozialen Aspekt auch bei der Produktion, die laut den Standards des Zertifikats so umweltschonend wie möglich gestaltet werden sollte. Gewährleistet soll die Erfüllung der Kriterien durch jährliche Performance-Checks. Dabei werden nicht nur die Endprodukte, sondern die gesamte Produktionskette überprüft. Demnach geht die FWF vor Ort, dorthin wo die Kleidung auch wirklich hergestellt wird.

Die Kritik: Die gekennzeichneten Brands verpflichten sich zwar daran zu arbeiten, die Standards zu erfüllen – das bedeutet jedoch nicht, dass sie die gegebenen Kriterien bereits erfüllen (können). Manche zeigen dabei zwar schnelle Ergebnisse, doch das ist nicht bei allen Marken der Fall.

Jeans: Armedangels

Wer trägt es? Die nachhaltige Brand Armedangels aus Köln als auch die schwedische Brand Acne Studio gehören zu den Marken, die sich dazu verpflichtet haben, die sozialen Standards des Labels zu erfüllen.

Ihr interessiert euch für nachhaltige Mode? Hier habe ich meine Lieblings-Brands, vorgestellt die alle unterschiedliche, nachhaltige Ansätze verfolgen.