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Über die Supermodel-Mafia und Female Empowerment – Im Interview mit Topmodel Toni Garrn

Supermodel-Mafia. Zu der gehört Toni Garrn. Ob ich mir diesen Begriff ausgedacht habe? Keinesfalls. Diese Riege gibt es wirklich. Sie ist geheim. Exklusiv. Und voll von internationalen Supermodels. Der Sinn und Zweck dieser Gemeinschaft? Female Empowerment. Und das steht nicht nur abgewandelt auf dem T-Shirt, was Toni Garrn trägt, als ich sie gestern zum Interview im Berliner Pop-up Shop von Vestiaire Collective treffe, nein, es ist ihr ernst mit dieser Botschaft – und ihrer Mafia-Gruppe, in der sich Models auf Whatsapp austauschen, ihre Probleme teilen und ihre Kolleginnen auf Charity-Aktionen aufmerksam machen.

Denn seit 2014 ist sie Global Ambassador der Plan’s International’s Because I am A Girl Kampagne und gründet ihre eigene Toni Garrn Foundation. Damit unterstützt sie die Bildung von Mädchen und Frauen in Afrika, genauer gesagt in Simbabwe und arbeitet auf eine Zukunft hin, in der Kinder, besonders Mädchen, ihr volles Potenzial ausschöpfen können. Was die Foundation dafür tut: Sie baut Schulwohnheime für Mädchen, um die Distanz zwischen Schule und Zuhause zu vermindern, baut Girls-Only-Badezimmer, denn oft wird den Mädchen während der Periode verboten zur Schule zu gehen und vermittelt den Girls auch psychischen Support in Form von Treffen mit ausgebildeten Gesprächspartnern, die ihnen neue Ideale in Sachen Gleichberechtigung lehrt.

Deine Organisation setzt sich für die Bildung von Mädchen in Afrika ein. Wieso liegt dir dieses Thema so sehr am Herzen?

Das kam durch meine Reisen nach Afrika. Mir ist dort sehr schnell aufgefallen, dass Frauen dort nicht gleichberechtigt sind und kein Recht auf Bildung haben. Es ist erschreckend zu sehen, wie viel mehr Arbeit und wie viel weniger Rechte Frauen und Mädchen dort haben. Ich liebe den Kontinent und kann einfach nicht weg schauen.

Hast du eine persönliche Geschichte, die dich vor Ort besonders berührt hat?

Viele. Aber eine ist mir besonders im Gedächtnis geblieben. Als ich vor circa vier Jahren in Burkina Faso war, einem westafrikanischen und überwiegend muslimischen Land, habe ich dort ein junges Mädchen in einer Mädchenschule kennengelernt. Sie hat mich damals zur Seite genommen, mit 15 Jahren, und ich konnte sie kaum verstehen, weil sie Französisch gesprochen hat. Sie brauchte damals dringend Hilfe, weil sie eines Tages nach der Schule nach Hause kam und von ihrem Vater mit Pfeil und Bogen angegriffen wurde. Weil er nicht wollte, dass sie weiterhin zur Schule geht. Als sie im Krankenhaus aufwachte, sagte ihr Mutter zu ihr, dass sie nicht mehr nach Hause kommen soll. Sie war dort nicht mehr willkommen.

Das Recht auf Bildung ist für Frauen in Afrika einfach keine Selbstverständlichkeit. Die Dörfer, die Regierung, die Tradition, die Kultur – sie alle verstehen nicht, warum Frauen zur Schule gehen sollten, wenn sie später sowieso verheiratet werden und Kinder bekommen. Es erscheint ihnen viel logischer und finanziell sinnvoller, wenn die Frau bei der Familie bleibt. Aber die Mädchen, die ich kennengelernt habe, möchten ausgebildet werden und lernen. Sie wollen mehr vom Leben als mit 15 Jahren verheiratet zu werden, Kinder zu bekommen und den Kreislauf fortzusetzen.

Wie überprüfst du die Fortschritte deiner Organisation?

Ich fahre selbst regelmäßig nach Afrika, schaue wo Bedarf ist, entscheide mich für Projekte und überprüfe dann auch die Umsetzung. Das Ganze gemeinsam mit Plan International, die auch Leute vor Ort haben.

Doch anstatt ferne Charity-Events zu veranstalten, bei denen reiche Leute Teile ihres Vermögens spenden, hat sich Toni Garrn, bodenständig wie sie als Hamburger Mädchen ist, eine andere Möglichkeit überlegt, wie sie möglichst viel Geld für den guten Zweck sammeln kann: den guten, alten Flohmarkt.

Schon seit mehreren Jahren veranstaltet sie in New York ihren berühmten Charity-Flohmarkt, bei dem sie zusammen mit Model-Kolleginnen ihre Kleidung spendet. Denn ein Problem, was man als internationales Supermodel zu haben scheint ist: Klamotten in Massen. Und die sollen nicht im Schrank einstauben, sondern für etwas Gutes sorgen.

Schön für diejenigen, die in den letzten Jahren das Glück hatten, in New York zu sein. Pech für alle die, die in Europa nichts von der Modelmode abbekamen. Mehr Kunden, mehr Geld, mehr Bildung – das wurde auch Toni Garrn schnell klar und so war es ein logischer Schritt, dass sie ihren Charity-Flohmarkt auf eine internationale Ebene ausweitete und sich mit Vestiaire Collective zusammentat. Jetzt kann jeder die Kleidung online kaufen und seit heute auch in drei Offline-Pop-up-Shops in ganz Europa.

Wie bist du auf die Idee mit dem Charity-Flohmarkt gekommen?

Ich hatte viel zu viele Klamotten und habe einfach mal aussortiert. Meine ganzen Freundinnen ging es genauso. Zum selben Zeitpunkt wollte ich Gelder für meine Foundation sammeln. Also stellte ich mir die Frage: Wieso verkaufe ich meine Sachen nicht einfach? Es fing ganz klein an: Ich habe alles selbst gefaltet, gebügelt, Kleiderständer aufgebaut und meine Mutter ist extra eingeflogen zum Helfen. Meine Agentin ist dann noch dazu gekommen und zusammen haben wir dann tagelang Preise gegoogelt: Was kostet eine alte Fendi-Tasche? Wir haben alles selbst organisiert, um ein bisschen Geld einzunehmen. Im ersten Jahr haben wir ca 20.000 Dollar eingenommen, im zweiten Jahr dann schon um die 50.000 Dollar – die Leute fanden die Klamotten cool und Models haben nunmal viel davon. Eine Win-Win-Situation. Jetzt haben wir uns mit Vestiaire Collective einen Partner gesucht, der den Flohmarkt nach Europa bringt und sich um die Logistik kümmert.

Wie kann man sich das Aussortieren vorstellen? Du und deine Modelkolleginnen zusammen vor dem Kleiderschrank?

So ähnlich. Um die Top-Teile von bekannten Namen zu bekommen, muss ich fast alle selbst ansprechen. Ich sage meinen Mädels: Haltet das zurück oder schickt es mir. Am Anfang habe ich dann noch alles in meiner Wohnung gesammelt und weggepackt. Jetzt hilft mir aber wie gesagt Vestiaire Collective mit der Logistik. Wir sammeln alles in London, von dort werden die Teile nach Berlin und Paris versendet. Und dank Vestiaire Collective, findet der Sale ja nun zum ersten Mal auch online statt.

Gibt es denn ein Kleidungsstück, was du niemals hergeben würdest?

Meine Jacke, die ich heute trage. Eine alte Unisex Levi’s Jacke mit ganz vielen Zippern. Ich hatte schon Angst, dass sie aus Versehen hier zwischen den gespendeten Sachen landet! Das wäre gar nicht lustig!

Welches ist dein Lieblingsteil aus dem Charity Sale?

Mein rotes Kleid, das vorne im Schaufenster hängt. Das hatte ich so oft an. Ich war damit auf Geburtstagen, Hochzeiten – damit verbinde ich so viele Geschichten. 700 Euro hat es gekostet und es ist schon verkauft. Damit können wir so vielen Mädchen ein Jahr Schule finanzieren. Das macht mich so glücklich.

Warum sollte man unbedingt im Pop-up-Shop vorbeischauen, wenn es auch online viele Teile gibt?

Es sind nur 100 Kleidungsstücke online, insgesamt haben wir aber über 2000 gesammelt. Ich bin vorhin schon hier im Store herumgelaufen und habe mich gefragt: Wo sind meine Taschen? Und meine Lederjacken? Die haben wir hinten versteckt und jeden Tag werden neue Sachen herausgehangen zum Verkauf. Für die nächsten zwei Städte haben wir auch noch viele tolle Teile in petto. Es lohnt sich also, jeden Tag vorbeizuschauen!

Vielen Dank für das Interview, liebe Toni!

Supermodel Charity Sale

Appel Design Gallery

Torstraße 114

Freitag + Samstag: 10:00 – 19:30

Fotos: Toni Garrn x Vestiaire Collective – Fotograf Giles Bensimon

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News du JOUR: LiebLinks KW 24

Auf die Plätze, fertig, los! Denn auch wenn Jessie gerade ihren Urlaub auf Rhodos genießt und die Zeit auf ihren traumhaften Instagram-Fotos still zu stehen scheint, bei uns tut sie das nicht. Das Modekarussell dreht sich in seiner gewohnten Geschwindigkeit und es gibt immer neue Sachen zu entdecken.

Bei uns im Office löst der Sale bei Mytheresa eine wahre Shoppingsucht aus (ups…), Burberry versucht einen Imagewandel, wir verlieben uns ein ein neues Musikalbum und eine DJane. Mehr erfahrt ihr jetzt:


Mytheresa Sale!*

Shopping olé, der Sale von Mytheresa ist gestern offiziell in die heiße Phase gestartet! Chloé, Isabel Marant, Stella McCartney – alle Designer, die wir lieben, gibt es dort jetzt mit bis zu 50 Prozent Rabatt zu kaufen. Sehr gefährlich, deswegen haben wir schnell mal unsere Lieblinge für euch zusammengestellt:

Foto via nytimes.com von Blaine Davis

Homestory der Woche: Mustermix

Was Interior angeht, sind wir im Team ziemlich unterschiedlich unterwegs. Alicja mag es gerne ganz puristisch, Jessie skandinavisch mit einem femininen Touch und ich gehe mit blauer Samtcouch und buntem Berberteppich auch mal richtig in die Vollen. Was uns aber alle eint: die Angst vor Mustern. Gut, dass es da die Homestory von Lisa Fine in der NY Times gibt, die uns diese Bedenken nimmt. Dort wird nämlich klar, umso mehr Muster, umso besser?!

Alle Bilder gibt es hier!

Koop der Woche: Byredo x Ikea

Nein, das hier wird keine schräge Koop wie Vetements und Ikea. Man könnte es stattdessen einfach so beschreiben: Zwei schwedische Labels, Parfumbrand Byredo von Ben Gorham und Ikea, haben sich zusammengetan mit einer Mission: Den Geruch von Zuhause in unsere vier Wände zu bringen. Das riecht ja maßgeblich für jeden anders und deswegen bin ich umso gespannter, was uns in Zukunft erwartet. Hier kommt schon mal ein kleiner, mysteriöser Teaser:

Label Love: Victoria

Kommen wir noch einmal zu unserem #teamjournelles zurück. Nicht nur in Sachen Interior sind wir alle unterschiedlich, auch in Sachen Sommergarderobe: Jessie ist eh die Queen of Isabel Marant, Lexi bringt Surfer-Vibes nach Berlin, Yildiz bleibt konsequent minimalistisch und ich mutiere mit den ersten Sonnenstrahlen zum Hippie.

Jessie, Alexa, aufgepasst, ich hab da was für unsere Boho-Seelen: Das neue Capsule Label von Urban Outfitters, benannt nach seiner Designerin Victoria Durrer-Gasse, das die schönsten Blusen und Kleider für Strandabende bereithält.

Die fünfteilige Kollektion ist ab sofort exklusiv im Onlineshop erhältlich.

Lesetipp: Interview mit London Grammar

Letzte Woche haben wir euch noch unsere ultimative Sommer-Playlist für den Balkon vorgestellt, diese Woche kommt das passende Interview dazu von der L’Officiel. Die haben die britische Band London Grammar nämlich getroffen und mit ihnen über ihr neues Album“Truth is a beautiful thing“ gesprochen. Ein ausgesprochen ehrliches Interview.

Kooperation: Chiara Ferragni x Tod’s

Sie ist DIE Bloggerin unserer Generation, hat nicht nur ihr eigenes Label und ihren eigenen Onlineshop, ihre Verlobung wurde wie die eines Popstars gefeiert und auf Instagram folgen ihr fast zehn Millionen Menschen. Doch das alles ist der Business-Blondine nicht genug!

Zusammen mit dem italienischen Label Tod’s hat sie zwei Klassiker der Marke neu interpretiert. Loafer und Tasche erstrahlen jetzt in neuem Design und das ist so gar nicht Ferragni-mäßig mit viel Glitzer und Ironie, wie man es von ihrer eigenen Marke kennt.

Burberry enthüllt neues Lookbook mit Gosha Rubchinskiy

Auch wenn wir uns auf Journelles eigentlich nicht mit Männermode beschäftigen, diese News können wir euch nicht vorenthalten. Nachdem Vetements die Rige der unglaublichen Kooperationen gestartet hat, Louis Vuitton und Supreme nachgezogen sind ist jetzt auch Burberry bereit, in die Sphären der gehypten Labels aufzusteigen. Als Partner haben sie sich DEN russischen In-Designer Gosha Rubchinskiy ausgesucht, der mit Hammer und Sichel und gotischer Schrift schon längst ein großer Name in der Modeszene ist.

Und was sollen wir sagen, der leichte artsy/hipster/boyish Vibe steht dem britischen Traditionshaus gut! Bitte auch als Frauenkollektion, aber schnell…

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Bag Love: Dodo Bar Or

Mensch Lexi, da haste mich wieder voll und ganz erwischt. Bommeln, Hippie Vibes und meine momentane Lieblingsfarbe Rot – schon klicke ich auf den magischen Button: in den Warenkorb. Wenn dann noch Sale dabei steht (wie bei den kleinen Bucket Bags bei Mytheresa) ist es ganz um mich geschehen. Kein Wunder, dass Jessie das Label momentan so liebt und hier und hier schon getragen hat.

Insta Love: @parisianthings

Es dürfte nichts Neues für euch sein, dass ich gerade voll und ganz den Französinnen verfallen bin: Jeanne Damas, Violette, Eleonore Toulin, Louise Follain, Camille Rowe – hach, könnte ich doch auch irgendwie an ein Stück französisches Blut kommen… Die Accounts kann ich euch auch nur empfehlen, aber parisianthings fasst das Lebensgefühl mit den schönsten Inspirationsbildern zusammen – laissez faire!

Beauty Shelf: Alexandra Richards, DJane

Oh oh, Alexandra Richards hat nicht nur die Attitude, die ich manchmal gerne versprühen würde, sondern auch den perfekten Blondton und die reinste Haut, dazu wunderschöne helle Augen. Ich kann mir also schon vorstellen, warum Into The Gloss sie zum „Top Shelf After Dark“ gebeten hat. Ihr Shampoo von Frederic Fekkai steht also schon einmal auf meiner Wishlist, genauso wie der Milk Highlight Stick in Lit.

Foto via intothegloss.com

*In freundlicher Zusammenarbeit mit Mytheresa.com

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Ein Mann des guten Geschmacks: Unsere Homestory mit Philipp von Pharmacy

Das Beste schon mal vorneweg: Philipp hat eine Badewanne im Schlafzimmer!

Für unsere zweite Homestory besuchen wir den sympathischen Friseur in seiner wunderschönen 3-Zimmer-Altbauwohnung in Kreuzberg. Vor sechs Jahren eröffnete er dort den eigenen Salon Philipp Hofstetter – Pharmacy. Von seinen eigenen vier Wänden aus sind es nur ein paar Stufen im Treppenhaus, die ihn von seinem Laden trennen.

Philipp sagt selbst von sich, dass ihm schnell klar wurde, dass er partout nichts machen wollte, wozu man zuerst jahrelang studieren muss. „Ich bin eher der Arbeiter.“ Am liebsten hätte Philipp Landschaftsarchitektur studiert, dann Modedesign („Aber mit Stoffen konnte ich so gar nicht umgehen“) und schließlich Kommunikationsdesign.

Ob es schon immer sein Plan war Friseur zu werden? Eigentlich gar nicht. Aus einem kleinen Dorf bei Bayreuth kommend, war ihm zunächst gar nicht klar, welche Möglichkeiten der Friseurberuf für ihn bereit halten könnte und welches Bild er damals überhaupt von sich selbst hatte.

Kurz vor Schluss ließ er sich dann doch noch überzeugen und schrieb Bewerbungen an verschiedene Friseursalons – unter anderem auch an Udo Walz in Berlin. Alle wollten ihn haben, nur aus Berlin kam eine Absage. Bis in letzter Minute doch noch eine Nachricht von dem renommierten Friseur eintrudelte. Mit der Bitte, er solle doch direkt bei ihnen anfangen, weil jemand anderes abgesprungen sei. Gesagt, getan.

„Oma hat mir 300 Euro geliehen und dann bin ich los.“ Nach der ersten Zeit in Neukölln in einer WG zusammen mit zwei Jungs („Bevor ich anfangen konnte abends zu kochen, musste ich meist als erstes eine Stunde putzen“) und weiteren Stationen in Kreuzberg ist er jetzt angekommen.

Fragt man Philipp nach der Herkunft seiner Möbel, ist fast nichts einfach nur gekauf‘. Die meisten seiner Einrichtungsgegenstände haben eine kleine Geschichte, weil er sie über Umwege durch Freunde bekommen hat. Den beeindruckenden Teak-Esstisch und die dazu passenden Stühle? „Achso, das habe ich von einer Freundin übernommen.“ Der abgefahrene Teppich? „Der ist von meinem Ex-Freund.“ Und diese genialen Holz-Vasen? „Die hat ein Mitarbeiter mal mit in den Laden gebracht und dann stehen lassen.“

Mal abgesehen von einer guten Portion Glück und guten Freunden, hat Philipp ein Gespür für die richtigen Kombinationen und seinen eigenen Stil. Die beiden großformatigen Bilder hat er selbst gemalt und die schwarze ausladende Lampe in der Ecke neben dem Tisch ist ebenfalls selbst gemacht.

Oma hat mir 300 Euro geliehen und dann bin ich los.

Wo lässt du dich inspirieren?

Ganz klassisch, denn ich liebe Magazine. Die Architectural Digest lese ich sehr oft. Allerdings kann ich auch nicht sagen, dass ich nur analog unterwegs bin, denn ich verliere mich auch gern mal bei Instagram. Da wird einem nur leider allzu schnell bewusst, wie sehr sich viele Wohnungen gleichen. Ich würde mir jetzt beispielsweise keine Monstera-Pflanze mehr kaufen, weil das gefühlt alle haben.

Hast du eine Lieblingsecke in deiner Wohnung?

Ja, den Erker. Da sitze ich morgens und trinke meinen ersten Kaffee. Okay, eigentlich ist das nicht nur mein erster, sondern auch mein einziger (lacht). Mein allerliebster Ort in der Wohnung ist und bleibt aber wohl mein Bett. Da verbringe ich ganze Tage. Wenn ich abends feiern war, liebe ich es den ganzen Sonntag im Bett zu liegen. Dann mache ich mir etwas Feines zu essen, drapiere das um mich herum und genieße die Leckereien. Zwischendurch gehe ich vielleicht in die Badewanne, schaue mir einen Film an – und lege mich dann direkt wieder ins Bett.

Gibt es etwas, das du in deiner Wohnung gern noch ändern würdest?

Ich hätte gern Lampen von Sebastian Scherer. Außerdem fehlt in der Küche noch ein Regal, das man zu machen kann – da ist gerade ein bisschen Chaos. Ich war gerade in Sydney, um eine Freundin zu besuchen. Sie ist Architektin und in ihrem Atelier habe ich ein Regal entdeckt, das genau in meine Küche passen würde. Und im Flur würde ich gern die gesamte hintere Wand verspiegeln. Ich kann mir gut vorstellen, dass das super aussieht, wenn der Flur so ewig lang wirkt. Für den Erkerbereich hätte ich gern ein Daybed. Da habe ich gerade bei Instagram etwas gesehen, das mir gefallen würde.

Wie bist du auf die Wandfarbe für deine beiden großen Zimmer gekommen?

Über eine Fotostrecke in der deutschen Vogue nach Vorbild und Stil von Marie-Antoinette. Die Bilder waren komplett in pudrig-hellen und gedeckten Tönen gehalten. Das fand ich toll. Außerdem passt es zu den Zimmern mit dem pompösen Stuck. Früher war das hier in der Ecke wohl eine Offiziers-Gegend, deshalb sehen die Räume so schön geschmückt aus.

Ich liebe es Leute einzuladen und zu kochen. Und wenn ich das mache, dann übertreibe ich es auch ganz gern.

Als wir vom Wohnzimmer in die dunkel gestrichene Küche umsiedeln, kommt das Gespräch auf das Kochen. „Ich liebe es Leute einzuladen und zu kochen. Und wenn ich das mache, dann übertreibe ich es auch ganz gern.“ An solchen Abenden macht Philipp gern Aufwendiges, wie zum Beispiel Braten.

Philipp merkt wohl, dass ihm eine Vegetarierin gegenüber sitzt und fügt hinzu: „Als ich noch in Bayern gewohnt habe, war ich zehn Jahre lang Vegetarier. Nach dem Umzug nach Berlin – als ich angefangen habe, richtig zu arbeiten – habe ich aber gemerkt, dass ich etwas brauche, das mir mehr Energie gibt. Das Erste, was ich damals gegessen habe, war ein Döner.“

Philipp ist ein Gastgeber. Ein richtig guter. Das merkt man nicht nur daran, dass er extra ein köstliches Thymian-Tomaten-Brot für uns besorgt hat, obwohl er selbst kein Gluten verträgt, sondern auch daran, dass seine Einrichtung dafür gemacht zu sein scheint, Besuch zu empfangen.

Ein Sofa lädt zum Verweilen ein, gegenüber bietet ein gemütlicher dunkelgrüner 60er-Jahre-Loungesessel Platz für ein Gegenüber. Auf dem Couchtisch stehen halb abgebrannte Kerzen, die von langen Abenden erzählen. Und um sich an dem langen Esstisch aus Teakholz eine gut gelaunte Runde beim selbstgekochten Schmaus vorzustellen, braucht es auch nicht allzu viel Fantasie. „Ich kümmere mich einfach gern um Menschen. Mein Beruf ist da natürlich genau das Richtige. Und vielleicht ist das auch der Grund dafür, dass die Arbeit für mich keine richtige Arbeit ist, sondern vielmehr eine große Freude.“

Kann sein, dass Philipp sich so wunderbar um andere kümmern kann, weil er sich auch gut um sich selbst kümmert. Die verstreut umher liegenden Bücher erzählen von Lesestunden, die er allein für sich verbringt. „Ich stehe meistens früh auf, damit ich morgens noch zwei bis drei Stunden für mich habe. Dann mache ich Sport und esse in Ruhe mein Frühstück oder ich lese einfach nur die Zeitung und trinke meinen Kaffee. Diese Zeit gehört nur mir. Das brauche ich vor der Arbeit.“

Im selben Haus befindet sich Philipps Friseursalon. Vom Grundriss her genau die gleiche Wohnung wie seine privaten vier Wände – aber doch ganz anders. Die Wände sind allesamt in einem leicht glänzenden Weißton gestrichen. Die Inneneinrichtung stammt von befreundeten Architekten, deren Büro für Interior Design sich Hülle & Fülle nennt.

Gibt es eine Stadt, in der du noch gern leben würdest?

Berlin ist meine Stadt. Ich mag es hier. Berlin ist eine Stadt, in der es für jeden einen Platz gibt. Das einzige, was hier fehlt, sind die Berge. Auf einer Alm zu leben wäre die einzige Alternative!

Danke Philipp!

Fotografin: Julia Novy

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Anja Rubik: Mein Met-Gala-Kleid bleibt bei mir

Bild von Anja Rubik

Anja Rubik (33) würde niemals ihr „provokatives“ Kleid von Anthony Vaccarello verkaufen.

Das polnische Model geht mit ihren Outfits gerne Risiken ein, so auch bei der Met Gala. Das Kleid, das sie einst zu dem Fashion-Event trug, hat deshalb einen ganz besonderen Wert für sie. „Das wertvollste Stück in meinem Schrank ist ein sehr unpraktisches weißes Kleid, das Anthony Vaccarello vor vier Jahren für mich für die Met Gala designt hat“, lächelte sie im Interview mit ‚The Edit‘. „Ich hatte es seitdem nicht mehr an und werde es wohl auch nie wieder tragen, aber ich schätze es sehr. Es ist sehr provokativ, sehr sexy und ein echtes Einzelstück. Viele Leute wollten es mir für viel Geld abkaufen, aber das würde ich nie tun!“

Kleidung sieht Anja generell als einen Ausdruck ihrer Persönlichkeit, dennoch will sie nicht zu viel Zeit damit verschwenden, sich aufzubrezeln. Doch schnell das passende Outfit zu finden, wird zunehmend schwerer, da sie mittlerweile so viel Kleidung hat, dass sie ihr Gästezimmer in ein Ankleidezimmer umwandeln musste, das nun „immer unordentlicher“ wird. Dank Kollegin Karolina Kurkova arbeite sie inzwischen aber an mehr Organisation. „Sie sagte zu mir: ‚Ich habe alle weißen Hemden zusammen, alle T-Shirts zusammen ?‘ Ich dachte nur: ‚Was für eine Verrückte!‘ Dann ging ich nach Hause und machte genau das, was sie mir gesagt hat. Und es funktioniert“, berichtete Anja Rubik stolz. © Cover Media

Adriana Lima: Es gibt keine Wunderpille für schlanke Hüften

Bild von Adriana Lima

Adriana Lima (35) will unter ihren Fans keine Illusionen schüren: Sport ist der Schlüssel zu einer Topfigur.

Das brasilianische Supermodel mag in Sachen Genen auf der Sonnenseite des Lebens geboren sein, das heißt aber nicht, dass es ihm keine Mühe macht, wie ein Engel auszusehen.

Im Interview mit ‚Vogue‘ betonte die Dunkelhaarige: „Leider gibt es keine magische Pille – ich muss tatsächlich hart arbeiten, um fit zu bleiben!“

Um vor allem für ihren Prestige-Kunden Victoria’s Secret in Form zu sein, setzt Adriana auf Boxen, Joggen und Radfahren. Vor Kurzem hat sie außerdem mit der Trendsportart CrossFit angefangen. Bei so viel Bewegung wird die Hüfte quasi automatisch schlank. Das gilt nicht nur für Supermodels, Adriana Lima legte ihren Fans weltweit ans Herz:

„Steht einfach auf und bewegt euch!“

In Sachen Ernährung achtet die zweifache Mutter darauf, nicht in die Snack-Falle zu tappen. Sie erzählte: „Ich sitze unheimlich viel im Auto – auf dem Weg ins Fitnessstudio, um Besorgungen zu machen, um meine Kids rumzufahren. Da wäre es leicht, mal eben beim Drive-in zu halten oder Chips und Süßigkeiten von der Tanke zu holen. Stattdessen habe ich aber eine Kühlbox mit Wasser und geschnittenem frischen Obst dabei.“

Man kann sagen, was man will: Adriana Lima hat den Bogen raus! © Cover Media

Kate Moss: Meine Tochter macht mein Make-up

Bild von Kate Moss

Kate Moss (42) lässt sich am liebsten von ihrer Tochter Lila (13) schminken.

Als Model hat die britische Schönheit zwar die Möglichkeit von den besten Make-up-Artists der Welt geschminkt zu werden, doch keine macht sie schöner zurecht als ihre eigene Tochter. „Sie weiß jetzt, wie sie ihre Wimpern machen kann und sie macht ihre Augenbrauen“, lächelte Kate stolz im Interview mit ‚Women’s Wear Daily‘. „Sie schimpft mich, wenn ich das nicht mache: ‚Es geht um die Form der Brauen!‘ Ich antworte dann: ‚Wirklich?‘ Sie sagt mir, was ich machen soll statt andersrum. Manchmal macht sie auch mein Make-up, was zum Schreien ist.“

Zwar mag Kate lieber einen natürlichen Look, dennoch benutzt sie heute mehr Schminke denn je zuvor. Sie weiß nämlich endlich, wie man sie richtig einsetzt: „Ich kann die Augen und das Make-up jetzt besser machen. Und ich trage gern meinen eigenen Lippenstift auf.“

Lila sei genau wie sie selbst „von Make-up besessen“, plauderte Kate weiter aus. Auch das Model habe sich schon in jungem Alter geschminkt.

Neben Tochter Lila verlässt sich Kate Moss heutzutage auch auf Make-up-Expertin Charlotte Tilbury, die ihr dabei hilft, selbstbewusst auf den roten Teppich zu treten. „Wenn ich auf den Red Carpet gehe, macht meine Freundin Charlotte Tilbury mein Make-up. Wir lachen dann viel und so bin ich nicht nervös. Es ist einfach, als würde ich nur mit meiner Freundin abhängen.“ © Cover Media